Läuferinnen Svenja Exner und Milena Daneke werden in der wettkampffreien Zeit kreativ

Ein „Coronathon“ um den Güllepott

Selbst gebastelte Medaillen und Urkunden für Svenja Exner (li.) und Milena Daneke nach dem Zieleinlauf. FOTO: HAHN

Seckenhausen – Was passiert, wenn zwei völlig positiv Verrückte auf eine ähnlich verrückte Idee treffen? Klar, es entsteht ein Halbmarathon um den privaten Güllepott.

Als Camilla Hahn von dieser Idee hörte, jemand liefe einen Halbmarathon auf dem eigenen Sieben-Meter-Balkon oder im eigenen Garten, blieb ihr nichts anderes übrig: Sie musste sofort ihre Freundin Svenja Exner darüber informieren. In dem Wissen, Exner würde die Challenge sofort akzeptieren. Und so kam es dann auch.

„Meine Freundin Milena Daneke und ich laufen mittlerweile ganz gerne, dazu habe ich sie früher mal überredet, als ich ihre Fußballtrainerin war“, schildert Exner von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst mit einem Grinsen: „Seitdem pushen wir uns immer gegenseitig hoch. Die eine hat eine Idee, die andere darf nicht nein sagen. Es wird immer extremer.“

2019 sind die beiden beim Halbmarathon angekommen, haben viele Hindernisläufe absolviert und sich für 2020 beim „Megamarsch“ (100 Kilometer wandern in 24 Stunden) in Hamburg angemeldet. Die Corona-Krise machte der Veranstaltung Anfang April jedoch einen Strich durch die Rechnung. „Da waren wir schon enttäuscht“, gibt Exner, im Fußball auch an vielen Wochenenden als Schiedsrichterin aktiv, zu. Doch dann kam die Idee von Hahn.

„Normalerweise laufen wir durch den Ort“, erzählt Exner: „Aber da die Challenge ja sogar zum Teil auf einem Balkon ausgeführt wurde, dachten wir: ,Lass uns etwas Witziges machen.‘“ Und damit kam der Riesen-Güllebehälter von Danekes Vater ins Spiel, „den er uns schon zu Beginn der Corona-Zeit angeboten hatte, sollte es tatsächlich zu einer Ausgangssperre kommen“, berichtet Exner.

Und so kam es, dass der Karsamstag, an dem eigentlich das Osterfeuer besucht wird, zum Halbmarathon-Tag wurde. Ein „Coronathon“ (Exner) ohne Startgebühren, ohne das ganze Drumherum. Ein paar Familienangehörige waren zum Anfeuern dabei, auch Hahn ließ sich blicken. „Sie hat gesagt: ,Wenn ich euch schon in die Scheiße reinreiße, bade ich es auch aus‘“, verriet Exner lachend über ihre Freundin.

Eine Läuferin sei Hahn aber nicht, erklärte Exner, und so liefen nur sie und Daneke – hinter Danekes Mutter, die auf der 90 Meter langen Runde mit dem Fahrrad vorweg fuhr. 234,5-mal umkreisten die Läuferinnen den Güllepott, um auf die benötigten gut 21 Kilometer zu kommen. Am Ende hielten Danekes Eltern einen Rohrbogen hoch, um den Zieleinlauf zu markieren. Nach zwei Stunden und 16 Minuten passierten ihn die beiden – und erhielten ihre selbst gebastelten Medaillen und Urkunden.

„Wir haben in diesem Jahr eigentlich nur auf zehn Kilometer trainiert, darum waren wir uns nicht sicher, ob wir es schaffen“, sagt Exner: „Am Ende war es dann aber doch recht einfach.“

Das nächste gemeinsame Ziel steht auch schon fest: Der Marathon soll es sein. Dann aber lieber nicht um den Güllepott.  fs

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