Uneinigkeit in Sachen Saisonstart

Corona: Die Handballtrainer des Kreises schwanken zwischen Skepsis und Zuversicht

Andreas Schnichels
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Kann sie Saison durchgespielt werden? Andreas Schnichels, für die Frauen der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf verantwortlich, meint: „Es wird definitiv spannend.“

Wird es endlich mal wieder was mit einer Handballsaison – trotz Corona? Bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen sind sich die Trainer Heiner Thiemann, Mario Mohrland, Mike Owsianowski, Christoph Schweitzer und Andreas Schnichels nicht so ganz einig...

Diepholz – Die Ungewissheit ist groß bei den heimischen Handballvereinen. Zweimal wurde eine Saison zuletzt abgebrochen oder gar nicht erst gestartet. Warum also sollte es dieses Mal anders laufen? Die Hoffnung ruht auf der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet), die langsam aber sicher die Inzidenz-Vorgaben ablöst. Bei vielen Clubs sind die Protagonisten (Spieler und Trainerstab) mittlerweile komplett oder zumindest fast ganz durchgeimpft – eine Garantie ist das allerdings immer noch nicht. Wir haben uns umgehört, wie der Stand bei den Handballteams im Kreis ist und ob die Verantwortlichen tatsächlich mit dem Glauben an eine mal wieder vollständige Saison in die Serie starten.

HSG Hunte-Aue Löwen (Oberliga Männer): Heiner Thiemann will noch nicht so recht glauben, dass seine Mannschaft am 19. September auch wirklich in die neue Saison starten kann. „Ich bin da eher skeptisch“, gesteht der erfahrene Handballtrainer: „Die Inzidenzen steigen ja momentan von Tag zu Tag an.“ Dennoch ist er mit seinen Spielern auf alle Eventualitäten vorbereitet, die HSG befindet sich voll in der Vorbereitung. „Wir haben sie gesplittet. Im ersten Teil haben wir uns auf Grundlagen, Ausdauer und Athletik beschränkt. Danach gab es dreieinhalb Wochen Urlaub für die Jungs. Seit dem 16. August wird viermal die Woche trainiert“, berichtet Thiemann, der sich darüber freut, dass sein Team – einschließlich Stab – durchgeimpft ist: „Das ist zumindest schon mal eine gute Grundlage.“

Auf „50 zu 50“ beziffert Heiner Thiemann, Trainer der Männermannschaft der HSG Hunte-Aue Löwen, die Chancen eines Saisonstarts.

Sollten die Löwen starten können, dürfen sie sich wohl auch über ein paar Zuschauer in der Halle freuen – Voraussetzung ist 3G. Möglich wäre auch, dass der Verein das 2G-Modell heranzieht, erklärt Thiemann – also, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt bekommen. „Das ist noch Zukunftsmusik“, meint der Trainer: „Da müssen wir abwarten, wie sich alles entwickelt. Ich wäre schon froh, wenn der Saisonstart überhaupt stattfindet. Ich sehe die Chance bei 50 zu 50.“

HSG Hunte-Aue Löwen (Landesliga Frauen): Thiemanns Vereinskollege Mario Mohrland gewährt weitere Einblicke in die Zuschauer-Planung. „Ob 2G- oder 3G-Modell – das müssen wir uns noch genau überlegen“, sagt der Frauen-Coach: „Da spielt der rechtliche Aspekt natürlich eine Rolle. Wir tendieren momentan aber ganz klar zu 2G, um einfach noch mehr Blase zu erzeugen.“

In so einer befindet sich seine Mannschaft auch schon fast. 95 Prozent des 18-köpfigen Kaders sind geimpft oder genesen, berichtet Mohrland: „Die Spielerinnen, die noch nicht geimpft sind, kommen aber bald an die Reihe. Wir haben keine Impfverweigerer.“ Derzeit müssen die Akteurinnen, die noch nicht dran waren, fürs Training (dreimal die Woche) und die Freundschaftsspiele negative Tests vorweisen. „Das wird per Liste abgefragt und unterschrieben“, betont der Trainer: „Alles andere können wir uns nicht erlauben.“

Meine Mädels sind im besten Handballalter. Ihnen wird wegen Corona eine Menge geklaut.

Mario Mohrland
Mario Mohrland, Coach der HSG Hunte-Aue Löwen, hofft auf einen geregelten Start und Saisonverlauf.

Alleine schon, weil er die Saison natürlich möglichst durchziehen will. „Ich hoffe, dass wir endlich wieder spielen können“, erklärt Mohrland: „Wenn mir jetzt jemand sagen würde, es gibt noch zwei Jahre Corona, und wir bekommen dadurch keine Spiele hin, dann weiß ich nicht, wie sich meine Mädels in zehn Jahren fühlen, wenn es dann wieder einen normalen Spielbetrieb gibt und sie zurückschauen. Sie stehen in der Blüte ihres Sportlerlebens, können aber nicht auf die Platte, weil Corona ist.“

Um dieses Szenario zu verhindern, glaubt der Damen-Coach an das 2G-Modell. „Wir wollen den Ligabetrieb so lange wie möglich aufrecht erhalten. Am ehesten geht das mit 2G, wenn man es mit Sinn und Verstand betrachtet“, findet er: „Ich glaube, dass der Verband das auch irgendwann einfordern wird.“

HSG Stuhr (Landesliga Männer): Möglich wäre es, wenn die Zahlen wieder deutlich ansteigen. Daran glaube Mike Owsianowski aber nicht unbedingt. „Mittlerweile sind ja so viele Leute durchgeimpft beziehungsweise genesen, darum gibt es da, denke ich, nicht so viel zu befürchten“, glaubt der Stuhrer Trainer. Seine Mannschaft spiegelt die Meinung wider, sowohl Spieler als auch Stab haben sich dem Piks mittlerweile komplett gestellt.

Entsprechend wurde bei Freundschaftsspielen nicht viel getestet, „die Inzidenzen waren bisher so niedrig, dass wir das nicht brauchten“, erklärt „Owo“, Hygienemaßnahmen seien aber natürlich trotzdem getroffen worden.

Mike Owsianowski, Coach der HSG Stuhr, ist guter Dinge, die Spielzeit beenden zu können.

Beim Thema Zuschauer geht der Stuhrer von 3G aus, „wir haben ein Konzept, ganz genau sagen, wie es ausschaut“, könne er aber noch nicht. Eventuell müssten die Besucher während der Saison – zumindest eingeschränkt – passen, ansonsten sei er aber guter Dinge, dass die Serie gestartet und auch abgeschlossen werden kann, meint Owsianowski: „In die Glaskugel gucken kann ich natürlich nicht. Aber ich hoffe es.“

HSG Phoenix (Landesklasse Männer): Auch Christoph Schweitzer ist eher ein Mensch optimistischerer Natur, er hätte gerne den „Regelbetrieb“ zurück: „Ich fände es wichtig und hoffe darauf.“ Zumindest mal würde er gerne wieder anfangen. „Ich vermag nicht zu beurteilen, ob wir dann auch zu Ende spielen können“, meint der Phoenix-Trainer: „Aber ich glaube nicht, dass die Saison komplett ausgesetzt werden wird. Vielleicht gibt es eine Pause, wenn die Inzidenzen hochgehen, aber ein Abbruch ist, glaube ich, nur die absolute Notlösung und wird so weit wie möglich nach hinten geschoben werden.“

Ich bin kein Virologe, aber als optimistischer Mensch gehe ich jetzt einfach davon aus, dass die Saison erst mal so steigen kann.

Christoph Schweitzer
Christoph Schweitzer, Trainer der HSG Phoenix, blickt positiv in die Zukunft.

Seine Spieler und der Stab sind ebenfalls bereits komplett durchgeimpft, und Schweitzer freut sich auf den Start. „Die Jungs sind jetzt seit knapp zwei Jahren nur in der Vorbereitung und wollen endlich mal wieder Handball spielen“, berichtet er. Ob vor Zuschauern und wenn ja vor wie vielen – Schweitzer meint: abwarten. „Wir haben die Luca-App zur Nachverfolgung für die Halle“, sagt er: „Aber das wird dann ja auch erst für die Pflichtspiele interessant.“ Bei den bisherigen Freundschaftspartien – auch die Gegner waren geimpft, genesen oder getestet – habe das Thema ohnehin noch keine Rolle gespielt.

HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf (Landesklasse Frauen): Die ersten Vorbereitungsduelle – ohne Testpflicht, aber mit Schnelltests als Vorsichtsmaßnahmen – hat auch die HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf bereits hinter sich, die Frauenmannschaft wäre auf einen möglichen Saisonstart vorbereitet. „Seitdem die Hallen wieder offen sind, trainieren wir zweimal die Woche. Bisher bin ich sehr zufrieden, alle ziehen gut mit“, betont Trainer Andreas Schnichels: „Auch vor jedem Training müssen sich meine Spielerinnen testen lassen.“ Von seinen 16 Akteurinnen sind 15 vollständig geimpft beziehungsweise genesen.

Schnichels und Co. hoffen auf die Politik

Das 3G-Modell hält Schnichels für eine gute Sache, mit Blick auf die Zuschauer sowieso. Er könne sich vorstellen, dass von den gut 600 Besuchern, die in die Halle passen würden, am Ende 50 Platz nehmen dürfen. Bei diesem Thema hofft Schnichels auf „die Politik“.

Ähnlich sieht er es beim Thema Saisonstart an sich. Der Trainer ist sich zwar sicher, dass die Serie zunächst wie geplant starten kann, „nur unter welchen Bedingungen, ist zu klären“, betont er und blickt voraus: „Es wird definitiv spannend . . .“

Corona-Bestimmungen: Ab Warnstufe 1: Sport in geschlossenen Räumen nur noch mit 3G-Regel

1. Die Sportausübung in geschlossenen Räumen ist möglich, Sportvereine haben allerdings weiterhin ein Hygienekonzept vorzuhalten. Bei Feststellung von mindestens der Warnstufe 1 (zum Beispiel Überschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 35) ist die Sportausübung nur noch für geimpfte, genesene und negativ getestete Personen möglich (3G-Regel). Die Betreiber der Sportanlagen haben einen entsprechenden Nachweis aktiv einzufordern.

2. Die Nutzung von Umkleideräumen und Duschen ist im Fall von mindestens der Warnstufe 1 ebenfalls lediglich für die vorgenannten Personengruppen (3G-Regel) möglich.

3. Es wird empfohlen, generell beim Sporttreiben 3G anzuwenden – auch dann, wenn die Warnstufe 1 noch nicht überschritten ist.

4. Grundsätzlich sind Zuschauer bei Sportveranstaltungen mit Einschränkungen erlaubt.

Quelle: niedersachsen.de

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