Speer gewechselt und schon klappt es mit DM-Silber / Christin Bormann mit Bestleistung Vierte

Cordes besiegt auch den Gegenwind

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Christin Bormann legt in ihren letzten Versuch alles rein, stößt Bestleistung und wird damit DM-Vierte. ·

Kreis-Diepholz - Von Gerd TöbelmannROSTOCK · Mit teilweise hervorragenden Leistungen kehrten die Vertreter des Kreises Diepholz von den Deutschen Leichtathletik Meisterschaften der Jugend in Rostock zurück. Allen voran Tim Cordes (18) vom TSV Asendorf, der in der Altersklasse U 20 den Speer auf 64,18 Meter warf und damit die Silbermedaille errang. Vierte mit der Kugel der AK U 20 wurde seine Vereinskollegin Christin Bormann (19). Asendorfs Dreispringer Louis Knüpling (19/U 20) wurde Zehnter.

Einen seiner besten Wettkämpfe überhaupt legte Tim Cordes hin. Klar, mit 62,74 Metern war er als Siebter gemeldet und rechnet sich dadurch Chancen aus, den Endkampf der bestern acht Werfer zu erreichen. Doch bei Meisterschaften gingen ihm ab und an schon mal die Nerven etwas durch. Das war gestern Vomittag an der heißen Ostseeküste nicht der Fall. „Ich habe Tim selten so locker gesehen. Endlich hat er mal bei einer Meisterschaft sein ganzes Potenzial abgerufen“, freute sich Trainerin Ute Schröder.

Bis jedoch die Silbermedaille eingetütet war, war es ein hartes Stück Arbeit für den 18-Jährigen. „Besonders der starke Gegenwind hat mir zu schaffen gemacht“, erklärte Cordes. Tja, bei einem Wettkampf dicht am Meer kann das schon mal vorkommen. Da war es gut, dass die Trainerin mit vor Ort war und noch während des Wettkampfes Tipps geben konnte. Man kennt das ja aus dem TV von den großen

Trainerin Ute Schröder

gibt die richtigen Tipps

Wettkämpfen. Die Athleten rennen an den Rand des Stadions, wo schon die Trainer mit mehr oder minder eindeutigen Gesten noch Einfluss nehmen wollen. Im Falle Schröder/Cordes war das recht einfach. „Ich habe Tim einfach vor dem letzten Versuch gesagt, dass er bei diesem Gegenwind noch mal einen anderen Speer nehmen soll.“

Und das schlug so richtig ein. Cordes knallte das Sportgerät auf seine persönliche Saisonbestleistung von 64,18 Metern und durfte sich wenig später als Silbermedaillengewinner feiern lassen. Der Titel ging mit 65,75 m an Mike Rasch (LC Cottbus).

Ebenfalls sehr zufrieden war Teamkollegin Christin Bormann, die als Fünfte gemeldet war, aber zuletzt über Probleme an ihrer linken Wurfhand klagte. „Christin hat sich vor dem Wettkampf noch behandeln lassen und dann die Zähne zusammengebissen“, erklärte Trainerin Ute Schröder.

Und dieser Einsatz hat sich gelohnt, denn in ihrem letzten Versuch haute die 19-Jährige noch einmal richtig einen raus. Die Kugel landete bei 14,29 Metern – so weit hatte Bormann noch nie in ihrem Leben gestoßen. Dass ihr am Ende nur 24 Zentimeter zu Bronze fehlten, konnte die junge Asendorferin gut verkraften. „Technisch war das heute ein sehr guter Wettkampf. Ich habe wegen meiner Handverletzung nicht unbedingt damit gerechnet, Bestleistung zu stoßen“, freute sich Bormann. Und Schröder ergänzte: „Die vor ihr liegenden Athletinnen können viel öfter trainieren. Das wertet Christins vierten Platz noch auf.“

Nicht in den Endkampf schaffte es Dreispringer Louis Knüpling. Der 19-Jährige Asendorfer brachte es auf 14,04 Meter und wurde damit in einem starken Feld Zehnter. „Irgendwie fehlte Louis die Lockerheit. Vielleicht wollte er es zu gut machen“, meinte seine Trainerin Ute Schröder nach dem Wettkampf.

Das Aus im Vorlauf kam auch für die 4x100-Meter-Sprintstaffel (U 18) der StG Hansa-Brinkum-Asendorf. In der Besetzung Nils Rudow, Niclas Witt, Nico Perdigao und Nicolas Walter langte es für das Quartett in 45,18 Sekunden nur zum sechsten und letzten Platz in ihrem Lauf. Dennoch waren die Jungs froh, überhaupt einmal DM-Luft geschnuppert zu haben.

Die für den VfL Löningen startende Kirchdorferin Mailin Schäfer überzeugte dagegen auf der ganzen Linie, denn sie erreichte immerhin über 400 Meter das A-Finale in der Altersklasse U 18 und belegte im Endlauf mit 57,10 Sekunden den achten Rang.

Mehrkämpfer Niklas Ole Fugel (Hannover 96/früher Jahn Brinkum) startete über 110 Meter Hürden, wurde dort jedoch in 15,05 Sekunden Letzter seines Vorlaufes.

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