Vereine können sich bis morgen zu geplantem „Einfrieren“ der Saison äußern

Die Clubs haben das letzte Wort

Ein Bild aus angenehmeren Tagen: Fußballkreis-Chef Andreas Henze (stehend) würde lieber wieder von Angesicht zu Angesicht mit den Aktiven der Clubs aus seinem „Revier“ sprechen – wie hier bei der Pokalauslosung vor knapp zehn Monaten. Zurzeit diskutiert er aber vom Büro aus über mögliche Szenarien nach der Corona-Krise. Archivfoto: Krüger

Diepholz - Von Cord Krüger. Zwischen vielen Telefonaten und E-Mails wagte sich Andreas Henze gestern doch mal für eine kurze Tour aufs Fahrrad. Danach beantwortete der Vorsitzende des Fußballkreises Diepholz weiter die Einwände und oft ausführlich durchdachten Anregungen der Vereine zu dem Vorschlag, der seit Freitagabend auf dem Tisch liegt (wir berichteten): Darin regt der Niedersächsische Fußballverband (NFV) ein „Einfrieren“ der wegen des Coronavirus unterbrochenen Saison bis in den Frühherbst an. Die Verantwortlichen in Barsinghausen hoffen darauf, dass die Teams von der Oberliga bis zur 5. Kreisklasse ihre noch ausstehenden Spiele ab 15. August oder 1. September austragen können.

Ob die Bundes- und Landespolitiker bis dahin ihre Kontaktbeschränkungen gelockert haben und Mannschaftssport erlauben? Spekulativ. Fest steht aber bereits, dass Eingefrorenes und wieder Aufgetautes nicht allen Aktiven an der Basis schmeckt. Bisher erntete Henze aus Reihen der Clubs in seinem Gebiet etwa genau so viel Ablehnung wie Zustimmung auf die Verbands-Idee. Doch er freut sich über die Diskussionen per elektronischer Post und Telefonhörer: „Ich bin für jede Antwort dankbar“, sagt der Mann, der wie die übrigen 32 Kreisvorsitzenden des Landes in der Videokonferenz am Freitag die Ansage bekam, jenen Vorschlag allen Vereinen zu unterbreiten. Bis morgen können die Vereinsvertreter per Mail an ihn zustimmen oder ablehnen. Henze räumt ein, „dass es sich dabei nicht um eine Abstimmung handelt“. Gleichwohl stellt er klar: „Sollte die Ablehnung eindeutig ausfallen, will sich der Verband eine andere Möglichkeit einfallen lassen. Rein rechtlich könnte er sagen: Wir machen das jetzt so – und basta. Die einhellige Meinung am Freitag war aber, dass dies keinen Sinn machen würde. Wir müssen die Vereine mitnehmen.“

Den Diepholzer Fußball-Chef hat die jetzt angedachte Strategie überzeugt: Demnach plant der NFV ab 15. August oder 1. September den „Wiederanpfiff“ und einen Abschluss der jetzigen Saison bis Ende November – wenn die Vorschriften und die Witterung es zulassen. Sollten die restlichen Partien bis dahin über die Bühne gehen, wäre eine „verkürzte Saison“ ab Februar oder März bis zum Sommer möglich. Im Klartext: ausschließlich Hinspiele, aber keine Rückserie, also eine „Saison 2021“. „Das wurde während der Videokonferenz angedacht“, berichtet Henze, „es herrschte jedoch die Meinung vor, erst mal diese Serie zu Ende zu bringen.“

Die zweite Alternative: Das Restprogramm der aktuellen Serie würde bis Frühjahr 2021 absolviert, eine Saison 2020/21 gäbe es somit gar nicht, und es ginge nach der dann wieder „normalen“ Sommerpause mit der Spielzeit 2021/22 weiter. „Wenn die Politik also beschließen sollte, dass im August oder September noch kein Amateurfußball gespielt werden darf, bleibt dieser Vorschlag trotzdem umsetzbar“, nennt Henze den Vorteil. Jetzt schon mit einer neuen Saison 2020/21 ab Sommer zu planen, ohne die weiteren Folgen der Pandemie zu kennen, „würde uns zeitlich sehr unter Druck setzen“.

Viele Clubs haben ihre Planungen für die neue Spielzeit – vor allem personell – aber schon weitgehend abgeschlossen, fürchten einerseits Abgänge während der Zwangspause, müssen andererseits jedoch noch auf ihre Neuzugänge warten. Natürlich erreichten Henze daher auch Appelle, die Saison abzubrechen – mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger. So, wie es vor Ostern der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) entschieden habe. Die dann aufgestockten Ligen sieht Henze für den Fußball allerdings heikel: „Die Handballer als Hallensportler können auf zwei oder vier zusätzliche Spieltage pro Liga flexibler reagieren und quasi durchspielen. Aber wir sind vom Wetter abhängig.“

Zudem überwog die Skepsis hinsichtlich der für diesen Sommer gestrichenen Wechselfrist. Das „Transferfenster“ würde sich erst nach Abschluss der Saison wieder öffnen. Henze erreichten dazu Aussagen wie „Falls ich im Sommer nicht wechseln darf, höre ich komplett mit dem Fußball auf.“ Doch die Realität dürfte deutlich reibungsloser aussehen: Bei einvernehmlichen Wechseln eines Spielers schon vorher ist laut NFV die Variante wie bei Wintertransfers denkbar – also unproblematisch bei einer Einigung des abgebenden und aufnehmenden Clubs.

Im Jugendbereich sehen die Planungen vor, dass die Teams ihre Saison mit den Akteuren beenden, mit denen sie auch begonnen haben – ungeachtet der Tatsache, dass etwa A-Junioren dann schon im Herrenalter und sie in den anderen Teams bereits verplant wären. „Aber das müssen die Vereine selbst regeln“, meint Henze: „Jedem Fußballer ab 18 Jahren steht frei, wo er spielen will. Er darf dann also schon bei den Männern spielen – wie bisher.“

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