Mit Dörverdener Team gelingt dem Martfelder starker Einstand in DMSB-Rallye-Cup

Christian Lemke träumt von einer großen Karriere

Auf dem Weg zum gelungenen Debüt: Christian Lemke mit Beifahrer Jan-Eric Bammann im Opel Adam R2. Bei der Werra-Meissner-Rallye belegte das Team Platz fünf. Foto: Team Lemke

Dörverden - Von Ulf Von Der Eltz. Der Einstieg in den Motorsport lief wie bei fast allen: Mit fünf Jahren fuhr Christian Lemke seinen ersten Kart-Slalom. „Ein Kindergartenfreund hatte mich mit an die Strecke genommen, mein Interesse war sofort geweckt“, erinnert sich der Martfelder. In diesem März legte der 19-Jährige mit seinem Dörverdener Ralley-Team ein verheißungsvolles Debüt in den Rallye-Cup der Region Nord beim Deutschen Motorsportbund (DMSB) hin. Dass damit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein soll, verdeutlicht Lemke: „Natürlich träume ich von einer großen Karriere, möchte mich in Deutschland präsentieren und erfolgreich sein. Denn Rallye ist meine Leidenschaft. Wenn es auch schwierig sein wird, davon leben zu können. Das schaffen die wenigsten.“

In erster Linie die Geschwindigkeit mache den Reiz aus. Für Lemke übt aber auch ein weiterer Aspekt Faszination aus: „Es gibt drei Komponenten – Fahrer, Beifahrer, Auto. Alle drei in perfekte Harmonie zu bringen und dann die Kontrolle zu behalten, ist schon ein besonderes Glücksgefühl.“

Die ersten Pflöcke für eine erfolgreiche Laufbahn sind schon eingeschlagen. Denn parallel zum DMSB-Rallye-Cup mit Wertungsprüfungen bis zu 70 Kilometer – „das ist quasi die 2. Bundesliga“ – nimmt der Auszubildende zum Mechatroniker ab Mitte des Jahres sowohl an der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) mit Prüfungen bis zu 150 Kilometer – „quasi die 1. Bundesliga“ – als auch am weltweit ersten E-Rallye-Cup für voll elektrische Autos mit einem Opel Corsa E teil. Dort darf er eines von 18 bis 20 geplanten Fahrzeugen lenken. Besonders freut er sich auf die Rallye Deutschland (15. bis 18. Oktober) in Trier.

Den zusätzlichen Aufwand nimmt der 19-Jährige gerne in Kauf, denn die Maxime in diesem Stadium der Laufbahn lautet ganz klar: „Du musst Kilometer machen, so viele Kilometer wie möglich.“ Kaum zu zählende hat Lemke bereits hinter sich, in seiner Kindheit war er siebenmal in Folge Weser-Ems-Meister im Kart, 2010 als Höhepunkt Norddeutscher Meister. Der Grundstein zum Wechsel in den Rallye-Sport wurde mit einem besonderen Präsent gelegt: „Mein Konfirmationsgeschenk war eine Einladung zu einer Rallye, dort hat mich die Faszination gepackt.“ Mit 14 Jahren wurde er als Schrauber ins Team aufgenommen, lernte den technischen Part von der Pike auf.

Danach nahm Lemke mit

15 als Beifahrer im Rallye-Boliden Platz. Die „Beförderung“ zum Fahrer folgte praktisch mit dem 18. Geburtstag.

Nun also ist der erfolgreiche Schritt in den DMSB-Rallye-Cup gelungen. Mit Beifahrer Jan-Eric Bemmann (20) steuerte Lemke den 1030 Kilogramm schweren Adam R2 von Opel bei der Werra-Meißner-Rallye bei Sontra in Nordhessen auf den fünften Gesamtplatz. Ihre Klasse entschieden sie mit einem Vorsprung von mehr als sieben Minuten für sich – ein optimaler Verlauf.

„Das Gefühl für das Auto sowie das Zusammenspiel zwischen Jan und mir stimmten auf Anhieb. Nach den neun Wertungsprüfungen war es ein super-erfolgreiches Rennen, wir sind stolz auf unsere Leistung“, berichtet Lemke – nicht den Dank an alle Partner vergessend. Gestartet war das Duo als Förderteam des ADAC Weser-Ems, von dem Lemke im vergangenen Jahr Nachwuchsförderung erhielt und der ihn im Hintergrund mit Know-how und dem nötigen Geld unterstützt.

Sein Adam R2 ist kein serienmäßiges Auto: „Er wurde eigens für den Motorsport entwickelt, hat zum Beispiel ein sequenzielles Getriebe. Das heißt, man muss nur beim Anfahren kuppeln und kann denn die Gänge frei wechseln, was unheimlich viel Zeit spart.“ Zwischen 190 und 200 PS bringt der Renner auf die Straße. In der Serie regelt der DMSB die komplette Wettbewerbs-Gestaltung und achtet auf alles, was mit dem Rallye-Sport in Zusammenhang steht – bis hin zur Erfüllung sämtlicher Auflagen.

Pech für Lemke/Bemmann, dass sie nach diesem glänzenden Auftakt gleich wieder ausgebremst werden. Denn im Zuge der Veranstaltungs-Absagen wegen des Coronavirus’ wurde die für kommendes Wochenende angesetzte 29. ADAC-Rallye „Buten un’ Binnen“ der Rallye-Gemeinschaft AMC Asendorf und AC Verden ebenfalls aus dem Programm genommen.

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