Startnummer 8

Carmen Rohlfs (Triathlon)

Gleich bei ihrem ersten Ironman legte Carmen Rohlfs in Barcelona eine tolle Leistung hin – auch wenn es auf der Radstrecke am Ende hart wurde. Foto: Privat

Stuhr - Von Felix Schlickmann. 2014 war es noch ein Ziel, ein Wunsch – 2018 plötzlich Realität. „Wow, wie cool! Das will ich auch machen“, gewährt Carmen Rohlfs einen Einblick in ihre Gedanken von damals.

Vor knapp vier Jahren war die Tri-Wölfin des LC Hansa Stuhr in Nizza. Dort sah sie live den Ironman, fuhr Teile der Fahrradstrecke selbst. Dabei war sie „total hin und weg“, und in ihr reifte der Gedanke, selbst mal einen solchen Triathlon mit 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen zu absolvieren. Gedacht, getan! Und das sogar am 7. Oktober, ihrem 30. Geburtstag, in Barcelona.

Zumindest offiziell findet die Veranstaltung in der spanischen Metropole statt. Inoffiziell spielt sich vieles an der Küste ab. „Das ist teils schön, aber viel vom Meer sieht man eigentlich nicht“, beschreibt Rohlfs. Letztlich ist der Veranstaltungsort ohnehin nur zweitrangig, lediglich die Witterung hat Einfluss auf die Athleten. So auch in Barcelona. „Es war die Tage vorher sehr schönes Wetter, und ausgerechnet am Wettkampftag waren dann Schauer angesagt“, erklärt die 30-Jährige. Zu ohnehin frischen Temperaturen gesellten sich dann Windböen und eine dementsprechend sehr raue See.

Und das hatte großen Einfluss auf Teil eins von drei des Triathlons. Denn nach dem Sprung ins Wasser stellte Rohlfs schnell fest, dass ihr der Wind helfen sollte – zumindest für die Hälfte der 3,8 zu bewältigenden Kilometer. „Bis zum Wendepunkt haben mich die Wellen ziemlich mitgespült, dadurch bin ich super schnell geschwommen“, berichtet der Triathlon-Neuling und fügt lachend hinzu: „Am Anfang dachte ich mir: ,Oh Mist, das wird ja eine Katastrophe auf dem Rückweg.‘“ Doch so schlimm wurde es gar nicht, auch diesen bewältigte sie relativ problemlos.

Das blieb danach auch auf dem Rad so. Zwar haben nach 150 Kilometern die „Schultern und der Hintern leicht angefangen, weh zu tun“. Dennoch lag die größte Herausforderung noch auf der Strecke.

Zunächst fand Rohlfs auch das Laufen „sehr entspannt“. Doch das änderte sich: „Nach 17 Kilometern haben sich meine Beine angefühlt wie Blei, nach 25 wie Betonklötze. Ich habe mir einfach nur noch gedacht: ,Halt’ bloß nicht an!‘“ Und sie hielt nicht an, überquerte nach insgesamt elf Stunden, 49 Minuten und zwei Sekunden die Ziellinie. Deutlich früher als sie erwartete: „Im besten Fall hatte ich mit 12:30 Stunden gerechnet.“

Die 30-Jährige beschenkte sich zum Geburtstag also nicht nur mit dem Start beim Ironman, sondern überraschte sich sogar mit dem Ergebnis. Da wurde der Tribut, den ihr Körper im Anschluss zahlen musste, zur Nebensache. „Ich konnte drei Tage nicht laufen. Ich bin froh, dass mich mein Mann Huckepack getragen hat“, lacht Rohlfs: „Nach einer Woche habe ich dann langsam wieder angefangen, Sport zu machen.“

Für einen weiteren Ironman trainiert sie derzeit noch nicht. Damit geht es erst im Frühjahr los. Dann vermutlich (wie vor Barcelona) nach einem teils selbst geschriebenen Trainingstagebuch. Arbeiten will sie dabei vor allem an ihrer Geschwindigkeit. Doch bis es so weit ist, geht es weiter, wie es vor dem Triathlon war: „Ich gehe klettern, fahre Ski oder Snowboard, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ich mache eben das, worauf ich gerade Bock habe.“ Und das lässt sich am besten in einem Begriff zusammenfassen: Sport.

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