Sascha Otten und Svend Kafemann treffen sich vor Bezirksliga-Topspiel zum verbalen Schlagabtausch

Captain's Dinner mit Musik

Angriffslustig: Sascha Otten (links), Kapitän der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, und Svend Kafemann, Spielführer des FC Sulingen, standen sich schon vor dem Anpfiff des Topspiels Auge in Auge gegenüber. ·
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Angriffslustig: Sascha Otten (links), Kapitän der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, und Svend Kafemann, Spielführer des FC Sulingen, standen sich schon vor dem Anpfiff des Topspiels Auge in Auge gegenüber. ·

Seckenhausen - Von Arne FlüggeErster gegen Zweiter – da geht es um Ehre, Prestige, große Ziele und die Tabellenspitze. Wenn die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst am Sonntag (14.00 Uhr) im Topspiel der Fußball-Bezirksliga Verfolger FC Sulingen empfängt, stehen aber auch die beiden Kapitäne im Brennpunkt. Wir brachten Sascha Otten (27) von der TSG und Svend Kafemann (23) vom FC Sulingen vorab zum Captain's Dinner an einen Tisch. Doch statt Lachs und Creme Brulee gab’s gepfefferte Kampfansagen und bitter-süße Spitzen.

Meine Herren, wie heiß sind Sie auf dieses Spiel?

Svend Kafemann:Unheimlich. Es geht um die Tabellenführung. Da kann man nur glühen. Und wir werden die entscheidenden Fehler des Gegners ausnutzen. Deswegen gewinnen wir.

Sascha Otten: Nichts da. Wir sind vorn, spielen zu Hause und wollen uns nichts klauen lassen. Das kitzelt schon. Wer da nicht heiß ist, der hat auf dem Platz nichts zu suchen. Wir sind geil auf diesen Sieg.

Wie macht sich das innerhalb der Mannschaft bemerkbar?

Otten:Es geht im Training richtig zur Sache, denn jeder will unbedingt dabei sein. Du zählst jeden Tag, dass es endlich losgeht. Wir können den Anpfiff kaum erwarten.

Kafemann: Uns geht’s genauso. Jeder will sich beweisen. Es herrscht Begeisterung, eine positive Anspannung.

Was bedeutet es für Sie, Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga zu sein – oder zu werden?

Kafemann:Ziemlich viel, denn vor der Saison war nicht unbedingt damit zu rechnen gewesen. Dadurch hat die Tabellenführung für uns einen sehr hohen Wert. Und deswegen geben wir uns mit einem Unentschieden auch nicht zufrieden.

Otten: Wir genießen es seit Wochen, ganz oben zu stehen. Und dieses Gefühl wollen wir behalten. Wir haben zuletzt die Big Points ausgelassen, um uns noch weiter abzusetzen. Die anderen sitzen uns jetzt im Nacken. Damit muss jetzt Schluss sein. Nur ein Sieg zählt.

Das Hinspiel hat der FC Sulingen daheim mit 2:4 verloren – gibt’s da noch Revanchegelüste, Svend?

Kafemann:Mit Sicherheit. Und wir werden nicht zwei Mal gegen Seckenhausen verlieren, ganz sicher.

Otten: Svend, ich muss dir leider sagen, dass wir die drei Punkte holen – und dann habt ihr doch zwei Mal gegen uns verloren. Schade für euch.

Kafemann:Abwarten, mein Lieber!

Otten:Klar wird’s nicht einfach. Ich rechne mit einem Kampf bis zur letzten Minute. Da wird sich nichts geschenkt. Da kann ein Fehler entscheiden.

Im Hinspiel soll es ziemlich hart zur Sache gegangen sein.

Kafemann (grinst):Das weiß ich schon gar nicht mehr . . . Klar, die Spiele gegen Seckenhausen waren schon immer kampfbetont. Aber das macht ja auch Spaß.

Otten: Es gibt immer die eine oder andere strittige Szene oder einen Aufreger, aber das ist in solchen Spielen so. Wichtig ist, dass man sich nach 90 Minuten noch auf dem Platz die Hand gibt. Es geht um viel, die Emotionen kochen schon bei Kleinigkeiten hoch. Und in solchen Spielen musst du schon mal in den ersten Aktionen gleich ein Zeichen setzen.

Kafemann:Und genau das werden wir tun. Es muss zur Sache gehen. Ansonsten läuft etwas falsch.

Beide Mannschaften haben zuletzt verloren. Eine zusätzliche Motivation für das Topspiel, es jetzt besser zu machen?

Otten:Natürlich, und für uns gilt das noch mehr als für Sulingen. Ich will nicht vom Spiel des Jahres sprechen, aber die Partie ist richtungsweisend. Sie wird zeigen, wohin der Weg geht. Im Fußball spielt sich viel im Kopf ab. Noch eine Niederlage, und gerade unsere junge Mannschaft könnte in eine Negativspirale geraten. Aber das werden wir verhindern.

Kafemann:Wir gehen mit großer Wut in das Spiel. Denn nach dem 3:4 zuletzt gegen Wietzen haben wir uns maßlos geärgert, weil wir so viele Chancen versiebt haben. Wir werden diese Wut ins Spiel gegen Seckenhausen transportieren und in positive Energie umwandeln.

Topsiele halten oft nicht, was sie versprechen. Siehe zuletzt das 0:0 im Sulinger Derby. Was wollen Sie unternehmen, damit diese Partie kein Langweiler wird?

Kafemann:Im Derby gegen den TuS Sulingen hatten beide Mannschaften viel zu viel Schiss, einen Fehler zu machen. Das wird diesmal anders sein. Seckenhausen ist ziemlich offensivstark, und auch unser Plus liegt im Angriff. Da wird’s schon hoch hergehen.

Otten: Wobei ich nicht glaube, dass beide Mannschaften sofort ihr Visier hochklappen werden. Die Gefahr, sich gleich einen einzufangen, ist einfach zu groß. Mit der Zeit dürften sich diese taktischen Fesseln aber lösen. Das haben wir ja beim 4:2 im Hinspiel gesehen.

Sascha, Sie haben bislang acht Saisontore erzielt, wurden jetzt aber aufgrund personeller Not zum Verteidiger umfunktioniert. Sind Sie zufrieden mit dieser Rolle?

Otten:Ich bin wie jeder andere ein Mannschaftsspieler und muss meine persönlichen Wünsche hinten anstellen. Ich spiele da, wo ich gebraucht werde, wo ich der Mannschaft am meisten helfen kann. Natürlich fühle ich mich im defensiven Mittelfeld wohler. Aber es ist ja auch nicht verboten, dass ich mich als Verteidiger mit nach vorn einschalte.

Svend, Sie haben als Stürmer bisher zwölf Mal getroffen und sich mit zuletzt drei Toren gegen Wietzen für dieses Spitzenspiel warmgeschossen. Die Topform zur rechten Zeit?

Kafemann:Das will ich hoffen. Ich hatte lange Zeit eine Flaute, dann habe ich gegen Drakenburg zwei Mal getroffen, gegen Wietzen drei Mal – so darf’s jetzt weitergehen . . .

Otten: Gegen uns wird dieser Lauf aufhören.

Kafemann: Mit Sicherheit nicht. Wenn ich eine Serie hatte, dann hat sie immer ziemlich lange angehalten. Und ich werde auch gegen euch wieder treffen.

Otten: Nein, denn ich habe ja die Möglichkeit, das zu verhindern.

Schließlich werden sich die Wege des Innenverteidgers Otten und des Stürmers Kafemann ständig kreuzen. Wer gewinnt das Duell der Kapitäne?

Kafemann:Ich, denn wie gesagt, werde ich ja ein Tor schießen.

Otten: Und ich gönne dir das Tor auch, Svend. Ich kann damit leben. Nur schade für dich, dass wir 2:1 gewinnen. Und am Besten erziele ich dann noch den Siegtreffer.

Gibt’s auf dem Platz dann auch mal ’nen Spruch?

Otten:Im Spiel geht’s hoch her, und wir sind beide Spieler, die vom Zweikampf leben. Da werden wir schon das eine oder andere Mal aufeinanderprallen. Und dass wir uns dann keine warmen Worte zuwerfen, ist auch klar. Wichtig ist aber, wie gesagt, sich anschließend noch in die Augen schauen zu können.

Kafemann: Und wenn wir das nicht könnten, würden wir hier jetzt nicht sitzen. Letzte Saison sind wir mal ziemlich aneinander geraten. Das kann sich wiederholen. Da standen wir nach einem Zweikampf Nase an Nase auch dem Platz – und ich bin mit Gelb-Rot runter geflogen.

Otten (schmunzelt): Dann wollen wir mal hoffen, das wir diesmal beide die 90 Minuten überleben . . .

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