Kira Simon: Erst hasste sie das Schießen, jetzt ist es ihre Leidenschaft

Die Bundesliga bleibt im Blickfeld

Hat klare Ziele vor Augen – sowohl sportlich als auch beruflich: Schützin Kira Simon. FOTO: SIMON

Bremen/Barenburg - Von Felix Schlickmann. Plötzlich bricht sie in Tränen aus. Dabei wollte ihr Vater seinem kleinen Mädchen doch nur etwas Gutes tun, sie mit seinem Herzenssport vertraut machen. Doch sie hat keinen Spaß am Schießen. Weil sie keinen Erfolg hat. Und das frustriert sie so sehr, dass sie eigentlich direkt wieder aufhören will. Doch dann packt sie der Ehrgeiz. Sie fuchst sich hinein, wird von Mal zu Mal besser. Und siehe da, fünf Jahre später wird sie plötzlich entdeckt, weitere zwei Jahre darauf schießt sie in der 2. Bundesliga. Aus einem schwierigen Start ist für Kira Simon etwas Wunderbares entstanden.

Die heute 20-Jährige ist längst in das Schießen hineingewachsen, sie repäsentiert „ihren“ Sport gar als Jugensprecherin des Nordwestdeutschen Schützenbundes, entwickelt mit ihren Mitstreiterinnen zum Beispiel Kampagnen oder betreut Meisterschaften („Das nimmt viel Zeit in Anspruch, lohnt sich aber“). Danach sah es ganz zu Beginn nicht im Ansatz aus. „Mein Papa hat trainiert und mich mitgenommen, als ich acht Jahre alt war“, erzählt Simon: „Ich habe es gehasst, immer geweint, weil ich nichts getroffen habe.“

Aufhalten konnte sie aber auch das nicht, ihr enormer Ehrgeiz, der Fluch wie Segen sein kann („Ich bin schnell angefressen und will es besser machen – das wirkt sich mal positiv und mal negativ aus“), hielt sie bei der Stange. Außerdem sei Schießen letztendlich „einfach nur Übungssache“, betont Simon.

Bis zu ihrem 13. Lebensjahr schoss die Barenburgerin, zu dem Zeitpunkt für den SV Barenburg aktiv, mit der Luftpistole unter dem Radar, dann wurde jemand bei einer Sichtung auf sie aufmerksam. Ihren Verein musste sie zwar wechseln (Barenburg war aus dem Schützenbund ausgetreten), doch beim SV Strange-Buchhorst ging der Aufstieg unentwegt weiter. Auch der Austritt aus dem Landeskader 2017 „aus persönlichen Gründen“ und das damit verbundene halbe Jahr Pause schadete ihrem Können nicht: Sie fing wieder an, war gleich wieder auf hohem Niveau, und plötzlich schoss sie in der 2. Bundesliga für den SV Haendorf.

Derzeit ruht der Betrieb bei Simon allerdings etwas, sie hat „keine Zeit“ für einen persönlichen Trainer – es würde sich schlicht nicht lohnen. Sie trainiert nur noch an den Wochenenden für sich selbst, wenn sie „zu Hause bei meinen Eltern in Barenburg“ ist, erzählt sie: „Unter der Woche bin ich in Bremen, mache eine Ausbildung zur Mediengestalterin.“ Dort versucht sie sich fit zu halten, macht „fast täglich“ Sport, ist viel im Fitnessstudio.

Derzeit ist das allerdings nicht möglich, das Coronavirus trifft auch Simon – sowohl Bremen als auch in Barenburg. „Das Studio ist geschlossen, ich habe eine App, um in der Wohnung etwas machen zu können“, sagt sie: „Auch der Schießstand ist dicht.“ Der Aufstiegswettkampf in die Landesverbandsliga mit Haendorf, der am 22. März hätte stattfinden sollen, musste ebenfalls verlegt werden, ein neuer Termin steht noch nicht fest. „Das Thema Corona ist schwierig zu realisieren“, findet Simon, die aber versucht, sich damit zu arrangieren: „Wenn ich im Haus bleiben kann, bleibe ich im Haus und versuche, soziale Kontakte zu vermeiden.“

Das geht nur nicht, wenn sie zur Arbeit in die Druckerei muss. Eineinhalb Jahre hat sie noch vor sich, „ich würde mich aber freuen, wenn ich danach dort weitermachen könnte“, betont Simon, die nebenbei in Barenburg auch noch Fußball spielt. Nach Abschluss ihrer Ausbildung würde sie dann gerne pendeln und – wenn es denn passt – auch wieder mehr Zeit in das Schießen investieren. „Das ist der Plan“, verrät sie und lächelt: „Ich würde schon gerne wieder in der Bundesliga schießen.“

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