Dikhtiar bringt 3:2-Sieg für Rehden durch Unbeherrschtheit noch in Gefahr / Torwart Damerow motzt

Brunn: „Es ist ein Pulverfass“

Hatte allen Grund dazu, nach dem Schlusspfiff mächtig Dampf abzulassen: Rehdens Torwart Rene Damerow.

Kreis-Diepholz - Von Arne HelmsREHDEN · In erster Linie sei er „erleichtert“, sagte Uwe Brunn am frühen Samstagabend, als der BSV Rehden in einer hitzigen Partie zuhause Eintracht Northeim mit 3:2 (2:0) niedergerungen hatte. Nachdenklich merkte der Trainer des Fußball-Oberligisten allerdings auch an, dass „die Arbeit hier sehr, sehr schwer“ wäre: „Es ist ein Pulverfass.“

Auf dem sitzt jedoch nicht Brunn selbst, der am Spieltag seinen 43. Geburtstag feierte, sondern der Teil der Mannschaft, der den BSV Rehden gegen Northeim fast noch um den verdienten Lohn gebracht hätte. In Namen: Sergej Dikhtiar, Mehmet Koc, Maarten Schops. Ihrem Coach ist zugutezuhalten, dass er „in dieser Phase nicht draufhauen“ und seine Akteure „nicht öffentlich kritisieren“ möchte, doch Brunns Betrachtung der Schlussviertelstunde war eindeutig: „Man muss sich immer im Griff haben.“

Das war passiert: Nachdem BSV-Innenverteidiger Sebastian Lodter für sein Foul an Mehdi Mohebieh als letzter Mann auch durchaus Rot statt Gelb hätte sehen können (10.), lief für die Gastgeber alles nach Plan. Ein vermeintliches Handspiel von Eintracht-Kapitän Alexander Kröll im Strafraum ahndete Schiedsrichter Enno Thiele (TuS Hohne) mit einem Elfmeterpfiff (39.). Alexander Burgardt sorgte für das 1:0, welches nach Chancen des emsigen, aber ungefährlichen Benjamin Belka (2./8./22.) längst überfällig war. Als Erdal Ölge mit viel Übersicht den zweiten Treffer folgen ließ (42.), brach sich erste Rehdener Erleichterung ihren Bann. Kein Schwarz-Weißer wollte es sich nehmen lassen, den besten Mann auf dem Platz zu beglückwünschen.

Was dann folgte, bringt jedoch die Namen Dikhtiar, Koc sowie Schops zurück ins Spiel. Mancher mag es dem ukrainischen Ex-Profi Dikhtiar als Ehrgeiz auslegen, dass er mit sich und der Fußballwelt trotz herausgeholtem Elfmeter und Vorlage zum 2:0 nicht zufrieden war. Sich beim Stand von 3:1 – Muhamed Alawie (60.) hatte verkürzt, Koc (75.) den alten Abstand wieder hergestellt – von Adrian Koch aber derart provozieren zu lassen, dass die Gelb-Rote Karte (76.) nur noch die wenigsten der 130 Zuschauer überraschte, war unklug – gerade für einen gestandenen 35-Jährigen.

Auf Unterzahl hatte Koc nun wiederum gar keine Lust, woraufhin er den Schiedsrichter erstmal an die Schulter stieß. Hätte Thiele etwas Konsequenz an den Tag gelegt, wäre es für Koc die zweite Rote Karte in der laufenden Saison gewesen. Ebenso wie für „Heißdüse“ Schops, der auf Hochtouren lief und sich für seine Auswechslung (77.) bei Uwe Brunn bedanken durfte, der „Maarten schützen“ wollte – im Wissen, dass der Belgier gemeinsam mit Christian Schiffbänker quasi das Doppelherz des BSV bildet. „Wir bringen uns durch solche Aktionen immer wieder ins Hintertreffen“, kritisierte Keeper Rene Damerow, der nach Patrick Sieghans 2:3 (89.) zwar nicht in „Ohnmacht und Angst“ (Brunn) verfallen war, dafür aber bereits vorausblickte: „Wenn wir das nicht abstellen und uns dann, wie heute, auch noch die Bereitschaft zum Laufen fehlt, kriegen wir massive Probleme. Und das mit unseren Ansprüchen . . .“

Für Uwe Brunn gibt es daher nur ein Ziel: „Schnellstmöglich auf 30 Punkte kommen. Die Tabelle lügt nicht.“ Momentan sind es 24, wobei ein Blick in die Kabine nach Auskunft des Trainers eher auf 21 schließen ließ: „Da habe ich das Gefühl, dass wir 0:3 verloren haben.“

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