Trainerwechsel in der Fußball-Bezirksliga

Brüggemann beerbt Winkelmann bei der SG Diepholz

Jörg Winkelmann steht an der Seitenlinie.
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Selbst verordnete Zwangspause: Jörg Winkelmann will sich erst einmal komplett auskurieren, ehe er wieder als Trainer arbeitet. Nach seinem zweiten Arbeitsunfall in kurzer Zeit trat er bei der SG Diepholz zurück.

Jörg Winkelmann hat sich bei der Arbeit erneut schwer an der Schulter verletzt und hört deshalb als Trainer des Fußball-Bezirksligisten SG Diepholz auf. Für ihn übernimmt ab sofort Patrick Brüggemann - ein bekanntes Gesicht bei der SGD.

  • Jörg Winkelmann verlässt die SG Diepholz schweren Herzens.
  • Spartenleiter Frank Werner schwärmt zum Abschied.
  • Nachfolger Patrick Brüggemann erklärt, warum er Ja gesagt hat.

Diepholz – Es passierte am Tag nach Weihnachten. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres riss sich Jörg Winkelmann die Rotatorenmanschette, die Hauptsehne der Schulter. „Ich war gerade bei einem Fachwerk-Abbau – da ist es passiert“, berichtet der Zimmerer von seinem kaum fassbaren Pech binnen kurzer Zeit. Mit ein paar Wochen Abstand wusste der 50-Jährige, dass er seine größte Leidenschaft nun erst einmal ruhen lassen sollte – und trat von seinem Amt als Trainer der SG Diepholz zurück.

„Es fiel mir total schwer. Fußball ist die geilste Nebensache der Welt – aber die Arbeit ist für mich noch immer das Wichtigste“, stellt Winkelmann klar. Also unterrichtete er die Verantwortlichen des aktuellen Tabellenfünften in der Bezirksliga 2 von seinem Ausstieg.

Frank Werner hat volles Verständnis, denn „Jörg ist super-ehrgeizig und wollte immer das Beste aus der Mannschaft herausholen“, verdeutlicht der SG-Abteilungsleiter, „also kann er momentan nicht so weitermachen, wie er es gern hätte.“ Irgendwann aber, hofft der Unglücksrabe, „möchte ich schon wieder als Trainer an der Seitenlinie einer Mannschaft stehen, die Spaß macht“, sagt der Vater der SG-Spieler Nico (aus seinem Bezirksliga-Kader) und Chris (A-Jugend).

„Jörg hat das Optimum aus der Mannschaft herausgekitzelt“

Werner stellt ihm für weitere Clubs nur das beste Zeugnis aus: „Wir waren mit Jörgs Arbeit und der Punktebilanz sehr zufrieden“, bedauert er das abrupte Ende der Zusammenarbeit: „Er hat das Optimum aus der Mannschaft herausgekitzelt. Jetzt wünschen wir ihm alles Gute.“

Winkelmann hatte die Sportgemeinschaft zu Beginn der Saison von Spielertrainer Marcell Katt übernommen und schnell stabilisiert. „Wenn ich mir das Feedback aus der Mannschaft so anhöre, meine ich: Wir waren auf dem richtigen Weg und haben uns weiterentwickelt“, urteilt der Lembrucher.

Jetzt ruht wegen der Pandemie seit Oktober erneut der Ball. „Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass diese Saison noch fortgesetzt wird, aber für den Fall, dass es doch weitergeht, wäre es aus gesundheitlicher Sicht unverantwortlich gewesen, dass Jörg weitergemacht hätte“, meint Werner.

Deshalb begab er sich schnell auf die Suche nach einem Nachfolger – und fand ihn in den eigenen Reihen: Patrick Brüggemann ist seit vier Jahren Trainer im Diepholzer Nachwuchsbereich und aktuell verantwortlich für die A-Junioren, mit denen er auf Platz eins der Bezirksliga steht. Vorher hatte der heute 31-Jährige zum Trainerteam des JFV RWD (Rehden-Wetschen-Diepholz) gezählt. Nachdem sich die SG aus dem Jugendförderverein verabschiedet hatte, machte er mit den „Diepholzer Jungs“ der nun neuen SG-B-Jugend weiter. Die hatte vor dreieinhalb Jahren einen schweren Start, weil der JFV ihnen keine Freigabe erteilen wollte. Doch die Mannschaft blieb beisammen, spielte die eine Halbserie außer Konkurrenz weiter – für Werner nur ein Beispiel dafür, wie Brüggemann „tickt“: „Patrick hat die Truppe zusammengehalten und sie zu einer echten Einheit auf und neben dem Platz geformt“, freut sich der Sparten-Chef über die Charakterstärke, „und er hat sie natürlich fußballerisch super entwickelt.“

Diepholzer Kader bleibt fast komplett beisammen

In der laufenden Saison – sofern denn noch trainiert und gespielt werden darf – unterstützt der bisherige Co-Trainer Dirk Ahrens Neu-Trainer Patrick Brüggemann. A-Jugend-Co-Trainer Christian Alscher rückt ebenfalls zum Trainerteam der „Ersten“ auf. In der neuen Spielzeit tut sich dann einiges – mit Blick auf den aktuellen Kader zeichnet sich jedoch eine angenehme Konstanz ab: Mit Ausnahme von Adrian Kroop und Tim Wolfram, bei denen sich studienbedingte Veränderungen ergeben, bleibt die Mannschaft zusammen. Aus Brüggemanns A-Junioren-Team wollen stolze zehn Mann ihr erstes Seniorenjahr bei der SG angehen, berichtet Spartenleiter Frank Werner über die fast kollektive Zusage. „Egal, ob sie erst mal oben oder in der Zweiten spielen – das ist eine tolle Zukunftsperspektive mit viel Potenzial“, freut er sich.

Der „Neue“ selbst gibt zu, „dass ich schon überrascht war, als Frank mich gefragt hat. Das musste ich mir erst mal überlegen – denn dieses Jahr wird für uns nicht langweilig“, schildert der Barnstorfer, der bald mit seiner Freundin ein Haus in Rehden baut: „Da muss man sich schon fragen, ob da noch Zeit für so etwas bleibt. Denn entweder mache ich eine Sache ganz oder gar nicht.“ Allerdings „konnte ich mich recht schnell mit der Idee anfreunden“, sagt der Projektmanager: „Jörg hinterlässt mir eine gute Mannschaft mit tollen Charakteren – und weitere tolle Charaktere kommen aus unserer A-Jugend dazu. An diesem Projekt will ich mitarbeiten.“

Winkelmann wünscht seinem Nachfolger dafür nur das Beste: „Die Umstellung vom Jugendtrainer zum Erwachsenenbereich ist schwer, aber Patrick muss und wird seinen Weg finden. Und wir haben bei den A-Jugendlichen, die schon bei uns mittrainiert haben, gesehen, dass da einige gute Jungs dabei sind.“

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