Brisante Konstellation im Pokal-Hit / Mohrlands Problem auf den Halbpositionen

Dag Rieken nimmt keine Rücksicht auf die neue Liebe

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Welchen Matchplan verfolgen Dag Rieken (r.) und Kai Freese? Das Neerstedter Trainer-Duo hat zuletzt bewiesen, dass es der HSG Barnstorf/Diepholz die Stirn bieten kann.

Barnstorf/Bissendorf - Von Daniel Wiechert. Die Konstellation birgt jede Menge sportlichen Sprengstoff, doch Handball-Coach Dag Rieken ruht in sich selbst, verzichtet auf verbale Brandbeschleuniger. „Wir gehen es wie ein normales Punktspiel an, mit der gleichen Konzentration.“ Alltäglich ist aber gar nichts, wenn sein TV Neerstedt am Sonntag im Halbfinale des BHV/HVN-Pokals beim Final Four in Bissendorf auf die HSG Barnstorf/Diepholz trifft. Passenderweise um 12 Uhr mittags, Highnoon.

Ausgerechnet Rieken, ab Sommer HSG-Coach, kann die Barnstorfer frühzeitig aus ihren Pokal-Träumen reißen. Mit seinem TV Neerstedt hatte er das HSG-Team von Trainer Mario Mohrland schon Anfang März ein Bein im Oberliga-Titelrennen gestellt, als die Barnstorfer beim 25:25 in Neerstedt „einen Punkt verloren“ (Mohrland) haben. Trotz seiner Zukunft in Barnstorf gibt es für Rieken kein Wischiwaschi: „Wenn wir schon einmal beim Final Four sind, wollen wir auch das Maximale rausholen.“ Das würde das Aus für die HSG bedeuten.

Sorgen, dass ihm jemand einen Erfolg gegen Barnstorf krumm nehmen würde, hat er nicht. „Sie sind Profis“, sagt der 45-Jährige in Richtung der HSG-Verantwortlichen: „Und sie wissen auch, dass ich es professionell angehe. Auch deshalb sind sie ja auf mich bei der Trainersuche zugegangen.“

Für Mohrland ist es einerseits „ein Spiel wie jedes andere“. Andererseits ist „natürlich Brisanz da – allein dadurch, dass der neue Trainer auf der anderen Seite sitzt.“ Ein Vorteil für Neerstedt? Nicht ausgeschlossen, glaubt Mohrland: „Er unterhält sich ja auch mit Heiner Thiemann (sportlicher Leiter bei der HSG, Anm. d. Red.) hinsichtlich der neuen Saison. Er weiß daher sicherlich die ein oder andere Interna. Zumindest hat er mehr Insiderinformationen als ich über Neerstedt.“

Überhaupt ist der HSG-Trainer gespannt, was Neerstedt dieses Mal „in petto hat. Wenn sie wieder mit einer 4:2-Deckung spielen, müssen wir viel in Kleingruppen spielen, um uns spielerisch befreien zu können“, erklärt der 38-Jährige. Er kann sein Team schon einmal darauf einstellen. „Wir müssen versuchen, dass HSG-Angriffsspiel frühzeitig zu zerstören“, kündigt Rieken eine offensive Deckung an: „Gleichzeitig müssen wir Lösungen finden, um ihre stabile 3:2:1-Deckung zu knacken.“ Tim Schulenberg wäre dafür prädestiniert, doch der Rückraummitte-Akteur, der zuletzt beim Remis gegen Barnstorf mit sieben Toren treffsicherster Neerstedter war, ist am Sonntag privat verhindert.

Beim Tabellenzweiten drückt der Schuh auf den Halbpositionen: Tobias Meyer, Arunas Srederis und Matthias Andreßen schlagen sich mit Rückenproblemen herum. Umso wichtiger wäre ein Comeback nach Kreuzbandriss von Kamil Chylinski, dessen immenses Wurfrepertoire immer eine Waffe ist. „Kamil glüht, er könnte eine Option sein“, sagt Mohrland. Ob Routinier Tomas Lenkevicius (36) in der Abwehr abräumt, steht noch nicht fest. „Aber wohl dem, der noch einen ‚15. Mann‘ auftreiben kann.“

Schließlich wird es ein langer Tag. Im Finale um 17.30 Uhr würde der Liga-Konkurrent TV Bissendorf-Holte oder Verbandsliga-Spitzenreiter MTV Braunschweig (mit Lemgos Meistertrainer Volker Mudrow) auf Barnstorf beziehungsweise Neerstedt warten.

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