Staffel im Finale disqualifiziert

Wimpernschlag fehlt Freese zu Bronze

Ihre Leistung war absolut in Ordnung, aber dennoch verließ Anna-Lena Freese die EM in Rieti nicht gerade euphorisch. Vor allem deshalb, weil Bronze über 200 Meter zum Greifen nahe war.
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Ihre Leistung war absolut in Ordnung, aber dennoch verließ Anna-Lena Freese die EM in Rieti nicht gerade euphorisch. Vor allem deshalb, weil Bronze über 200 Meter zum Greifen nahe war.

Rieti- Von Gerd Töbelmann - Lächerliche zwei Hundertstel Sekunden fehlten am Ende und Anna-Lena Freese (FTSV Jahn Brinkum) hätte ihrer Karriere ein weiteres absolutes Highlight zugefügt.

Bei der U 20-Europameisterschaft in Rieti (Italien) ging die 19-Jährige am Samstag mit Medaillenchancen ins Finale, wurde dort in 23,67 Sekunden aber nur Vierte, als sie den Schlussspurt um Bronze gegen die Niederländerin Tessa van Schagen (23,65) hauchdünn verlor. Und das Pech blieb Freese treu, denn die deutsche 4x100-Meter-Staffel wurde im Finale nach dem verpatzten ersten Wechsel disqualifiziert.

Gold und Bronze über 200 Meter teilten sich zwei Britinnen untereinander auf  – die im Halbfinale beste Dina Asher-Smith (23,29) gewann recht deutlich vor Desiree Henry (23,56).

Bei einer Bestzeit von 23,28 Sekunden hätte Freese eigentlich auch um Gold oder Silber mitlaufen können, zumal sie am Freitag im Halbfinale mit 23,48 Sekunden als Zweite aufhorchen ließ. Dass Asher-Smith als Topfavoritin gehandelt wurde, störte die junge Brinkumerin in keinster Weise: „Ich mag es ohnehin lieber, wenn man mich unterschätzt.“

Das wird nach dem Halbfinale sicherlich keine ihrer Gegnerinnen getan haben, aber wie schon am Tag zuvor (regennasse Bahn) waren die Verhältnisse auch am Samstagabend nicht gerade wie gemalt, denn es herrschte ein starker Gegenwind von 2,2 Metern pro Sekunde. Doch Freese suchte nach dem Finale keine Ausreden: „Am Gegenwind hat es nicht gelegen, dass es nicht fürs Podium gerecht hat“, sagte die 19-Jährige in ihrer gewohnt fairen Art.

Und dennoch: Freese hatte nach dem Zieldurchlauf noch lange Zeit damit zu kämpfen, Bronze in ihrer Paradedisziplin nur um einen Wimpernschlag verpasst zu haben.

Da war Aufbauarbeit von Heimtrainer Björn Sterzel gefragt: „Vor einem Jahr, bei der U 20-WM in Barcelona, hat Anna wegen ihrer Verletzung richtig auf die Fresse gekriegt. Jetzt ist sie bei einer EM Vierte geworden. Das ist doch eine ganz tolle Leistung.“

Dabei sah Tribünengast Sterzel seine Athletin während des Rennens lange Zeit auf Medaillenkurs: „Anna ist die ersten 100 Meter in 11,74 Sekunden angegangen – das können in Deutschland nicht viele. Dass ihr im Foto-Finish zwei Hundertstel gefehlt haben, ist natürlich großer Mist. Ich jedenfalls bin stolz auf ihre Leistung.“

Trainingslager mit

den WM-Fahrern

Gestern morgen war bei Freese von Frust nichts zu merken. Im Halbfinale der 4x100-Meter-Staffel übernahm die deutsche Schlussläuferin den Stab als Vierte, spintete noch auf Rang zwei und führte ihr Team damit sicher ins Finale. Doch Freese war gestern kein Happyend vergönnt, denn im Endlauf wurde die Staffel disqualifiziert. „Anna hatte nichts zu tun. Der erste Wechsel ging schon in die Hose. Das war wirklich kein so tolles Wochenende für sie“, sagte Sterzel. Und Freese fügte traurig hinzu: „Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen.“

Noch am Abend sagte die Sprinterin dann ihre Teilnahme für die am Donnerstag in Rostock beginnenden Deutschen Jugendmeisterschaften ab. Ab nicht wegen des totalem EM-Frusts. Nein, denn Freese erhielt eine Einladung zum Trainingslager in Dortmund für die Moskauer WM-Fahrer. „Noch hat sie zwar keine rechte Lust drauf, aber das kriege ich hoffentlich noch hin“, meinte Sterzel.

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