Dehnen, rollen, treffen

Brinkums Marcel Dörgeloh hat ein neues Erfolgsrezept

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Es geht bergauf: Brinkums Offensivmann Marcel Dörgeloh wird immer fitter, schießt wieder Tore und hat aktuell keine muskulären Probleme.

Brinkum – Es gibt da diese gute Freundin, eine Yoga-Lehrerin. Durchaus denkbar, dass Marcel Dörgeloh sie demnächst häufiger besucht und einen Kurs belegt. „Ich wollte das schon immer ausprobieren. Vielleicht mache ich es einfach mal“, sagt der Offensivmann des Bremen-Ligisten Brinkumer SV.

Nach eigener Aussage ist der 29-Jährige „eigentlich kein Yoga-Kind. Ich war nie der Beweglichste oder Geschmeidigste und bin bei muskulären Geschichten besonders anfällig, weil ich verkürzte Muskeln habe.“ Daher die Idee mit dem Yoga.

Um beschwerdefrei Fußball spielen zu können, hat Dörgeloh bereits andere Maßnahmen ergriffen – und die wirken. Er ist wieder einsatzfähig und auf dem besten Weg zu alter Stärke. Beim 4:1-Sieg in Geestemünde war er als „Joker“ an drei Toren direkt beteiligt, zweimal selbst erfolgreich – es waren seine ersten Saisontore im erst vierten Einsatz.

„Das fühlt sich natürlich gut an“, betont der Ur-Brinkumer Dörgeloh, der – bis auf sein Engagement bei der benachbarten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst (2009 bis 2013) – immer für den BSV spielte: „Mein letztes Tor ist ungefähr ein halbes Jahr her.“ Beim 6:3 bei der Leher TS erzielte er am 14. April das zwischenzeitliche 4:2.

Was direkt danach folgte, war nicht so erfreulich für den BWL-Studenten, der nebenbei in der Eventfirma eines Brinkumer Hotels arbeitet. Im Heimspiel gegen Werder III „habe ich ein langes Bein gemacht und direkt gespürt, dass da etwas nicht in Ordnung ist“. Er hatte Recht – und bekam als Diagnose: Muskelriss in der rechten Kniekehle. Die Saison, die für den vollbärtigen Torjäger in der Rückrunde überhaupt nicht nach Wunsch verlaufen war, hatte ein vorzeitiges Ende gefunden.

Unter dem neuen Trainer Mike Gabel (kam für Dennis Offermann) wollte Dörgeloh zum Start wieder einsteigen. Wurde nix. „Ich habe noch etwas gemerkt, es ging nicht gut“, erinnert sich der 29-Jährige, der dann sogar die komplette Vorbereitung des BSV verpasste. Ende August wagte er den ersten Comeback-Versuch – und brach ab. Nach dem 38-Minuten-Einsatz gegen LTS legte er die nächste Zwangspause ein. Rückblickend sagt er: „Bis dahin war es ein Seuchenjahr.“

„Mit Anfang 20 hätte er in der Regionalliga spielen können. Ich habe damals gedacht: Der Junge muss weiter nach oben – mit so viel angeborenem fußballerischen Können.“ - Brinkums Trainer Mike Gabel über Marcel Dörgeloh, den er „schon lange“ kennt.

Seit Mitte September mischt Dörgeloh wieder voll mit. Ohne Probleme. Er habe es mit Osteopathie und Physiotherapie versucht, sei „oft behandelt“ worden. Was ihm auch sehr helfe, sei eine Faszienrolle sowie ständiges Dehnen. Vor dem Fußball – und neuerdings auch danach. In seiner Wohnung in der Bremer Neustadt, die er sich mit Philipp Eggers von Kreisligist Seckenhausen teilt, legt er sich nach dem Training regelmäßig auf den Boden. „Die Beine an der Wand hoch, dann zwei, drei Minuten halten“, erzählt Dörgeloh und gibt zu: „Manchmal würde ich mich lieber einfach aufs Sofa hauen und muss mich dazu zwingen, die Übungen zu machen.“ Da es aber hilft, er weder in der Kniekehle noch sonstwo Schmerzen (etwa am bisher anfälligen Rücken) hat, zieht er das Zusatzprogramm durch. Und wird allmählich fit. „Momentan ist er bei 70 Prozent“, meint Gabel. Kommt hin, findet Dörgeloh, der in mehreren Bereichen Nachholbarf sieht: „Die Kondition ist es gar nicht unbedingt, sondern allgemein die Kraft.“ Und er habe „noch ein paar Kilos zu viel“.

Nach dem Spiel gegen Werder III (2:1) vor anderthalb Wochen, das er komplett absolviert hatte, habe er die Defizite deutlich gespürt. „Am nächsten Tag fühlte es sich an, als hätten wir ein Trainingslager gehabt“, sagt Dörgeloh mit einem Schmunzeln. Coach Gabel will „Celly“, wie er in Brinkum genannt wird, in den kommenden Wochen „behutsam aufbauen“. Mal Startelf, mal Ersatzbank – so soll’s sein. „Das ist auch okay“, findet Dörgeloh, „zumal wir aktuell vorne viele Optionen haben“. Die Wintervorbereitung, das ist sein Ziel, will er vollständig bestreiten und dann annähernd bei 100 Prozent sein.

Gabel freut sich schon drauf, denn Dörgeloh, der zu den Älteren im Kader gehört und vorangehen soll, „ist topfit eine massive Bereicherung für uns. Er kann ein Spiel in jeder Sekunde entscheiden, hat eine enorme Präsenz und Spielintelligenz, ist ballsicher und torgefährlich – ein sehr gutes Paket.“

Der BSV-Coach hätte seinem Offensivmann in früheren Jahren sogar die Regionalliga zugetraut. Dafür fehlte Dörgeloh, der gerne Darts spielt und Stadien besucht (vor allem Liverpool und Glasgow stehen noch auf der Wunschliste), jedoch der letzte Ehrgeiz – er räumt ein: „Ich war wohl auch ein bisschen zu bequem. Außerdem hat der Körper schon damals ein wenig gestreikt. Aber ich bereue es nicht.“

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