Brinkumerin sprintet bei EM zu Gold und Silber / „Ich kann es nicht glauben“

Anna-Lena Freese durchlebt die pure Glückseligkeit

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Die herausragenden Sprinterinnen bei der U23-EM in Tallinn: Die Brinkumerin Anna-Lena Freese (rechts) gewann Silber über die 200 Meter und wurde unter anderem zusammen mit Rebekka Haase (li.) Europameisterin mit der 4x100-Meter-Staffel. Haase holte noch Gold über 100 und 200 Meter.

Tallinn - Von Arne Flügge. Als der Triumph Anna-Lena Freese mit voller Wucht getroffen hatte, war pure Glückseligkeit in den Augen der 21-Jährigen zu lesen. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, ich bin einfach nur happy“, sagte die Sprinterin des FTSV Jahn Brinkum, nachdem sie am Samstag bei der U23-Europameisterschaft in Tallin/Estland über 200 Meter Silber gewonnen hatte. Gestern Abend folgte dann noch das i-Tüpfelchen auf ein grandioses Wochenende: Mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel wurde Freese sogar Europameisterin!

„Ich kann es nicht glauben. Mir geht so viel durch den Kopf. Ich glaube, ich werde erst in einer Woche begreifen, was ich hier erreicht habe“, jubelte Freese: „Es ist einfach nur ein wunderschönes Gefühl, denn ich habe damit nicht gerechnet.“

Platz zwei über die 200 Meter hatte für die Brinkumerin am Ende die größere Bedeutung. „Diese Einzelmedaille macht mich sehr, sehr stolz“, schwärmte Freese: „Ich habe versucht, das Rennen zu genießen und über mich hinauszuwachsen. Das ist mir gelungen.“

Die Staffel gehörte von vornherein zum Favoritenkreis – Anna-Lena Freese in ihrem Einzelrennen nicht. Doch spätestens nach dem Vorlauf, den sie mit neuer persönlicher Bestzeit von 23,26 Sekunden beendete, war mit der Sprinterin zu rechnen gewesen. Und Freese legte im Finale noch eins drauf. Sie steigerte ihre Topzeit noch einmal auf 23,22 Sekunden und musste am Ende nur ihre Teamkollegin Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge/23,16) vorbeiziehen lassen.

„Von dem Lauf weiß ich eigentlich gar nichts mehr“, berichtete Freese später, sie habe regelrecht in einem Konzentrations-Tunnel gesteckt. „Ich bin in den Block gegangen und habe mir gesagt: Anna, hab’ Spaß, lauf’ so schnell du kannst und lass’ bis zum Ziel am Besten keinen vorbei.“ Das klappte fast, nur Haase, die auch schon die 100 Meter in 11,47 Sekunden gewonnen hatte, war einen Wimpernschlag schneller. „Hauptsache, ich habe Brigitte Ntiamoah hinter mir gelassen“, schmunzelte Freese. Die Französin hatte im Vorlauf noch vor der Brinkumerin gelegen.

Als Anna-Lena dann im Finale durchs Ziel gelaufen war und realisiert hatte, dass sie Silber gewonnen hatte, herrschte emotionaler Ausnahmezustand. „Ich habe nur gedacht: Oh Gott!. Und als dann auf der Anzeigetafel meine neue Bestzeit stand, habe ich gedacht: Oh Gott, oh Gott“, lachte die Läuferin: „Es war einfach unbeschreiblich.“

Freese Stützpunkttrainer Björn Sterzel konnte seinen Schützling nur aus weiter Entfernung beobachten. Der DLV-Auswahl-Coach weilte am Samstag noch mit der U18 in Florida, die sich dort auf die Weltmeisterschaften in Kolumbien vorbereitete. „Ich habe das Rennen per Livestream auf meinem iPad verfolgt wir sind hier in Florida sieben Stunden hinterher, also war es bei mir 13:35 Uhr. Wir hatten die ganzen Tage guten Kontakt per Skype oder FaceTime. Aber es war ein sehr schöner, spezieller und emotionaler Moment als mich Anna nach ihrem Rennen angerufen hat“, sagte Sterzel.

Der Coach war sehr stolz auf seine Athletin. „Das war ein ganz starkes Rennen, sie hat gut Druck in der Kurve gemacht, den Speed mit auf die Gerade genommen und ist dann ganz stark die Zielgerade in ihrem Schritt gelaufen“, freute sich der Trainer.

Rückblickend auf die gesamte Saison sei es fantastisch, beim Wettkampfhöhepunkt diese Leistung abzurufen. Sterzel: „Dieses Ergebnis ist auch mental sehr hoch zu bewerten.“

Und als Freese gestern Nachmittag um 17.35 Uhr als Schlussläuferin zusammen mit Amelie-Sophie Lederer, Alexandra Burghardt und Haase in 43,47 Sekunden zu Gold lief, war die Glückseligkeit der Brinkumerin perfekt.

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