Brinkumerin sprintet bei Gala in Mannheim die 100 Meter in 11,45 Sekunden

Freese läuft fantastisches Rennen mit neuer Bestzeit

+
Volle Konzentration, voll im Tunnel: Anna-Lena Freese zeigte in Mannheim eine tolle Leistung.

Mannheim - Von Arne Flügge. Björn Sterzel ist nicht gerade der Typ, der gleich nach jedem guten Rennen überschwänglich reagiert. Doch am Samstag war der Trainer völlig aus dem Häuschen. Bei der hochklassig besetzten Leichtathletik-Gala in Mannheim sprintete die Brinkumerin Anna-Lena Freese im Finale des Frauenwettbewerbs über 100 Meter sensationell auf Platz zwei – und das in einer neuen persönlichen Bestzeit von 11,45 Sekunden! Für die 200-Meter-Spezialistin eine Bombenzeit.

„Anna-Lena ist ein fantastisches Rennen gelaufen“, jubelte ihr Coach Sterzel, „vor allem die letzten 40, 50 Meter hat sie noch richtig einen ausgepackt.“ Am Ende musste sich die für den FTSV Jahn Brinkum startende Freese nur Verena Sailer (29/MTG Mannheim) geschlagen geben. Für die Europameisterin von Barcelona 2010 über 100 Meter und der Staffeleuropameisterin von 2012 blieb die Uhr bei 11,29 Sekunden stehen. „Wahnsinn, da fehlten nur eineinhalb Zehntel auf Sailer. Das war ein Rennen auf allerhöchstem Niveau“, strahlte Trainer Sterzel: „Anna-Lena kann wieder mitmischen. Sie ist wieder mittendrin statt nur dabei.“

Den zweiten Platz in Mannheim teilte sich Freese mit Yasmin Kwadwo, Ersatzläuferin der DLV-Staffel bei den Olympischen Spielen in London. Die 24-Jährige stellte ihre Vorlaufzeit von 11,45 Sekunden ein, während sich die 21-jährige Brinkumerin von 11,49 auf 11,45 Sekunden verbesserte.

Und es hätte noch grandioser laufen können für Anna-Lena Fresse. Denn zum einen hatte sie bei ihrer Bestzeit einen halben Meter pro Sekunde Gegenwind, darüber hinaus „ist sie nicht zu 100 Prozent aus dem Block gekommen“, wie Coach Sterzel sagte. Freese stimmte dem zu. „Und daher sind es gerade auch etwas zwiespaltige Gefühle. Zum einen bin ich natürlich total glücklich über die Bestzeit, zum anderen wäre ich ohne Gegenwind und bei einem noch besseren Start schneller gewesen. Aber ich bin auch so sehr zufrieden.“

Das konnte die Brinkumerin auch sein, zumal ihr Start in Mannheim eigentlich nur der Vorbereitung auf die U23-Europameisterschaften ab dem 9. Juli im estländischen Tallinn gedient hatte. Dort geht sie über 200 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel an den Start. „Anna-Lena sollte sich bei der Gala im Hinblick auf ihren 200-Meter-Start die Beschleunigung für die ersten 100 Meter holen“, sagte Sterzel: „Und das hat sie super hinbekommen.“

Nach den vielen Verletzungen ein ganz wichtiger Schritt zurück in die Normalität. „Ich weiß jetzt, dass ich wieder gesund bin, die Grundschnelligkeit über die 100 Meter habe. Das gibt mir unheimlich viel Selbstbertrauen“, strahlte sie 21-Jährige: „Und nach 50 Metern bin ich immer dichter an die beiden rangekommen.“

Dass Freese zuletzt noch nicht alles abgerufen hatte, war vor allem eine Frage des Kopfes gewesen. Nach den vielen Rückschlägen habe sie Angst gehabt, voll durchzuziehen, meinte Sterzel, „das ist ein Prozess, der Zeit braucht.“ Nun sei der Knoten geplatzt: „Jetzt weiß sie wieder: ,Ich bin schnell, ich hab’ was drauf’.“

Auch Freese meinte nach dem Rennen total erleichtert : „Ich habe wieder Vertrauen in meinen Körper, ich weiß, dass ich jetzt wieder richtig sprinten kann.“ Somit fährt sie nun „hoch motiviert“ zur U23-Europameisterschaft: „Thallinn kann kommen!“

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Meistgelesene Artikel

Kantersieg für die Katz’: Melchiorshausen steigt ab!

Kantersieg für die Katz’: Melchiorshausen steigt ab!

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Maarten Schops muss seinen Spitzenreiter TuS Sulingen selten umbauen

Maarten Schops muss seinen Spitzenreiter TuS Sulingen selten umbauen

Der Unabsteigbare

Der Unabsteigbare

Kommentare