Fußball als Nebensache

„N-Wort“-Eklat und unnötige Fouls bei Brinkums 3:1 gegen die Leher TS

Paul Niefer (rechts) und Jan-Niklas Kerstens
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Voller Einsatz: Die Abwehr des Brinkumer SV um den starken Paul Niefer (rechts) hatte gegen die Leher TS und Stürmer Jan-Niklas Kerstens zumeist alles im Griff.

Der Brinkumer SV hat auch die Pflichtaufgabe Leher TS erfüllt und am Samstagmittag mit 3:1 gewonnen. So richtig stand der Fußball bei der Bremen-Liga-Partie allerdings nicht im Fokus.

Brinkum – Im Mannschaftskreis nach dem Abpfiff ergriff Hasan Dalkiran das Wort. „Jungs, es ist während des Spiels etwas passiert, das ich unbedingt noch ansprechen muss“, sagte der Innenverteidiger mit bedrückter Stimme und erklärte dann bestimmt: „Während des Spiels ist das N-Wort gefallen. So etwas hat bei uns keinen Platz. Wir als Brinkumer SV stehen bestimmt gegen Rassismus, das widerspricht unseren Werten, und solche Leute haben bei uns auf der Anlage nichts zu suchen!“ Lauter Applaus von Mannschaft und Stab, aber auch von Umstehenden. Der BSV-Wortführer verlieh einem Anliegen Raum, das bedeutsamer ist als ein Bremen-Liga-Spiel, als jedes Fußballspiel. „Das war mir wichtig“, betonte Dalkiran auf die Ansage angesprochen nach dem 3:1 (2:0)-Heimsieg gegen die Leher TS am Samstag: „Wenn man über sowas nicht redet, wird es nie besser.“

Das Wort fiel in der zweiten Halbzeit einer nicht allzu sehenswerten Partie, Dalkiran war zu dem Zeitpunkt bereits ausgwechselt und saß als Ohrenzeuge auf der Bank.

Schwache Schiedsrichterleistung

Zuvor hatte das Geschehen auf dem Platz zunächst seinen erwarteten Verlauf genommen. Dominante Brinkumer gingen vor den Augen von Bremer-SV-Trainer Benjamin Eta in der neunten Minute in Führung: Safi ersprintete in unwiderstehlicher Manier einen langen Ball von Dalkiran und traf trocken von rechts mit links ins kurze Eck. Zehn Minuten später legte Dalkiran nach, stand jedoch beim Safi-Querpass knapp im Abseits. Nur Sekunden später gab’s am 2:0 dann nichts zu meckern, Omar Kujabi schnappte sich den Ball von Mohamad Al Ali und schob problemlos ein.

Dass die Begegnung in der Folge nicklig und zerfahren wurde, lag dann in erster Linie am schwachen Schiedsrichter. Claude Kenfack (SV MFandena) schickte Gäste-Spieler Leandro Nunes Amador für sein zweites – eher harmloses – Foul mit Gelb-Rot vom Platz, die Gemüter kochten hoch. Der Unparteiische traf insgesamt viele merkwürdige Entscheidungen, wirkte hektisch und leicht zu beeinflussen, hatte das Spiel nur selten im Griff. Eine zweifelhafte Gelbe Karte später musste Brinkum-Trainer Mike Gabel seinen stürmenden Startelfdebütanten Bowen Wang, der bis dahin eine gute Leistung gezeigt hatte, vom Feld nehmen. „Ich bin froh, dass es kein enges Spiel war“, meinte Gabel nach dem Abpfiff mit Blick auf die unruhige und emotional geführte Partie.

Gehirnerschütterung bei Hyoungbin Park

Dass dem Trainer dieser Wunsch erfüllt wurde, lag an einem tollen Spielzug, den er selbst seinen Spielern in der Pause mit auf den Weg gegeben hatte. Paul Niefer drang auf der rechten Seite bis zur Grundlinie vor, seine durchgerutschte Flanke drückte Kujabi über die Linie (46.).

In der Folge passierte wenig, die Brinkumer hatten den Ball, gerieten aber völlig unnötigerweise noch mal etwas ins Schwimmen. Erst nahmen Eugen Uschpol und Esin Demirkapi Stürmer Jan-Niklas Kerstens nach einem langen Abschlag in die Zange – Norman Preuß verwandelte den Elfmeter (82.). Und kurz vor Schluss retteten der starke Torwart Pascal Wiewrodt (Gabel: „Er war sehr gut, es war die richtige Entscheidung, ihn aufzustellen“) nach grobem Uschpol-Schnitzer stark gegen Kerstens.

Als dann spät in der Nachspielzeit Houygbin Park an der rechten Eckfahne völlig unnötigerweise von Christian Nianga abgeräumt wurde, mit seinem Kopf etwas über den Stein schlitterte – und später im Krankenhaus eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde – war der Ärger bei Gabel trotz des Sieges perfekt. „So macht Fußball keinen Spaß“, beklagte er sich verständlicherweise, versuchte sich dann noch an einer kleinen fußballerischen Einordnung: „Die haben das gut verteidigt. Und wir haben unsere Pficht erfüllt.“

So richtig eine Rolle spielte das an diesem Samstagmittag allerdings nicht.

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