Brinkumer hat schon jetzt 17 Pflichtspiel-Tore auf dem Konto

„Shaka“ – Dörgeloh surft auf der perfekten Torwelle

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Typischer Torjubel für Marcel Dörgeloh: Den Surfer-Gruß durfte Brinkums Stürmer gegen LTS gleich vier Mal zeigen.

Brinkum - Von Daniel Wiechert. Eine Faust machen, den Daumen und den kleinen Finger abspreizen, dann die Handgelenke leicht drehen – fertig ist die „Shaka“-Geste, auch bekannt als Surfer-Gruß. Wer Anschauungsmaterial benötigt, sollte sich ein Fußballspiel des Brinkumer SV in der Bremen-Liga nicht entgehen lassen. Marcel Dörgeloh hat „Shaka“ perfektioniert. Er zelebriert damit jedes Tor. Am Sonntag gab es gleich den vierfachen Surfer-Gruß beim 5:2-Erfolg gegen die Leher TS.

Den Ursprung seines Jubel-Rituals hat der Offensivakteur gar nicht mehr wirklich vor Augen. „Ich glaube, ich habe das irgendwann mal gesehen – vielleicht bei Ronaldinho“, gräbt der 25-Jährige in seinem Gedächtnis: „Aber es ist mir gar nicht so bewusst, dass ich das mache, es passiert einfach, es ist mittlerweile in mir drin.“

Kein Wunder bei dieser regelmäßigen Ausführung. Schon zwölf Saisontore hat Dörgeloh auf dem Konto, mit den fünf Pokaltoren kommt er auf 17 Hütten – genauso viele wie er in der gesamten Bremen-Liga-Saison 2014/15 erzielt hat. Vor der laufenden Spielzeit hat sich der gebürtige Brinkumer 20 Tore als Ziel gesetzt. Eine Hürde, die er bald nehmen sollte. „Und dann schauen wir mal. Je mehr es dann werden sollten, desto besser ist es für uns alle.“

Daraus, dass ihm persönlich der Wechsel des letztjährigen Torjägers Saimir Dikollari sportlich entgegenkam, macht Dörgeloh gar keinen Hehl. „Das hat man auch gegen Lehe gesehen. Da habe ich zwei Abstaubertore gemacht. In der vergangenen Saison hätte da eher Saimir gestanden.“ Doch nur den Fuß hinzuhalten, um die Kugel über die Linie zu bugsieren – das ist nicht das Spiel des Bremer BWL-Studenten: „Ich sehe mich nicht so sehr als Strafraumstürmer, ich habe es gern, wenn ich auf dem Platz noch etwas vor mir habe.“

Vor Augen hat Dörgeloh noch immer einen Titel. Die Sehnsucht danach sei „schon groß“, gibt er zu. Gerade weil Brinkum in der abgelaufenen Spielzeit sowohl in der Liga als auch im Pokal knapp am Bremer SV scheiterte. Umso mehr schmerzt noch die 1:2-Pleite von vor zehn Tagen gegen Spitzenreiter Blumenthaler SV, wodurch der erste Platz bereits fünf Zähler entfernt ist. „Das war schon ärgerlich, gerade weil wir nicht gut gespielt haben. Besonders in der Bremen-Liga sind das zwar schon einige Punkte Rückstand, aber ich glaube, dass auch Blumenthal noch ausrutschen wird. Wir müssen aber eh erst einmal auf uns schauen.“

Dörgeloh betont oft dieses „Uns“, die Gemeinschaft ist ihm wichtig. Wer ihm aufgrund seines etwas ausgefallenen Torjubels Egozentrik vorwirft, tut ihm eh Unrecht. Der 25-Jährige wirkt in Gesprächen stets eher introvertiert – ist auch jemand, der Kontakte pflegt: Zum Beispiel zur TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, bei der sich er seine ersten Sporen im Herrenbereich verdient hatte: „Wenn es passt, schaue ich mir schon noch gerne ihre Spiele an. Schließlich sind dort noch einige Freunde von mir dabei.“

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