Brinkumer empfiehlt sich mit zwei Treffern und einer Torvorlage für die Startelf

Opfer der Taktik – Dörgeloh ein Joker wider Willen

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Erst einmal ein Schluck aus der Pulle: Brinkums Marcel Dörgeloh musste sich nach seinem starken Auftritt gegen Türkspor zunächst etwas erfrischen.

Brinkum - Von Arne Flügge. Als Marcel Dörgeloh erfahren hatte, dass er nicht in der Startelf steht, „war ich schon überrascht“, sagt der Offensivmann von Fußball-Bremen-Ligist Brinkumer SV: „Der Trainer hat es mir aber vernünftig erklärt, und dann war es okay.“ Dennis Offermann hatte sich im Heimspiel gegen den SV Türkspor für ein anderes taktisches System als üblich entschieden – „und Marcel war dann sozusagen das Opfer dieser Umstellung“, wie der BSV-Coach einräumt.

In der 62. Minute, beim Stand von 0:0, durfte Dörgeloh dann doch noch ran. Nicht aber, ohne seinem Teamkollegen Michel Fischer auf der Ersatzbank anzukündigen, „dass ich jetzt drei Dinger mache“, wie Dörgeloh grinsend berichtet. Und das hätte ja auch fast geklappt.

Nachdem Ugur Saatci in der 79. Minute das 1:0 erzielt hatte, begann die Show des Marcel Dörgeloh. In der 81. Minute lief er mutterseelenallein auf Türkspor-Keeper Evren Boga zu, spielte dann aber noch uneigennützig quer zu Saimir Dikollari, der zum 2:0 einschob. „Ich hätte auch selber schießen können. Doch wenn ich den nicht treffe, dann bin ich der Doofe“, sagt Dörgeloh und ergänzt: „Es ist ja egal, wer die Tore schießt.“

Vier Minuten später war er dann selbst an der Reihe, als sich der 23-Jährige nach einer Flanke von Dimitri Khoroshun hochschraubte und den Ball per Kopf ins lange Eck drückte. „Als ich gesehen habe, wie der Keeper fliegt, wusste ich: der ist drin“, so Dörgeloh. Doch damit nicht genug. In der dritten Minute der Nachspielzeit schloss er eine tolle Brinkumer Kombination mit seinem zweiten Treffer zum 4:0-Endstand ab. „Der war aber nicht schwer, ich brauchte nur noch den Fuß reinzuhalten“, bemerkt der BWL-Student.

„Celly hat das richtig gut gemacht, er ist auf einem guten Weg, hat sich trotz der starken Konkurrenz vom Willen und vom Einsatz her noch einmal verbessert“, lobt Trainer Offermann seinen Joker wider Willen: „Wir sind froh, dass wir ihn haben und wissen, was wir an ihm haben. Seine Qualität werden wir in der Saison noch häufig brauchen.“

Woher der Spitzname Celly kommt, „weiß ich selbst nicht so genau. Meine Eltern nennen mich auch schon ewig so“, schmunzelt Dörgeloh, der Fußballer durch und durch ist. Als Hobby gibt er Fußballgucken an, „ich schaue mir aber auch gern Champions-League-Spiele im Stadion an“, sagt Dörgeloh. Mit einem Kumpel war er zuletzt in Dortmund und auf Schalke.

Sein persönliches Ziel für die laufende Spielzeit hat Dörgeloh klar vor Augen. „Ich möchte schon ein paar Tore mehr schießen als in der vergangenen Saison“, sagt er. Da waren es acht Liga-Treffer gewesen. Mit seinen beiden Toren gegen Türkspor hat er nun einen erfolgreichen Anfang gemacht. „Und ich möchte natürlich so viel wie möglich spielen.“

Am Sonntag geht’s zum FC Union 60. „Und da erwartet uns ein ähnlicher Gegner wie Türkspor“, sagt Coach Offermann. Bedeutet das für Dörgeloh wieder nur die Jokerrolle? „Ich hoffe nicht“, sagt er. Argumente für einen Platz in der Startelf hat der Fußballer in seinem halbstündigen Einsatz genug geliefert.

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