6:0-Führung nach 45 Minuten – aber danach nur 6:1 in Schwachhausen

Brinkum wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Ein Schwachhauser Spieler (links) weiß offenbar ganz genau, was gleich passiert: Brinkums Omar Kujabi (vorn) hatte hier schon den Keeper ausgespielt und erzielte wenig später den Treffer zur 1:0-Führung.
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Ein Schwachhauser Spieler (links) weiß offenbar ganz genau, was gleich passiert: Brinkums Omar Kujabi (vorn) hatte hier schon den Keeper ausgespielt und erzielte wenig später den Treffer zur 1:0-Führung.

Zumindest das Ergebnis passte am Sonntag: Nach der Schlappe im Liga-Hit eine Woche zuvor gegen den Bremer SV setzte sich Bremen-Ligist Brinkumer SV nun mit 6:1 (6:0) beim TuS Schwachhausen durch.

Bremen – Zwei Gesichter oder Charaktere in einer Person. Das kennt man in der Geschichte durch den Roman Dr. Jekyll und Mr. Hyde vom schottischen Schriftsteller Robert Louis Stevenson aus dem Jahr 1886. Übertragen auf den Fußball passte dieses Bild gestern auch beim Bremen-Ligisten Brinkumer SV. Der Tabellenzweite setzte sich beim Sechsten TuS Schwachhausen äußerst deutlich mit 6:1 durch. Aber unterschiedlicher hätten die beiden Halbzeiten nicht sein können, denn nach 45 Minuten führten die Gäste schon mit 6:0, um nach dem Seitenwechsel gleich mehrere Gänge zurückzuschalten. Positiv dennoch: Das 3:5 aus der Woche zuvor gegen Spitzenreiter Bremer SV hatte zumindest ergebnistechnisch keine Nachwehen.

Natürlich war auch Brinkums Coach Mike Gabel nach der Partie auf dem Kunstrasenplatz an der Konrad-Adenauer-Allee zwiegespalten: „Die erste Halbzeit war wirklich toll von uns. Da sind wir aggressiv draufgegangen und haben den Gegner zu Fehlern gezwungen.“ Mit dem zweiten Abschnitt war er dann gar nicht mehr einverstanden: „Da haben wir aufgehört Fußball zu spielen. Und diese Halbzeit haben wir ja auch mit 0:1 verloren.“

Spieler des Spiels: Omar Kujabi

Mit seinem Dreierpack legte er den Grundstein zum Brinkumer 6:1-Kantersieg in Schwachhausen. Vor allem sein Heber zum 6:0 war extrem sehenswert.

In den ersten 45 Minuten jedoch war Brinkum haushoch überlegen. Der BSV presste extrem, sodass schon TuS-Keeper Jascha Tiemann viel Mühe hatte, die Kugel nach Rückpässen geordnet zu einem Mitspieler zu befördern.

Und es dauerte auch nicht lange, bis sich die Brinkumer Mühen auszahlten. In der zehnten Minute kam die Kugel nach Steilpass zu Stürmer Omar Kujabi, der Tiemann noch umkurvte und dann lässig zum 1:0 einschob. Kujabi war in der 26. Minute auch für das 2:0 verantwortlich. Die perfekte Vorarbeit dazu hatte der spielende Co-Trainer Kevin Artmann geleistet. Auf der Schwachhauser Bank ging Trainer Denis Spitzer (spielte früher einmal für Brinkum) die Hutschnur hoch: „Jungs, wo sind eure Eier?“

Die hielt das Team auch weiterhin sorgsam verpackt, denn es spielten eigentlich nur die Gäste. Nach einer halben Stunde erhöhte Artmann nach Vorarbeit von Ramien Safi auf 3:0. Danach war Safi nach Zuspielen von Yassin Bekjar (38.) und Redouan Kaid (42.) mit seinen Treffern zum 4:0 und 5:0 dran. Der 22-Jährige baute mit nun 22 Treffern seine Führung in der Torjägerliste vor Oscar Garcia Garcia vom Bremer SV (19) aus. Das schönste Tor des Tages gelang dann in der 44. Minute wieder Kujabi mit einem tollen Heber zum 6:1-Pausenstand.

Stenogramm, Bremen-Liga:

TuS Schwachhausen - Brinkumer SV 1:6 (0:6) - Brinkum: Wiewrodt - Niefer, Demirkapi (46. Bender), Dalkiran, Gräpler - Janssen, Kaid, Artmann (46. Bicakci) - Safi (76. Wang), Bekjar, Kujabi (70. Krefta). Tore: 0:1 (10.) Kujabi, 0:2 (26.) Kujabi, 0:3 (30.) Artmann, 0:4 (38.) Safi, 0:5 (42.) Safi, 0:6 (44.) Kujabi, 1:6 (76.) Hoti. Schiedsrichter: Karsten Meyer (ATSV Sebaldsbrück).

Spitzer muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben, um eine echte Bestrafung seines Teams zu vermeiden. Dass sein Team die zweiten 45 Minuten mit 1:0 gewann, hatte aber auch mit dem Einbruch der Brinkumer zu tun. Vom aggressiven Pressing war nichts mehr zu sehen – von Torchancen im Minutentakt waren die Brinkumer meilenweit entfernt.

So verdiente sich Schwachhausen wenigstens noch das Ehrentor, was allerdings nur ein schwacher Trost sein dürfte. In der 76. Minute sorgte der eingewechselte Bilal Hoti für das 1:6. Das interessierte Gabel nur noch am Rande, denn zu sehr war er von der Leistung seines eigenen Teams in Halbzeit zwei enttäuscht.

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