Jetzt hat’s Bourai Toure erwischt

Die Seuchen-Saison

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Auf seinen Kämpfer Inouss Bourai Toure (links) wird Fußball-Bremen-Ligist Brinkumer SV lange Zeit verzichten müssen.

Brinkum - Von Arne Flügge. Jammern? Nein, das ist nicht das Ding von Kristian Arambasic. Der Trainer von Fußball-Bremen-Ligist Brinkumer SV stellt sich lieber den Problemen und packt sie an. Dabei hätte der 38-Jährige allen Grund, der Verzweiflung nahe zu sein.

Denn seit Sommer brachen und brechen dem Coach immer wieder Spieler durch schwere Verletzungen weg. Jüngster Fall: Inouss Toure. Der Rechtsverteidiger muss wegen eines Knorpelschadens im Knie operiert werden, fällt mindestens ein halbes Jahr aus. Eventuell bedeutet die Verletzung für den 25-Jährigen sogar das Karriereende.

„Das ist für uns natürlich ein ganz herber Schlag, denn Inouss ist ein immens wichtiger Spieler“, seufzt Aramabasic: „Viel bitterer ist es aber für den Jungen. Es tut mir schrecklich leid für ihn. Inouss ist unser Kämpfer und ein ganz toller Mensch. Ich hoffe, dass er bald wieder auf den Platz zurückkehren kann.“ Auch die Mannschaft sei „traurig und enttäuscht“.

Schon zu Beginn der Saison hatte Bourai Toure ständig Knieprobleme gehabt und musste immer mal wieder aussetzen. „Ich hatte irgendwie kein gutes Gefühl dabei“, sagt Arambasic. Das sollte sich bestätigen. Im linken Knie ist bereits Knorpel weggebrochen. Bourai Toure wird nun bei einem Spezialisten operiert.

Der Fall Bourai Toure ist bislang die letzte von einer Reihe schwerer Verletzungen, die sich wie ein roter Faden durch die Saison des Brinkumer SV ziehen. Und alle konnte der Brinkumer SV nicht beeinflussen. „Es war keine einzige muskuläre oder Sehnenverletzung dabei, die vielleicht aus einer zu hohen Beanspruchung hätte entstehen können“, sagt Arambasic. So sei Hendrik Stannius beim Bremer Hallen-Cup beim Bandencheck „von einem Blumenthaler Spieler übel zugerichtet worden“, wie es der Brinkumer Trainer formuliert. Diagnose: Nasenbeintrümmerbruch. Stannius wurde bereits operiert, muss aber in einem halben Jahr noch einmal unters Messer. Bis dahin heißt es: Sportverbot.

In der Vorbereitung riss sich Daniel Block das Kreuzband. „Er ist vom Kopf her jetzt gerade so weit, ein wenig zu laufen“, berichtet Arambasic. Dennis Thüroff fehlte zehn Wochen wegen einer Schambeinentzündung, stand am Samstag im Testspiel in Braunschweig erstmals wieder auf dem Platz. Esin Demirkapi hatte einen Meniskusriss, ist wieder im Training, Dimitri Koroshun musste wegen einer Hüft-OP lange pausieren. Damit nicht genug: Steven Holstein zog sich beim Württemberg-Cup in Ristedt eine Sprunggelenksverletzung zu und fehlte die gesamte Hinrunde. Nicht zu vergessen der Kahnbeinbruch, den sich Kai Tönsmeyer in der Vorbereitung zugezogen hat. Operation – mehrere Wochen Pause. „So eine Verletztenmisere habe ich noch nicht erlebt. Das ist schon heftig. Aber so ist Fußball. Wir müssen uns da jetzt durchquälen“, sagt Coach Arambasic.

Wobei die Brinkumer ganz nebenbei noch „ein Torhüter-Drama“ haben, wie Arambasic es beschreibt. Niklas Frank, die etatmäßige Nummer eins, ging nach der Vorbereitung ins Ausland, kommt erst im März wieder. Niklas Ernst, zweiter Keeper, brach sich das Handgelenk und fehlt seit fünf Monaten. Somit hat Brinkum in Mathis Peters nur einen Keeper. Zwar wurde Ralf Müller noch einmal reaktiviert. Doch nach zwei Kreuzbandrissen und einem Bandscheibenvorfall ist intensives Training nicht immer möglich. „Oft gehe ich dann ins Tor“, sagt Trainer Arambasic und schmunzelt: „Ich werde immer besser, obwohl ich manchmal noch richtige Gurkentore kassiere.“ Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

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