Brinkum verliert unnötig mit 28:30 / Engelmann: „Haben Osnabrück-Syndrom“

Zu fahrig in der Schlussphase

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Tim Kieselhorst (am Ball) gehörte zu den besten Brinkumern. Vor allem in der zweiten Halbzeit riss der Hüne das Spiel an sich, als bei seinen Nebenleuten vorne nicht viel funktionieren wollte. Letztlich reichten aber auch seine acht Tore nicht aus.

Brinkum - Von Daniel Wiechert. Sven Engelmann starrte noch Minuten nach dem Ende auf die Spieldaten, so richtig entschlüsseln konnte er den Code, warum seine Verbandsliga-Handballer verloren hatten, nicht auf Anhieb. Mit 30:28 (14:13) entführte die HSG Osnabrück zwei Zähler aus der Halle des Jahn Brinkum. „Das war wirklich unnötig“, sagte Trainer Engelmann: „Wir waren vorne zu harmlos. Das war ein Gegner, den wir hätten schlagen müssen.“

Und es hatte auch lange danach ausgesehen, dass die Brinkumer sich für die Last-Minute-Pleite aus dem Hinspiel (28:29) revanchieren könnten. Denn die Gastgeber fanden gut in die Begegnung hinein, führten früh mit 5:2 (9.) und 7:4 (12.). Doch dann warf das Engelmann-Team zu viele Fahrkarten – Osnabrück glich zum 7:7 (19.) aus, bevor sie in der 26. Minute erstmals mit 11:10 in Führung gingen. Schließlich retteten die HSG-Akteure diesen Ein-Tor-Vorsprung auch in die Kabinen – 14:13.

Aber dann schienen die Brinkumer doch wieder die Kurve zu bekommen. Dank eines überragenden Torwarts Olaf Sawicki und eines aufdrehenden Tim Kieselhorst machten die Hausherren aus einem Drei-Tore-Rückstand (15:18/34.) eine Zwei-Tore-Führung (23:21/47.). Als dann Rechtsaußen Robert Gums mit einem feinen Lupfer auf 27:25 (55.) stellte, schien alles für den sechsten Saisonsieg der Brinkumer angerichtet zu sein. Doch weit gefehlt. Nur drei Minuten später glichen die Gäste aus Osnabrück per Tempogegenstoß zum 28:28 (58.) aus. Dann schalteten die HSG-Akteure nach einem Offensivfoul von Florian Peters wieder schnell um – so stand es 58 Sekunden vor dem Ende 29:28 für die Gäste. Auf der Gegenseite verwarf Sebastian Beckmann, bevor mit dem Tor zum 30:28 die endgültige Entscheidung fiel.

„Ich weiß nicht, warum wir häufig im Angriff vom Tor weg- statt hingezogen haben“, sagte Engelmann und schüttelte den Kopf in seiner Kurz-Analyse: „Denn wenn wir vorne mit Druck agiert haben, waren wir jedes Mal auch erfolgreich.“ Doch gerade in den entscheidenden Szenen wirkten die Brinkumer gestern zu mutlos, zu zaghaft, zu schludrig. „Es ist einfach ärgerlich, wenn du dir zwei Minuten vor dem Ende einfache Fangfehler leistest“, sagte Engelmann, der sich auch über die „unsauberen Abspiele, teilweise auf die Füße“ aufregte. Summa summarum waren es einfach zu viele Unzulänglichkeiten, die letztlich Osnabrück zum fünften Saisonsieg nutzte. Somit liegt die HSG mit 12:20 Punkten gleichauf mit Brinkum.

„Dieser Gegner liegt uns wahrlich nicht“, sagte der Jahn-Trainer: „Wir haben wahrlich ein Osnabrück-Syndrom. Aber zum Glück hat unser kommender Gegner sozusagen ein Brinkum-Syndrom.“ Gemeint ist die HG Jever/Schortens. Nächsten Samstag (18 Uhr) reisen die Brinkumer ins Friesland.

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