Neun Neuzugänge müssen integriert werden

Brinkmann träumt vom großen Wurf mit Brinkum

Der Brinkumer Stab mit seinen Neuzugängen (hinten v.l.): Manager Frank Kunzendorf, Howard Ferreira-Barbosa (mittlerweile nicht mehr im Kader), Marek Löffler, Joshua Brandhoff, Trainer Walter Brinkmann, Esin Demirkapi, Malik Gueye, Betreuer Jörg Böttcher und Manager Uwe Gräser sowie (vorn v.l.): Co-Trainer Jörg Bender, Janek Piontek, Benjamin Schimmel, Marcel Pfaar, Tamino Kröger und Maximilian Wirth.
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Der Brinkumer Stab mit seinen Neuzugängen (hinten v.l.): Manager Frank Kunzendorf, Howard Ferreira-Barbosa (mittlerweile nicht mehr im Kader), Marek Löffler, Joshua Brandhoff, Trainer Walter Brinkmann, Esin Demirkapi, Malik Gueye, Betreuer Jörg Böttcher und Manager Uwe Gräser sowie (vorn v.l.): Co-Trainer Jörg Bender, Janek Piontek, Benjamin Schimmel, Marcel Pfaar, Tamino Kröger und Maximilian Wirth.

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Bereits Ende Juli startet der Brinkumer SV in die Saison der Bremen-Liga. Die Leistungen zuletzt beim Ristedter „Württemberg-Cup“ waren zwar nicht berauschend, aber das Team sollte stark genug sein, um nach Platz drei aus der Vorsaison erneut an der Spitze mitzumischen. Aber wird es zum großen Wurf, sprich dem Titelgewinn, langen?

Nachdem Liga-Überflieger Bremer SV in der Regionalliga-Relegation einmal mehr gescheitert ist, führt auch in dieser Saison der Weg zum Titel nur über den Club aus dem Bremer Westen. Aber kampflos will Brinkums neuer Trainer Walter Brinkmann dem Bremer SV das Feld nicht überlassen.

Trainer wünscht sich, dass es im letzten Saisonspiel noch um etwas geht

Zu dieser Einschätzung passt auch die Aussage des 55-jährigen A-Lizenzinhabers, „dass ich mir erträume, dass es im letzten Saisonspiel für Brinkum noch um etwas geht“. Dazu muss man wissen, dass die Brinkumer zum Saison-Kehraus am 12. Mai 2018 den Bremer SV auf der eigenen Anlage empfangen.

Aber Brinkmann verdeutlicht auch, dass er Realist sein kann. Um den vielleicht personell etwas geschwächten Bremer SV zu überflügeln, „bedarf es von uns eine Saison, in der zu 100 Prozent alles laufen muss. Wir dürfen uns nicht die kleinste Schwäche leisten.“ Solch eine Serie ist eigentlich unvorstellbar. Verletzungen und Formschwächen kommen immer wieder vor. Und dann ist Brinkum ja nicht der alleinige „Jäger“ des Abonnement-Meisters: Auch der Blumenthaler SV, der FC Oberneuland mit Brinkums Ex-Trainer Kristian Arambasic oder auch der starke Aufsteiger aus Hastedt haben hohe Ziele.

Im Brinkumer Kader hat sich jede Menge getan. Von den neun Abgängen tun nicht alle richtig weh. Die nach Oberneuland gewechselten Tom Trebin, Lars Tyca und Daniel Block hätte Brinkum gern gehalten. Auch der Verlust des bisherigen Stammkeepers Niklas Frank schmerzt.

Neun Neuzugänge

Aber die Lücken konnten mit neun Neuzugängen geschlossen werden. Als Frank-Ersatz wurde Benjamin Schimmel vom Liga-Konkurrenten TuS Schwachhausen an den Brunnenweg gelotst. Der 29-Jährige hat keine wirklichen Schwächen und wird Frank komplett ersetzen können. In seinem Schatten soll der 19-jährige Marcel Pfaar reifen, der aus Buntentor geholt wurde. „Marcel hat eine enorme Sprungkraft und ist reaktionsschnell“, urteilt Brinkmann. Torhüter Nummer drei bleibt der erfahrene Ralph Müller (35).

Von Brinkmanns altem Verein, dem SV Heiligenfelde, folgten gleich drei Spieler ihrem Coach nach Brinkum. Joshua Brandhoff (24) ist für den Sturm vorgesehen und war einige Jahre der Haupttorschütze des SVH. Stellt sich die Frage: Kann Brandhoff auch in der Bremen-Liga Fuß fassen? Janek Piontek ist eher ein Vorbereiter. Brinkmann sagt zu den Stärken des Mittelfeldspielers: „Janek besticht durch seine Tempodribblings und die hohe Passgenauigkeit.“ Kleines Manko: Der 25-Jährige konnte zuletzt kaum einmal eine komplette Saison bestreiten, da ihn Verletzungen immer wieder zurückwarfen. Die Nummer drei im Bunde ist Marek Löffler (20), der körperlich sehr robust ist, momentan allerdings wegen einer Blessur ausfällt.

Tamino Kröger wechselt aus den USA zum BSV

Einer der ersten Neuzugänge war Esin Demirkapi. Der 24-Jährige spielte vor seiner Zeit bei BTS Neustadt bereits für Brinkum und war dort sogar schon Kapitän. Demirkapi, den viele schwere Verletzungen immer wieder zurückwarfen, ist kopfballstark und dürfte der Brinkumer Defensive den nötigen Halt verleihen. Zudem ist er schon jetzt einer der Leader im Team. Ebenfalls aus Neustadt kam Malik Gueye nach Brinkum. Brinkmann sagt über den 26-Jährigen: „Malik ist ein Allrounder, der über eine gute Technik verfügt. Bei uns kann er jetzt den nächsten Schritt nach vorn machen.“

Große Stücke hält der BSV-Coach auf Tamino Kröger (23), der in den vergangenen vier Jahren in den USA gespielt hat: „Tamino wird unsere Offensive beleben und auch gegen stärkere Teams bestehen können.“

Zudem steht Brinkum wieder Maximilian Wirth (21) zur Verfügung, der einen einjährigen Abstecher beim Oberligisten TB Uphusen hinter sich hat. „Maxi ist in der Oberliga gereift, besticht mit seinem feinen rechten Fuß und ist auf mehreren Positionen einsetzbar“, sagt Brinkmann.

Aber Brinkum wäre nicht ein Kandidat für eine Top-Platzierung, wenn nicht auch viele Stammkräfte gehalten worden wären. Torjäger Saimir Dikollari, Offensiv-Stratege Marcel Dörgeloh, Abwehr-„Turm“ Jürgen Heijenga, Mittelfeld-Abräumer Jannik Bender oder auch der starke Rechtsverteidiger Inouss Bourai-Toure bürgen für Qualität.

Derzeit fehlt jemand, der Verantwortung übernimmt

Allerdings war zuletzt eine echte Hierarchie im Team nicht zu sehen. Brinkmann hat das auch als Problem ausgemacht: „Das darf so nicht bleiben. Neben Jannik Bender werden wir noch zwei weitere Kapitäne bestimmen. Auf dem Platz muss klar sein, wer das Sagen hat. Es geht nicht an, dass alle ihren Senf im Spiel dazugeben.“

Auch der Fitnesszustand einiger Spieler macht Brinkmann Sorgen: „Die haben in der spielfreien Zeit geschludert. Uns fehlt das Stehvermögen. Das lässt sich auch bis zum Punktspielstart nicht mehr komplett aufholen. Aber eine positive Entwicklung ist zu erkennen.“

Und Stehvermögen wird Brinkum brauchen, denn Brinkmann möchte in seinem Standardsystem 4-2-3-1 den Gegner möglichst früh unter Druck setzen, um die Abwehr zu entlasten. Diese Marschroute ist allerdings sehr laufintensiv und erfordert eine sehr gute Fitness, die momentan das gewünschte Level noch nicht erreicht hat. Denn Brinkmanns Credo lautet: „Nur mit einer guten Deckung kann man wirklich Erfolg haben.“

Nicht der Top-Favorit, aber ein Kandidat für die Spitzenpositionen

In diesem Zusammenhang hatte der Spielplangestalter ein Herz für Brinkum, denn die ersten drei Partien gegen Grolland, Vegesack und Geestemünde treiben keinem den Angstschweiß auf die Stirn. Das sieht auch Brinkmann so: „Gegen diese Gegner muss man punkten. Ein guter Start macht dann im Laufe der Saison vieles einfacher.“

Fazit: Brinkum ist nicht der Top-Favorit auf den Titel, wird aber oben locker mitmischen können. Und vielleicht geht es im letzten Saisonspiel ja tatsächlich noch um etwas, um Brinkmanns Träume Realität werden zu lassen.

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