Bremer SV macht mit einem 5:1 das Double perfekt / „Wir haben aufgehört, uns zu wehren“

Brinkum zu grün hinter den Ohren

+
Kai Tönsmeyer (r.) und seinen Brinkumer Mitspielern fehlte im Pokalfinale gegen den Bremer SV der „Killerinstinkt“.

Bremen - Von Daniel Wiechert. Die Silbermedaille baumelte um Jürgen Heijengas Hals, während er mit einem leeren Blick die Double-Party des Bremer SV beobachtete. „Das jetzt das zweite Mal zu sehen, ist hart“, sagte Brinkums Innenverteidiger. Vor drei Wochen hatten die Bremer in Brinkum die Meisterschaft perfekt gemacht, gestern holten sie durch einen 5:1(2:1)-Erfolg gegen Brinkum auch noch den Bremer Pokal vor 3500 Zuschauern auf der Anlage des TuS Komet Arsten – und zogen somit in die DFB-Pokalhauptrunde ein.

Während im Hintergrund der Bremer SV das Double bejubelt, verharren Brinkums Trainer Dennis Offermann (Mitte) und seine Spieler Jannik Bender (l.) sowie Jürgen Heijenga in Schockstarre.

Besonders die Art und Weise der gestrigen Niederlage schmerzte alle Brinkumer Beteiligten. „Wir haben am Ende aufgehört, uns zu wehren“, schimpfte Heijenga. „Der BSV war uns heute in allen Belangen überlegen“, musste Brinkums Trainer Dennis Offermann feststellen. Und sein Gegenüber vom Bremer SV, Klaus Gelsdorf, meinte: „Nachher hat sich Brinkum ein Stück weit aufgegeben.“

Dabei hatte es doch so gut für den Vizemeister begonnen: Marcel Dörgeloh schickte Jan-Christoph Kornau auf die rechte Außenbahn, seine Flanke wehrte Bremens Linksverteidiger Sebastian Kmiec im Strafraum mit der Hand ab – Elfmeter. Diesen verwandelte Saimir Dikollari sicher unten links – 1:0 (16.). Nur zwei Minuten später musste Brinkums Steffen Röpke (Gehirnerschütterung) nach einem Zusammenprall mit Kmiec runter, Maximilian Wirth kam und hätte fast für das 2:0 gesorgt. Der 19-Jährige wurde von Dörgeloh zur Grundlinie geschickt, Wirth spielte überlegt zurück auf Dikollari, doch der Goalgetter zielte aus 13 Metern drüber.

Es rächte sich prompt. Bremens Sebastian Kurkiewicz setzte sich auf rechts durch, zog in die Mitte und vollendete humorlos unten rechts – 1:1 (24.). Brinkum verlor daraufhin mehr und mehr den Faden. „Wir haben nicht mehr unser Spiel gespielt“, haderte Offermann: „Mit viel zu vielen hohen Bällen haben wir es versucht.“

Die Bremer hatten so wenig Mühe, hinten sicher zu stehen. So blieb Kraft übrig, um nach vorne Akzente zu setzen: Erst scheiterte Christian Schwarz knapp mit seinem Kopfball (41.), dann blockte Brinkums Abwehr einen Kurkiewicz-Schuss, doch Boris Koweschnikow verwandelte den zweiten Ball aus 14 Metern unten links zum 2:1 (42.). Diese Abgezocktheit sei es, „die uns der BSV einfach noch voraus hat“, sagte Offermann: „Wir hatten schwere Beine, die Nervosität schien uns in den Knochen gesteckt zu haben.“

Wer weiß, was passiert wäre, wenn Dörgeloh in der 48. Minute nicht der Ball über den linken Schlappen gerutscht wäre? Der 24-Jährige war von Dikollari bedient worden, doch sein Abschluss war zu überhastet, flog links drüber. Auf der Gegenseite hämmerte Simon Cakir einen Freistoß aus 30 Metern an das Lattenkreuz (56.), bevor die Entscheidung fiel: Nach einer Pass-Stafette über Kurkiewicz und Cakir landete der Ball bei Koweschnikov, der aus einem halben Meter zum 3:1 einschob (65.). Mit dem rechten Außenrist ins linke Eck machte Cakir aus zentraler Position alles klar für den Bremer SV – 4:1 (67.). In der Nachspielzeit gelang dann noch dem eingewechselten BSV-Torjäger Iman Bi-Ria das 5:1.

„So tut es natürlich deutlich doller weh, als wenn man hier knapp mit 1:2 verloren hätte“, sagte Heijenga: „Dabei ist unser Rezept, mutig Fußball zu spielen, anfangs voll aufgegangen. Doch durch zwei individuelle Fehler haben wir Tore hergeschenkt. Und wenn man die Bremer dann Fußball spielen lässt, wird es schwierig.“

Sein Trainer Offermann hatte gar „vier individuelle Fehler“ bei den Gegentoren ausgemacht. „Es war verdient. Der Bremer SV hat uns heute den Schneid abgekauft. Mein Team war vom Kopf her noch nicht so weit“, sagte der 35-Jährige, der zur kommenden Saison den niedersächsischen Oberligisten TB Uphusen trainieren wird: „Aber trotzdem haben wir eine gute Saison gespielt.“

Auch Brinkums Manager Frank Kunzendorf erinnerte nach dem Schlusspfiff an eine „Bomben-Saison. Auch wenn mit dieser Niederlage das i-Tüpfelchen fehlt. Jetzt geht es darum, dass wir die Jungs wieder aufbauen.“

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Coach „Jockel“ Behrens vor Abschiedsspiel

Coach „Jockel“ Behrens vor Abschiedsspiel

Souveräner Auftritt und ein glücklicher Youngster

Souveräner Auftritt und ein glücklicher Youngster

Kantersieg für die Katz’: Melchiorshausen steigt ab!

Kantersieg für die Katz’: Melchiorshausen steigt ab!

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Kommentare