BFV legt Vorgehen für Spielbetrieb unter 2G-Bedingungen fest

Bremer Fußballvereine vor nächstem Kraftakt

Ohne 2G-Nachweis dürften die Amateurfußballer in Bremen auch künftig vor verschlossenen Türen stehen.
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Ohne 2G-Nachweis dürften die Amateurfußballer in Bremen auch künftig vor verschlossenen Türen stehen.

Bleibt die Vorgabe für 2G im Amateurfußball? Falls ja, dürfte es für viele Vereine nicht gerade einfacher werden. Der BFV hat jetzt vorgelegt, wie der Spielbetrieb unter 2G-Bedingungen ab Februar laufen könnte.

Bremen/Weyhe – Die Einleitung, die der Bremer Fußball-Verband für seine jüngste Pressemitteilung gewählt hat, ist spannend – und lässt vermuten, wo die Reise hingehen könnte. Über etliche Zeilen wird die Bremer Impfkampagne gegen das Coronavirus beschrieben. So seien „über 80 Prozent der Bevölkerung mindestens zweimal geimpft, fast 30 Prozent der Bevölkerung haben sich bereits boostern lassen“.

Und auch in den angrenzenden Kreisen Niedersachsens liege die Quote bei mehr als 70 Prozent, schreibt der BFV Ende Dezember. „Daher wollen wir das Fußballspielen weiterhin ermöglichen“, betont der Verband: „Damit die überwältigende Mehrheit an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ihre Sportart ausüben kann.“ Seit Juni könne sich jeder Volljährige kostenfrei impfen lassen, seit August bestünde „diese Möglichkeit auch für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren“.

Sorge, dass sich einige komplett vom Fußball verabschieden

Die Schlussfolgerung dieser mit „Grundsätze“ aufgeführten Einleitung folgt unter dem Punkt „Spielbetrieb unter 2G-Regeln“: „Sollte die staatliche Verfügungslage in einer oder mehreren Gebietskörperschaften ab dem 1. Februar 2022 einen Spielbetrieb nur noch unter 2G-Bedingungen zulassen, so wird der Bremer Fußball-Verband diesen für seinen Zuständigkeitsbereich im Alt-Senioren, Herren- und Frauenbereich sowie bei der A-, B- und C-Jugend weiter veranstalten.“ Heißt: Umgeimpfte und Nicht-Genesene wären raus. Für Rolf Schwenke, Trainer der Verbandsliga-Fußballerinnen des SC Weyhe, eine heikle Angelegenheit. „Ich bin ein klarer Impfbefürworter, bringe aber auch Verständnis auf für Personen, die Bedenken haben. Gerade bei jungen Frauen kann ich das schon nachvollziehen.“ Die 2G-Regel würde „einige ausgrenzen“, meint der Trainer. Auf Dauer könnten einige dadurch komplett von Bord gehen.

Welche Auswirkungen 2G auf den Amateurfußball haben kann, war bereits im Dezember sichtbar geworden. Am Nikolaustag verlautbarte die Freie Hansestadt Bremen eine neue Corona-Verordnung. Wer nicht geimpft oder nicht genesen ist, darf sich „über den eigenen Hausstand hinaus nur mit zwei Personen eines weiteren Hausstandes“ treffen. Direkt wurden alle fünf für das folgende Wochenende angesetzten Fußballspiele abgesagt.

Das bedeutet die Warnstufe 3 in Niedersachsen

In Niedersachsen gilt bis zum 15. Januar die Weihnachts- und Neujahrsruhe – und damit die Warnstufe 3. Das bedeutet: Im kompletten Bereich einer Sportanlage (draußen und drinnen) ist 2G-plus angesagt. Nur vollständig geimpfte Personen mit Auffrischungsimpfung und vollständig geimpfte Personen nach Genesung benötigen keinen aktuellen Corona-Test. „Auch kann auf die zusätzliche Testung verzichtet werden, wenn pro Person eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung steht“, heißt es auf der Homepage des Niedersächsischen Fußballverbandes (Stand 15. Dezember). Die FFP2-Maske darf nur während des Sporttreibens abgenommen werden. Für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gilt weder 3G noch 2G oder 2G-plus.

„Das Thema werden wir so schnell nicht mehr los“, sagt Mike Gabel, Trainer des Bremen-Liga-Zweiten Brinkumer SV, zu den ständig neuen Verordnungen: „Wie ich bereits vor eineinhalb Jahren gesagt habe, werden wir lernen müssen, damit zu leben.“ Seines Wissens nach seien im Brinkumer Team alle geimpft oder genesen: „Momentan haben wir drei Coronafälle – alles Geimpfte.“

Würden aktuelle Tests also nicht viel mehr Sinn ergeben? Für Trainer Rolf Schwenke schon. Für ihn wäre es eine Überlegung wert, dass Tests, die in Schulen, am Arbeitsplatz oder dergleichen durchgeführt werden, auch zum Sporttreiben berechtigten.

Mit den Schultestungen haben sich auch die spieltechnischen Ausschüsse des BFV beschäftigt. Falls diese nicht ausreichend seien, werde der Spielbetrieb im Kinderbereich (D-Jugend und jünger) „zunächst ausgesetzt“, heißt es in der Mitteilung.

Überhaupt würde eine strikte 2G-Regelung die Jugendabteilungen der Vereine vor eine große Herausforderung stellen. In der Tat sei es derzeit ein „schwieriges Thema“, sagt Thorsten Wirth, Koordinator beim JFV Weyhe-Stuhr. „Viele Jungs sind geimpft, aber längst nicht durchgängig. Daher könnte so eine Regelung schon problematisch werden“, erklärt Wirth mit Blick auf die A-, B-, und C-Junioren: „Wenn es zur Vorgabe wird, müssen wir schauen, wie wir wirklich durch die Saison kommen.“ Der Weyher Koordinator gibt zu bedenken, dass eine solche Handhabung auch zu einer Wettbewerbsverzerrung führen könnte. Es bleibt für alle Beteiligten ein ziemlicher Kraftakt.  

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