Trainer-Abschiede

Bratwurst und Bier: Hobby-Angler Torsten Klein will in seinen Garten einladen

Ein ganz schöner Oschi: Torsten Klein angelt gerne, besonders am Kiessee in Schweringen. Und dann holt er auch schon mal solch einen stattlichen Karpfen aus dem Wasser.
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Ein ganz schöner Oschi: Torsten Klein angelt gerne, besonders am Kiessee in Schweringen. Und dann holt er auch schon mal solch einen stattlichen Karpfen aus dem Wasser.

Bassum/Br.-Vilsen – Viereinhalb Jahre lang war Torsten Klein Trainer beim TSV Bassum – in diesem so schnelllebigen Fußballgeschäft fast schon eine Ewigkeit. Er übernahm den Bezirksligisten in einer heiklen Situation, hielt entgegen aller Erwartungen die Klasse und formte den TSV von eine „Fahrstuhlmannschaft“ zu einem festen Mitglied der Bezirksliga. Doch nach der Saison ist Schluss für Klein in Bassum, der 49-Jährige zieht zum SV Bruchhausen-Vilsen weiter. Der Abschied fällt dem Coach nicht leicht, wie er verrät, lieber hätte er seine erfolgreiche Zeit beim Club mit einer Art „Doppel-Feier“ beendet...

  • Torsten Klein: „Superschöne Zeit“.
  • Mannschaftsparty soll im eignen Garten nachgeholt werden.
  • Die fußballlose Zeit vertreibt sich der 49-Jährige mit Angeln.

Wie schwer fällt es Ihnen, von Ihrer Mannschaft wegzugehen?

Es war eine superschöne Zeit, und es tut weh, dass sie zu Ende geht. Aber als Trainer ist man immer auf der Reise. Es ist schöner, wenn man so geht, als wenn etwas Negatives vorfällt in sportlicher Sicht. So freuen sich beide Parteien auf etwas Neues.

Wie hätte Ihr perfekter Abschied ausgesehen?

Ich habe am 7. Juni meinen 50. Geburtstag, und es war das Ziel, mit dem Saisonende dann alle einzuladen in meinen Garten und eine große Abschiedsfeier zu veranstalten. Das geht natürlich in der aktuellen Situation nicht.

Und wie ist es, jetzt sozusagen ganz leise und quasi durch die Hintertür Abschied zu nehmen?

Total bescheiden. Ich habe da so viel Herzblut reingesteckt, es tut extrem weh. Man hat die Jungs so oft um sich gehabt und jetzt schon lange nicht mehr – dass es das so gewesen sein soll, ist irgendwie komisch.

Wann und wie wird eine Feier im Mannschaftskreis nachgeholt?

Wenn wir das Okay bekommen, werden wir die Feier in meinem Garten auf jeden Fall nachholen. Wenn nicht dieses Jahr oder nächstes, dann halt in drei Jahren.

Was geben Sie zum Ausstand aus?

Wir müssen mal gucken, wann und wie wir überhaupt das nächste Mal zusammenfinden. Den richtigen Abschied wird es bei mir zu Hause geben, aber wenn wir es vorher in Bassum hinbekommen, werden wir sicherlich auch eine Bratwurst essen und ein Bier trinken.

Wie ist aktuell der Kontakt zur Mannschaft? Wird noch irgendwie trainiert?

Der Kontakt ist weniger geworden, mit ein paar Leuten schreibt oder telefoniert man zwischendurch. Mit Mathis Hoffmann als Mannschaftskapitän zum Beispiel oder Andreas Merdon (Co-Trainer, d. Red.). Trainiert wird auch nicht mehr richtig, wir haben zwar eine Laufchallenge gemacht, weil wir gehofft hatten, dass es irgendwann wieder losgeht. Aber da fehlt ja seit einiger Zeit das Ziel, darum ist das verständlicherweise etwas eingeschlafen. Und ansonsten gibt es im Verein auch keine Aufgaben mehr für mich, bei der Kaderplanung zum Beispiel bin ich natürlich komplett raus.

Wie sieht Ihre Zukunft in Vilsen aus? Haben Sie schon Kontakt zur neuen Mannschaft – und gibt es schon Trainingspläne?

Ich hatte noch nicht die Chance, mich persönlich bei der Mannschaft vorzustellen, habe aber trotzdem mit allen schon gesprochen. Trainingspläne haben wir noch nicht gemacht, weil wir ja wie alle erst mal abwarten müssen, was passiert. Und es ist dann auch schwierig, nach so einer langen Pause eine Vorbereitung zu gestalten. Das Ziel ist aber, spätestens Anfang Juli wieder auf dem Platz zu stehen. Und wenn es dann soweit ist, werden wir keinen langen Anlauf brauchen – es werden alle heiß und froh sein, dass es wieder losgeht.

Wie vertreiben oder versüßen Sie sich die fußballlose Zeit?

Ich gehe viel angeln, war zum Beispiel von Mittwochmorgen bis Freitagnachmittag am Kiessee in Schweringen. Das kam sonst immer ein bisschen kürzer, jetzt ist es intensiver. Das ist auch schön und macht Spaß, aber ich würde mich schon freuen, wenn es wieder losgeht.

Mein schönster Moment

Drei Wahnsinnssiege hintereinander – „durch Teamgeist und Wille“

Bei so einem Dreierpack ist es schwierig, in der Zeit danach noch schönere Momente zu finden: Zwar verlief der Rückrundenstart unter Neu-Trainer Torsten Klein Anfang 2017 eher „holprig“, doch drei besondere Siege führten beim TSV Bassum zur regelrechten Ekstase. „Wir waren abgeschlagen und schon verloren“, erinnert sich der 49-Jährige zurück: „Aber dann haben wir gegen die ersten drei Teams in der Tabelle hintereinander gewonnen und die Klasse gesichert. Das war eine Erlösung.“ Auf ein 4:1 beim Dritten SC Uchte folgten ein 2:1 gegen den Primus STK Eilvese und ein 2:1 im Derby beim SV Heiligenfelde – und danach konnte nichts mehr schiefgehen. „Es war jedem klar: Jetzt packen wir das, jetzt kann uns nichts mehr passieren“, berichtet Klein, durch ein 2:1 gegen den SC Twistringen am vorletzten Spieltag brachten die Bassumer den Verbleib in der Bezirksliga unter Dach und Fach. „Wir haben immer daran geglaubt“, betont Klein – noch heute strahlend beim Gedanken daran: „Durch Teamgeist und Wille haben wir es geschafft.“ Es war der besonderste von „vielen schönen Momenten“ in den viereinhalb Jahren beim TSV, „das Highlight“, betont der Coach: „Danach waren wir nie mehr in Abstiegsgefahr und haben uns jedes Jahr ein kleines Stückchen in der Tabelle verbessert.“

An der Seitenlinie – bisher in Bassum, bald in Bruchhausen-Vilsen: Torsten Klein wechselt den Trainerjob.

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