NACHSPIELZEIT

Bratwurst ja, Kamera nein

Endlich, endlich geht es im Fußball wieder auf die Plätze. Vor einigen Tagen wollte ich die Gunst der Stunde nutzen, um vom Eystruper Kreispokal-Match in Stöckse Fotos zu machen, um auch das Archiv zu aktualisieren. Nun ist Stöckse nicht unbedingt das Revier der Kreiszeitung. Egal. Die Zeit war am erwähnten Sonntag da. Also ab ins Auto.

Da ich ein Navi-freies Gefährt habe, musste der ausgedruckte Routenplaner auf dem Beifahrersitz herhalten (ohne Brille beim Fahren schlecht zu lesen). Was ich aber erkennen konnte, waren so komische rote Dreiecke in der Stadt Nienburg. Hat mich aber nicht weiter gestört. Hätte es aber sollen, denn in Nienburg habe ich mich gnadenlos verfranzt. Zwischenstopp bei zwei Tankstellen. In der ersten war eine offenbar russisch-stämmige Kassiererin, die wirklich sehr hilfsbereit sein wollte, mit dem Ort Stöckse aber nichts anzufangen wusste („ich bin erst kurz in Deutschland“). An der nächsten Tanke lief es besser. Zumindest konnte mir da ein Sprit-Kunde in seinem mächtigen Range Rover die ungefähre Richtung erklären.

Also ab ins Auto und los. Es klappte auch. Ich war heilfroh, dass ich nach zehn Fahrminuten ein Schild mit der Aufschrift „Stöckse 6 Kilometer“ erblicken konnte. Die Stimmung stieg. Ich hatte richtig Bock auf den Termin – und lag auch noch gut in der Zeit. In Stöckse angekommen, habe ich den schnuckeligen Sportplatz auch sofort gefunden (ohne Routenplaner!). Fetzige Schlagermusik (jetzt nicht unbedingt mein Fall) und der Geruch von Grillgut (auf alle Fälle mein Fall) empfingen mich. Und es war gutes Fotowetter.

Gerd Töbelmann

Jetzt schnell die Fototasche schnappen, Eystrups Trainer Martin Schultz begrüßen, von ihm einen Spielberichtsbogen wegen der Namen ergattern und dann das verspätete Mittagessen in Form einer Bratwurst einnehmen. Guter Plan.

Schlechte Ausführung. Grund: Beim Öffnen des Kofferraumes gähnende Leere. Keine Kamera. Schockstarre. 110 Kilometer für die Katz’. Fürs Umdrehen und Holen der Kamera war es zu spät. Martin Schultz habe ich auch nicht begrüßt. Zu peinlich. Aber heimlich habe ich mir die Wurst als Nervennahrung gegönnt.

Also wieder ab ins Auto. In der Redaktion angekommen, stand die Tasche unangetastet neben meinem Schreibtisch. Sprachlose, mit dem Kopf schüttelnde Kollegen.

Übrigens: Einige Tage später habe ich Martin Schultz beim Kreisliga-Heimspiel gegen Duddenhausen wiedergesehen. Wieder gab es eine Bratwurst. Und diesmal hatte ich die Kamera nicht vergessen . . .

Rubriklistenbild: © Ehlers

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