24-jähriger Stürmer führt die Bremen-Liga-Torjägerliste an – und ist Nationalspieler

Brandhoff und Brinkum: „Es läuft wahnsinnig gut“

Joshua Brandhoff dreht jubelnd ab – am Samstag schon wieder viermal. Der 24-Jährige trägt bei Spielen immer weißes Tape ums linke Handgelenk und verrät: „Damit haben ein paar Kumpel und ich in der B-Jugend angefangen. Das haben wir uns bei Bastian Schweinsteiger abgeguckt. Und es ist mittlerweile ein kleines Markenzeichen geworden.“ - Foto: Töbelmann
+
Joshua Brandhoff dreht jubelnd ab – am Samstag schon wieder viermal. Der 24-Jährige trägt bei Spielen immer weißes Tape ums linke Handgelenk und verrät: „Damit haben ein paar Kumpel und ich in der B-Jugend angefangen. Das haben wir uns bei Bastian Schweinsteiger abgeguckt. Und es ist mittlerweile ein kleines Markenzeichen geworden.“

Brinkum - Von Malte Rehnert. Auf der Sportanlage des SV Heiligenfelde ist er immer präsent. An einer kleinen Steinmauer sind Schilder mit den Namen der besten Vereins-Torjäger der vergangenen Jahre angeschraubt. Und Joshua Brandhoff taucht da gleich mehrfach auf. Im Sommer brach er jedoch seine Zelte beim Fußball-Bezirksligisten ab und wechselte zum Bremen-Ligisten Brinkumer SV.

Auch dort könnten sie mal über eine gravierte Plakette nachdenken, denn der 24-Jährige hat bei seinem neuen Club einen Traumstart hingelegt und führt in Bremens höchster Spielklasse die Torschützenliste an – mit 14 Treffern in neun Spielen. Das ist bereits einer mehr als in der kompletten Vorsaison, als er mit zwei Muskelfaserrissen jedoch vier Monate ausgefallen war.

„Bis jetzt läuft es wahnsinnig gut. Alle meine Erwartungen wurden absolut übertroffen“, schwärmt Brandhoff: „Als ich hierher kam, wollte ich erst mal einfach jede Minute mitnehmen. Und jetzt das. . .“ Der Mittelstürmer ist Stammspieler, hat am Samstag zum 10:0 beim VfL 07 schon seinen zweiten Viererpack der noch jungen Saison beigesteuert. Zu den 14 Ligatreffern kommen auch noch vier im Pokal hinzu. Die Statistik sagt, dass er für ein Tor durchschnittlich nur 44 Minuten braucht. Herausragend! Und durchaus ein bisschen überraschend.

„Er ist sehr torgefährlich“

Als Brandhoff – in der Jugend erst für den TSV Bassum, dann für den TSV Bramstedt am Ball – den Sprung nach Brinkum wagte, gab es einige, die zweifelten, ob er es auch dort schafft. Sein Trainer Walter Brinkmann, der ihn auch schon in Heiligenfelde unter seinen Fittichen hatte, räumt ein: „Ich hatte auch ein paar Bedenken, wie er damit umgeht, wenn er plötzlich große Konkurrenz hat – und vielleicht auch mal von der Bank kommt.“ Das Zwischenfazit des 55-Jährigen: „Nur positiv. ,Joschi’ hat sich sehr gut mit der Situation arrangiert.“ Brandhoff habe in der Jugend zwar keine fußballerische Ausbildung bei einem höherklassigen Verein gehabt – aber, lobt Brinkmann: „Das kompensiert er mit großem Geschick. Er ist sehr torgefährlich und hat einen super Abschluss.“

Zuletzt zu bewundern beim VfL 07, als bei Brandhoff „alles klappte“ (Brinkmann), er auch noch zwei Tore vorbereitete und dreimal per Kopf traf – obwohl das, wie er selbst zugibt, trotz seiner Größe von über 1,90 Meter nicht zu seinen fußballerischen Trümpfen gehört. „Ich sehe mich nicht als Kopfball-Spezialisten. Ich benutze einfach jedes Körperteil, auf das ich angespielt werde“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Nach seinem Viererpack ist Brandhoff, der sich als sehr ehrgeizig bezeichnet, nicht nur im Torjäger-Klassement der Bremen-Liga vorn, sondern auch im vereinsinternen – mit 14:9 vor Saimir Dikollari, der wegen seiner Elternzeit in Albanien jedoch drei Spiele verpasste. „Beide haben vielleicht den Anspruch, am Ende die meisten Tore zu haben. Aber das ist befruchtend“, findet Brinkmann: „Sie suchen sich auf dem Platz gegenseitig.“

Bereits 40 Tore auf dem Konto 

Auch Brandhoff, der mit Dikollari (33) ein Wechselspiel zwischen Linksaußen und Sturmmitte betreibt, ist ganz angetan. „Es klappt super. Saimir ist dynamisch, schnell und vor dem Tor eiskalt. Von ihm kann ich mir noch viel abgucken.“ Das tut er übrigens schon länger. Beim „Württemberg-Cup“ in Ristedt sei der damalige Heiligenfelder dem damaligen Uphuser über den Weg gelaufen. „Ich weiß nicht, ob er wusste, wer ich bin. Aber ich kannte ihn. Er gehörte da ja bereits zu den besten Stürmern in dieser Region“, erzählt Brandhoff.

Nun wirbeln Dikollari und er gemeinsam für Brinkum und haben großen Anteil daran, dass der Tabellendritte bereits 40 Tore auf dem Konto hat. Wieviele es am Ende für Brandhoff sein werden, mag er selbst nicht prophezeien. Sein Bestwert aus Heiligenfelde (33 Tore) sei jedoch schwer zu knacken, glaubt er: „Die 30 ist so eine magische Marke. Ich würde mich aber natürlich nicht dagegen wehren.“ Sein Nahziel ist es allerdings, „auch mal gegen eine Top-Mannschaft zu treffen. Das ist nicht einfach, das Tempo ist da höher und der Druck des Gegners größer – ein ganz anderer Schnack als in der Bezirksliga.“

Gefordert wird der 24-Jährige jedoch nicht nur in Brinkum, sondern auch in der deutschen Nationalmannschaft – die von der Post, bei der er in Bremen aktuell eine kaufmännische Ausbildung absolviert. „Wir spielen demnächst in Marienfeld beim Klosterpforten-Cup, unter anderem gegen Traditionsteams von Bundesligisten“, berichtet Brandhoff: „Und wir haben eine coole Truppe.“ Mit dabei ist auch der Ex-Brinkumer Christian Ahlers-Ceglarek, der nun beim Bremer SV im Tor steht – und den Brandhoff im November in der Bremen-Liga wiedersieht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Linke Demos zum 1. Mai - Krawalle in mehreren Städten

Linke Demos zum 1. Mai - Krawalle in mehreren Städten

RB Leipzig kämpft sich ins Pokalfinale - Kohfeldt bleibt

RB Leipzig kämpft sich ins Pokalfinale - Kohfeldt bleibt

Meistgelesene Artikel

Tabellenführer um FC Sulingen sind die großen Verlierer

Tabellenführer um FC Sulingen sind die großen Verlierer

Tabellenführer um FC Sulingen sind die großen Verlierer
„Ich habe mein Büro immer dabei“

„Ich habe mein Büro immer dabei“

„Ich habe mein Büro immer dabei“
Kristina Logvin - neue Freiheit bei den „Löwinnen“

Kristina Logvin - neue Freiheit bei den „Löwinnen“

Kristina Logvin - neue Freiheit bei den „Löwinnen“
„Es hat Nerven gekostet, aber . . .“

„Es hat Nerven gekostet, aber . . .“

„Es hat Nerven gekostet, aber . . .“

Kommentare