Startnummer 1

Boxer Jan Allen überzeugt mit Beinarbeit und Übersicht

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Startnummer 1: Boxer Jan Allen

Kirchweyhe - Erstaunlich, aber wahr: In Jan Allen hat eines der größten Talente des Boxkreises Diepholz kein überschäumendes Interesse am Profiboxen. Während der Fußball-Nachwuchs zumeist von Kindesbeinen an versucht, seinen Bundesliga-Vorbildern nachzueifern, räumt der 23-Jährige freimütig ein: „Ich schaue mir selten Boxkämpfe an. Ab und zu mal einen Klitschko-Fight. Aber nicht regelmäßig.“

Dabei weist Allen laut seines Trainers Rüdiger Förster von Statur und Kampfstil her durchaus eine gewisse Ähnlichkeit zu Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko auf: „Jan nutzt mit fast zwei Metern Größe genau wie Klitschko seine Reichweitenvorteile. Er ist auch jemand, der über die Technik kommt – kein Rummelboxer. Jan hat eine gute Beinarbeit, besitzt eine exzellente Ringaufteilung und wartet auf Lücken in der Deckung des Gegners. Er hat alles, was einen erfolgreichen Schwergewichtsboxer ausmacht.“

Dabei zählt der Kfz-Mechaniker beim Faustkampf eher zu den Spätzündern. Erst vor drei Jahren verschlug es den Weyher zum Boxen – und dies sogar eher zufällig. „Ich habe eigentlich nur nach einer Sportart gesucht, um mich fit zu halten. Mein Vater hat früher auch geboxt und mir deshalb dazu geraten. Also bin ich nach Kirchweyhe zum Boxring 46 gegangen, und dort hat es mir auf Anhieb super gefallen, so dass ich dabei geblieben bin“, schildert Allen seine boxerischen Anfänge.

An einen Fight war allerdings zunächst noch nicht zu denken. Erst nach sechs harten Monaten Techniktrainings wurde der Hüne ins kalte Wasser geworfen – und bestand die erste Bewährungsprobe mit einem Teilerfolg. „Mein Gegner hatte ähnlich wenig Erfahrung wie ich. Das war schon lustig. Wir wussten beide nicht so richtig, wie es geht. Deshalb kam am Ende auch ein Unentschieden mit kaum Treffern heraus“, erzählt Allen mit einem Schmunzeln. Acht Wochen später langte der 23-Jährige dann aber schon bedeutend besser hin.

In Delmenhorst feierte er in seinem zweiten Kampf den ersten Sieg und erinnert sich gerne daran zurück: „Seinen ersten Sieg vergisst man natürlich nicht. Das war schon etwas Besonderes für mich.“

Zudem wohl auch der endgültige Durchbruch: Während das anfangs vorhandene Lampenfieber immer mehr abnahm, verbesserten sich Schlaghärte und Präzision, so dass sich Allen im vergangenen Jahr reif für seine erste Landesmeisterschaft fühlte. Eine gute Entscheidung, da der Rechtsausleger in Hannover auf Anhieb bis ins Halbfinale vorstieß und laut Förster sogar nur hauchdünn am Finaleinzug vorbeischrammte: „Eigentlich war Jan der bessere Boxer. Leider hat er kurz vor Schluss eine völlig überflüssige Verwarnung wegen Haltens kassiert. Dadurch hat er den Sieg noch aus der Hand gegeben. Das ist halt die Unerfahrenheit.“

Trotzdem stellte die Bronzemedaille natürlich einen Riesenerfolg dar. Entsprechend positiv fiel auch das Fazit von Allen aus: „Damit hatte ich vorher niemals gerechnet. Jetzt möchte ich es in sechs Monaten bei der nächsten Landesmeisterschaft vielleicht noch ein Stück besser machen und nach Möglichkeit ins Finale kommen.“

Dann am liebsten mit einem Knockout, der noch in der Sammlung des baumlangen Modellathleten fehlt. „Das will ja jeder Schwergewichtler irgendwann. Noch konnte ich keinen verbuchen“, sagt Allen. Bei seinem Talent dürfte er jedoch nicht mehr lange auf den ersten K.o.-Sieg warten müssen.

drö

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