Asendorfer Kugelstoßerin Vierte bei deutschen Jugendmeisterschaften / Cordes erlebt Debakel

Bormann bleibt die Holzmedaille

Kreis-Diepholz - Von Arne FlüggeMÖNCHENGLADBACH · Am Ende hatte Tim Cordes nur noch einen Wunsch. „Weg hier, bloß schnell weg hier“, seufzte der Speerwerfer des TSV Asendorf. Die deutschen Jugend-Meisterschaften der Leichtathleten in Mönchengladbach waren für den 17-Jährigen mit einer für ihn indiskutablen Weite von 55,97 Metern und Platz elf zum Fiasko geworden. Und daher wollte Cordes diesen Wettkampf am liebsten auch „in die unterste Schublade schmeißen und die dann ganz schnell abschließen.“ Seine Vereinskollegin Christin Bormann war da schon besser gelaunt. Zwar verpasste die 18-Jährige im Kugelstoßen mit Platz vier das Treppchen, erzielte mit 14,15 Metern aber immerhin eine neue persönliche Bestweite.

Davon war Cordes meilenweit entfernt. Auf 65,5 Meter hatte der Asendorfer den Speer in dieser Saison bereits geworfen. Und nun dieser Einbruch in Mönchengladbach. „Ich habe allerdings auch seit einem Monat Probleme mit der Achillessehne, konnte nur eingeschränkt trainieren“, berichtete Cordes, der dieses Handikap aber nur bedingt als Entschuldigung akzeptierte: „Die Motivation war da, doch ich konnte den Schalter nicht zu 100 Prozent umlegen. Das ist richtig bitter.“

Nachdem Cordes in seinen ersten beiden Versuchen nicht über Weiten von 55,94 m und 55,97 m hinausgekommen war und den dritten Durchgang in den Sand gesetzt hatte, gab er entnervt auf. Zum Vergleich: Die Siegesweite von Bernhard Seibert (LC Jena) lag bei 72,48 m. Um in die Medaillenränge zu kommen, hätte Cordes schon gut 68,5 m werfen müssen. Davon konnte er an diesem Tag noch nicht einmal träumen.

„Ich bin dann ausgestiegen. Es war schlimm, die Enttäuschung ist riesengroß“, sagte Cordes. Und als er ziemlich frustriert die Anlage verließ, „habe ich zu mir gesagt: ,Fass dir selbst an den Kopf, Junge! Was hast du da bloß gemacht‘.“

Trainerin Ute Schröder baute ihren Schützling noch an Ort und Stelle auf. „So etwas kann passieren. Die Verletzung hat ihn allerdings auch behindert. Tim muss diesen Wettkampf jetzt vergessen. Der Wille war da, aber es hat nicht gepasst“, erklärte Schröder, die Cordes jetzt erstmal eine Pause verordnete. „Er muss sich auskurieren“, meinte die Trainerin. Folglich wird Cordes am Wochenende nicht an den deutschen Junioren-Meisterschaften teilnehmen, für die er eigentlich gemeldet war.

Während Tim Cordes frustriert die Heimreise antrat, war seine Teamkollegin Christin Bormann bereits auf dem Weg in den Urlaub. Es ging auf die Nordseeinsel Norderney, und im Gepäck hatte die 18-Jährige einen vierten Platz im Kugelstoßen. „Es wurde zwar nur die Holzmedaille, aber auch das ist eine Medaille“, schmunzelte Bormann, die mit ihrem Abschneiden nicht unzufrieden war. Schließlich verbesserte sie im vierten Versuch ihre persönliche Bestleistung – wenn auch nur um drei Zentimeter – auf 14,15 m. „Ich hatte zuerst 14,50 m von der Ansagerin verstanden und schon richtig gejubelt. Doch es waren dann doch nur 14,15 m“, sagte Bormann.

„Die Leistung gezeigt,

die sie drauf hat“

Zu diesem Zeitpunkt lag sie noch in Reichweite einer Medaille, „und vielleicht wäre der dritte Platz auch dringewesen, doch dann hat die Konkurrenz richtig angezogen. Und wenn man dann merkt, man kommt nicht mehr heran, dann macht auch irgendwann der Kopf dicht“, erklärte Bormann. So verriss sie den letzten Versuch mit dem Mute der Verzweiflung komplett. Der Medaillentraum, für den sie allerdings auch 14,68 m hätte stoßen müssen, war dahin. „Da muss ich mich noch besser durchbeißen, cooler bleiben. Daran muss ich arbeiten“, erklärte Bormann selbstkritisch. Allerdings strahlte sie auch Zufriedenheit über Rang vier aus, mit dem sie immerhin ihren Meldeplatz behielt. Siegerin Shanice Craft (MTG Mannheim/16,05 m) wirft ohnehin in einer ganz anderen Liga. „Craft ist gerade in Barcelona Weltmeisterin geworden“, berichtete Bormanns Trainerin Ute Schröder, „gegen diese starke Konkurrenz hat sich Christin sehr gut verkauft. Die ersten Drei liegen schließlich auch in der Bestenliste vor ihr.“

Dass Bormann im letzten Versuch alles riskiert und doch nichts mehr gewonnen hatte, ist für die Trainerin kein Beinbruch. „Im letzten Jahr lag Christin mit 12,60 noch völlig daneben. Diesmal hat sie die Leistung gezeigt, die sie drauf hat“, lobte Schröder, die als Kadertrainerin am Ende der Meisterschaften doch noch einen Schützling auf dem Treppchen hatte: Berit Warnecke (Walsrode) wurde mit 47,14 m im Speerwurf Zweite.

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