Deutschlands Schiedsrichterin des Jahres vorab von Schiri-Boss Wilfried Heitmann ausgezeichnet / Von Champions League bis BSV Rehden

Blumen für die Beste: Riem Hussein in Barnstorf geehrt

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Norddeutschlands Schiedsrichter-Boss Wilfried Heitmann gratulierte Dr. Riem Hussein vor versammelter Schiri-Elite. ·

Barnstorf - Von Cord KrügerWilfried Heitmann konnte es nicht lassen: „Für diese Aktion werde ich die Gelbe oder gleich die Gelb-Rote Karte vom DFB bekommen“, scherzte der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses vom Norddeutschen Fußball-Verband (NFV), als er am Samstag mit einem Blumenstrauß vor Dr.

Riem Hussein stand. Noch bevor nämlich der DFB die Bad Harzburgerin zur Schiedsrichterin des Jahres küren konnte, gratulierte ihr Heitmann im Barnstorfer Hotel Roshop – zu Beginn des zweitägigen Lehrgangs für die knapp 90 Verbands-Referees des NFV.

Die Apothekerin selbst reagierte nicht überrascht, denn von dem deutlichen Votum der Schiedsrichter-Kommission im Deutschen Fußball-Bund (DFB), der auch Wilfried Heitmann aus Drentwede angehört, hatte sie schon vorab erfahren. „Aber ich freue mich wirklich, denn es ist hoffentlich ein Zeichen, dass ich nicht ganz viel falsch gemacht habe“, strahlte die 32-Jährige.

Seit 2001 pfeift Riem Hussein. Damals spielte sie noch selbst in der 2. Bundesliga für den MTV Wolfenbüttel. 2005 „habe ich mich dann entschieden, ein bisschen mehr als Schiedsrichterin aktiv zu sein“. Eine weise Entscheidung, denn noch 2005 stieg sie als Unparteiische in die zweite Liga der Frauen auf, ein Jahr später stand sie bereits auf der Liste der Referees für die Frauen-Bundesliga. 2009 schaffte sie den Sprung in den Kader der Fifa-Schiedsrichterinnen. Seitdem folgten Champions-League-, Länderspiel- und U 19-EM-Einsätze. Präferenzen hinsichtlich der Ansetzungen hat sie nicht: „Es gibt viele schöne Erinnerungen, die haften bleiben.“ Dazu zählt auch das DFB-Pokalfinale der Frauen von 2010 in Köln mit 26 000 Zuschauern. „Es war richtig, das Endspiel von dem der Männer in Berlin abzutrennen und es nicht im Vorfeld als Beiprogramm laufen zu lassen.“ Ob jedoch auf Bundes- oder internationaler Bühne, ob bei einem Frauen-Länderspiel oder einem Duell der Männer-Regionalliga Nord wie zum Beispiel im April zwischen dem BSV Rehden und Werder Bremen II – vieles ähnele sich: „Ein bisschen Anspannung vorher gehört dazu. Das Rehden-Spiel etwa war mein erstes nach einer langen Winterpause. Und das, was ich in den Stunden vorher tue, läuft ebenfalls nach einem Schema ab – von der Anreise bis zum Essen vier Stunden vor dem Anpfiff.“

Fast die gesamte Freizeit geht für diese Aufgabe drauf – doch bei vielen ihrer Kollegen, die sie am Wochenende in Barnstorf wiedersah, ist das ähnlich. Umso mehr freute sich Heitmann, fast alle der aktuellen Verbands-Schiris pünktlich begrüßen zu dürfen. Am Abend zuvor hatten sich bereits die Lehrwarte der vier norddeutschen Landesverbände getroffen, um das Seminar vorzubereiten. Dabei zog Heitmann ein positives Fazit der abgelaufenen Serie: „Insgesamt waren wir mit den Leistungen unserer Schiedsrichter sehr zufrieden.“

Um dieses Niveau zu halten und vielleicht noch zu toppen, gab's für die Eingeladenen ein volles Programm. Dazu zählten Informationen über die aktuellen Regeländerungen ab der neuen Spielzeit und Seminare – etwa über Kommunikation und Rhetorik sowie zur Nutzung neuer Medien in Aus- und Weiterbildung. Doch auch der Regeltest mit 15 Fragen und die praktische Leistungsprüfung im Barnstorfer Schulzentrum durften nicht fehlen. Beim „Helsen-Test“ mussten die Unparteiischen 4 000 Meter sowie verschiedene Sprintstrecken bei strahlendem Sonnenschein absolvieren. Auch hier konnten sich die Ergebnisse sehen lassen.

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