Startnummer 29

„Bliev drup“ – der FC Bayern des Boßelsports

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Der Pokal und dieses Team gehören seit neun Jahren untrennbar zusammen: Günter Sittnick, Oliver Job, Nils Kammacher und Christoph Sittnick (v.l.) feierten die nächste Verbandsmeisterschaft.

Braenburg - In Barenburg gab es in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum zu bestaunen. 2006, als in Deutschland das Sommermärchen im Fußball gefeiert wurde, als Benedikt XVI. noch Papst war und Nintendo die Spiele-Konsole Wii auf den Markt brachte, gewann die erste Herrenmannschaft des Vereins „Bliev drup“ die Fachverbandsmeisterschaft im Boßeln. Heute, neun Jahre später, sind Barenburgs Boßeler immer noch Meister.

Im Oktober holten die Werfer zum zehnten Mal in Serie den Titel an die Große Aue. Dafür ist die Mannschaft für die Sportlerwahl 2015 nominiert. Aber woher kommt diese Dominanz? Karl-Heinz Nöhre, erster Vorsitzender des Vereins, versucht zu relativieren: „Es kommt immer auch auf die Tagesform an. Manchmal waren die Ergebnisse sehr knapp.“ In diesem Jahr allerdings nicht: Auf der etwa fünf Kilometer langen Strecke in Kirchdorf brauchten Barenburgs Boßeler nur 46 Würfe und kamen dabei sogar 74 Meter über das Ziel hinaus. Mit großem Abstand folgte auf Platz zwei der acht Mannschaften Warscho Wehrbleck mit 53 Würfen und 29 Metern.

Doch ob knapp oder nicht: Eine solche Siegesserie kann wohl kaum Zufall sein. Zumal sich die Zusammensetzung der vier Werfer im Barenburger Team im Lauf der Zeit verändert hat.

Der einzige, der bei allen Meisterschaften seit 2006 dabei war, ist Günter Sittnick. Der 58-Jährige ist mittlerweile der älteste Werfer der Mannschaft. Er hat einen möglichen Grund für die Barenburger Überlegenheit ausgemacht – den guten Kontakt nach Ostfriesland, einer Hochburg des Boßelsports. „Da wachsen die Leute mit dem Boßeln auf, so wie hier mit Fußball oder dem Schützenverein“, verdeutlicht Sittnick. Der Kontakt dorthin gehe bis in die Gründungszeit des Vereins unter dem damaligen Präsidenten Horst Behlen zurück. Seitdem gebe es immer mal wieder Treffen mit dortigen Vereinen, bei denen Erfahrungen und Tricks mit der Kugel ausgetauscht werden.

Eine Rangliste mit einer Wertung über die Übungswürfe im Laufe der Saison bestimmt in Barenburg, wer zur ersten Riege gehört. Neben Günter Sittnick waren in diesem Jahr Nils Kammacher, Oliver Job und sein Sohn Christoph Sittnick dabei. Vater und Sohn teilen schon lange die Leidenschaft fürs Boßeln. Eine Konstellation, mit der beide gut leben können. „Es ist schön, wenn er sonntagmorgens vorbeikommt und wir zusammen dahin gehen“, betont Günter Sittnick. Kleine Frotzeleien kommen dabei eher selten vor. Schließlich sind sich beide einig, wer der Bessere an der Boßel ist. „Das bin ich, das muss ich schon sagen“, sagt Christoph Sittnick grinsend. „Er hat die Sprungkraft eines Jüngeren und kann die Wurfkraft besser umsetzen“, pflichtet sein Vater ihm bei.

Auch im nächsten Jahr wollen beide den Titel verteidigen. „Wenn man antritt, will man auch gewinnen“, verdeutlicht Christoph Sittnick. Für den 30-Jährigen steht aber vor allem der Spaß im Vordergrund. Das gilt vermutlich auch für seine Gegner, die vor Barenburgs Überlegenheit sonst vielleicht schon kapituliert hätten. Doch da winkt Günter Sittnick schmunzelnd ab: „Natürlich gibt es bei dem einen oder anderen schon mal Resignation – aber die ist nach dem zweiten Bier wieder weg.“

kal

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