Anna-Lena Freese hat nach dem WM-Aus die erste Bitterkeit überwunden

Blick über den Kreml hinaus

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Nur eine Oberschenkel-Verletzung verhinderte, dass Anna-Lena Freese morgen die deutschen Farben bei der WM in Moskau vertreten darf. Doch das Pech wirft die Sprinterin nicht aus der Bahn.

Brinkum - Von Daniel WiechertWährend Diskus-Star Robert Harting Gold-Grüße aus Moskau schickte, saß Anna-Lena Freese daheim – verletzt. Dabei sollte morgen der große Tag für die Sprinterin des FTSV Jahn Brinkum bei der Leichtathletik-WM in Russland werden.

Schließlich war die Nachwuchshoffnung für die 4x100-Meter-Staffel der Frauen nominiert gewesen. Doch dann machte es beim Kaderlehrgang in Dortmund knack – und der Traum vom Start in Moskau war Geschichte, bevor er begonnen hatte.

Anfangs war der Schock groß, doch zwei Wochen nach dem verhängnisvollen Trainingsunfall klingt die 19-Jährige wieder zuversichtlich: „Mir geht es ganz gut. Montag waren wir nochmal beim Arzt, der die Diagnose bestätigt hat“, so Freese. Die bittere Wahrheit: Muskelfaserriss und Sehnenanriss im Oberschenkel. „Wir werden uns jetzt nochmal mit den Ärzten zusammensetzen und schauen, welche Behandlungsmethode am wirkungsvollsten ist“, erklärt die Sprinterin den weiteren Verlauf zur Genesung.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ob sie noch Wettkämpfe in dieser Saison bestreiten wird, scheint unwahrscheinlich. „Ich habe jetzt erstmal Saisonpause. Zwar kann so eine Verletzung vielleicht schneller als gedacht ausheilen, aber ich mache mir keinen Stress. Ich muss mir jetzt die Zeit nehmen, die ich brauche“, sagt Freese.

Die erste Bitterkeit ist also überwunden. Zwar sitzt der Stachel noch tief, an ihre Leidenschaft denkt sie trotzdem bereits wieder. „Ich verfolge auch die WM in Moskau. Und es freut mich, dass es bisher für unsere Athleten so gut läuft“, berichtet Freese.

Ob sie allerdings schon so weit ist, sich die morgige 4x100-Meter-Staffel anzuschauen? „Für mich ist das ein bisschen schwer, weil ich mich so unglaublich auf diesen Start gefreut habe. Aber es interessiert mich natürlich schon, wie wir abschneiden werden.“

Das „Wir“ in der Aussage der Sprinterin ist entscheidend. Sie denkt, fühlt und lebt ihre Leichathletik-Leidenschaft auch in schweren Zeiten. Und dass Freese imstande ist, Rückschläge in Motivation umzuwandeln, bewies die Sprint-Hoffnung bereits im vergangenen Jahr, als sie immer wieder verletzungsbedingt aussetzen musste. Damals kamen bei Beobachtern erste Zweifel an ihrer Belastbarkeit auf, aber Freese strafte diese Lügen. Besonders als sie bei der Mannheimer Junioren-Gala mit 23,28 Sekunden über die 200 Meter ihre persönliche Bestzeit pulverisierte und ein bundesweites Ausrufezeichen setzte. Diesen Glanzmoment sollte sich Freese über die Saison hinaus bewahren.

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