START IN DIE SAISON Verletzung setzt SCT-Flügelstürmer Hainke außer Gefecht

„Das Bitterste, was ich je erlebt habe“

Schwimmen kann er momentan noch, Fußballspielen geht allerdings nicht: Twistringens Christoph Hainke. Foto: HAINKE

Twistringen - Von Felix Schlickmann. Ganz grundsätzlich kann man wohl sagen, dass es für einen Kreuzbandriss keinen guten Zeitpunkt gibt. Einen schlechteren Augenblick hätte sich Fußballer Christoph Hainke für seine schwere Verletzung dennoch sicher nicht „aussuchen“ können. Am letzten Spieltag der vergangenen Bezirksliga-Saison (für seinen SC Twistringen ging es um nichts mehr) „habe ich gehört, dass es ,Knack‘ gemacht hat“, beschreibt Hainke die Situation: „Ich bin danach sogar noch einmal auf den Platz zurückgekehrt, weil ich keine großen Schmerzen hatte. Bei jeder Ballberührung bin ich allerdings weggeknickt und habe gemerkt, dass es keinen Sinn mehr macht.“ Er habe zwar bereits Schlimmeres geahnt, sei nach dem Spiel aber erst einmal „ein Eis essen gefahren“, lacht der Außenstürmer: „Es tat ja nicht sonderlich weh.“

Am nächsten Tag ging es für Hainke dann aber doch zum Arzt. Diagnose: Kreuzbandriss (Operation im September). Für jemanden, der gerade „die beste Saison meines Lebens“ hinter sich gebracht hatte, ein Schock. Michael Schultalbers, der den SCT nach Walter Brinkmanns Ausscheiden gemeinsam mit Jens Lange und Thomas Thiede als Trainer übernommen hatte, bezeichnet seinen Linksaußen gar als „besten Akteur der vergangenen Spielzeit“. Gerade in der Rückrunde blühte der 23-Jährige auf und hatte auch nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Youngster Lennart Bors (Handbruch) großen Anteil daran, dass die Twistringer die drittbeste Offensive der Bezirksliga (64 Tore in 30 Spielen) stellten.

Mit Bors und Christoph Harms, dem dritten Mitglied der SCT-Angriffsreihe, versteht sich Hainke blendend. „Wir machen viel mit der Mannschaft, passen einfach gut zusammen“, meint der Unglückrabe: „Wir sind alle drei im gleichen Alter, sind alle schnell, haben alle einen guten Abschluss. Außerdem haben wir mit Christoph Harms einen Links- und mit mir einen Rechtsfuß; das ergänzt sich super.“ Hainke, Bors, Harms – das Trio wird in dieser Zusammensetzung in der kommenden Saison so aber wohl nicht auf Torejagd gehen. „Ich hoffe, Mitte der Rückrunde wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können“, erkläutert Hainke seinen Plan. „Wir geben ihm Zeit, er soll nicht zu früh wieder anfangen“, sagt Schultalbers, der nun als Co-Trainer und Teammanager fungiert.

Ausgerechnet jetzt, wo Twistringen mit Friedhelm Famulla mit einem neuen Chefcoach in die Saison geht, kann sich der „Spieler der Saison“ nicht beweisen. „Ich habe oft mit Friedhelm Famulla gesprochen, er hat mir volle Rückendeckung zugesichert und gesagt, dass er auf mich baut“, erzählt Hainke: „Das tut natürlich gut.“ Denn er hat schon etwas Angst, in der Zeit nach der OP „Konditition und damit den Anschluss zu verlieren“.

Noch schlimmer findet der 23-Jährige allerdings, seine Mitspieler auf dem Platz zu sehen und nicht eingreifen zu können: „Das ist das Bitterste, was ich je erlebt habe.“ Da er nicht selbst auf den Rasen kann, bleibt ihm derzeit nichts anderes übrig, als an seiner Fitness zu arbeiten. „Ich versuche momentan, jeden Tag in der Woche zu schwimmen, das ist sportlich mein zweites Hobby neben Fußball. Ich hoffe, dass mir das in der Reha nach der OP auch helfen wird“, sagt Hainke, der seinen Termin im September kaum noch abwarten kann: „Ich möchte das alles nur noch hinter mir haben, am liebsten so schnell wie möglich. Damit ich dann endlich wieder Fußball spielen kann.“

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