Neun Gegentore beim ersten Einsatz als Keeper / Werder III zwei Nummern zu groß

Bitterer Arbeitstag für Andree Bitterer

Undankbare Aufgabe: In seinem ersten Spiel als Keeper kassierte Andree Bitterer gleich neun Gegentore. ·

Melchiorshausen - Von Gerd TöbelmannDa musste er 36 Jahre alt werden, um tatsächlich im Fußball noch etwas Neues zu erleben.

Andree Bitterer war mit einem Fußball-Stipendium schon in den USA, sammelte weltweit im Beachsoccer Erfahrungen, spielte auf dem grünen Rasen mit Weyhe schon in der Oberliga (damals vierte Liga), doch am Donnerstag machte er eine ganz neue Erfahrung: Im Nachholspiel der Fußball-Bremen-Liga stand der etatmäßige Co-Trainer des TSV Melchiorshausen wegen Personalmangels zwischen den Pfosten und verlebte beim 0:9 (0:5) gegen den Spitzenreiter einen ganz üblen Abend.

„Das war mein erstes Spiel als Torwart – hoffentlich auch mein letztes“, meinte Bitterer nach dem Match.

Trainer Markus Hoßfeld musste seinen „Co.“ ins Tor stellen, denn die beiden sonstigen Keeper Jens Ruscher (Schulterverletzung) und Sascha Kleemann (Rückenprobleme) waren nur Zuschauer. Melchiorshausens Ex-Trainer und früherer Torwart Thorsten Degenhardt war auch vor Ort – hat seinen Pass jedoch ausgerechnet bei Werder liegen. Tormann Nummer vier, Frank Fichtner, schaute ebenfalls zu, ist derzeit aber angeschlagen. Und warum dann ausgerechnet Bitterer? Hoßfeld klärt auf: „Andree steht bei uns im Training ab und an im Tor und macht das sehr gut. Auch heute hat er einige sehr gute Bälle gehalten. Dass wir so hoch verloren haben, liegt jedenfalls nicht an ihm.“

Wohl aber an Bitterers Vorderleuten, die ihre Konzentration offenbar schon auf das spätere Grillen gelegt hatten, denn nach 27 Minuten stand’s bereits 0:5 (dreimal Cakir; je einmal Mazeikis und Krogemann). „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe“, fand auch Hoßfeld. Nach dem Wechsel wurde es zwar etwas besser, aber ein Hattrick von Thöle und ein weiteres Tor von Behrens sorgten für das 9:0. Aber in den zweiten 45 Minuten hatten die Gastgeber durch Andre Kucharski (70.) und Timo Hüneke (76.) wenigstens zwei Chancen für den Ehrentreffer.

Allzu groß war der Melchiorshauser Frust ob der einkalkulierten Klatsche jedoch nicht, denn das große Thema bei den Blau-Weißen ist und bleibt der Kaderaufbau für die kommende Serie.

Und da ist sich Hoßfeld sicher, „dass wir demnächst die Zusagen von etlichen neuen Spieler bekommen werden“. Das dürfte auch Andree Bitterer am Donnerstag getröstet haben.

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