1:3 – Bezirksligist verlangt TuS Sulingen alles ab / Golgot erlöst die Gäste

Stuhrs Kampf nicht belohnt

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Aufgestützt: Sulingens Tim Rieckhof (oben) lässt dem Stuhrer Jenno Bülders keine Chance, an den Ball zu kommen.

Stuhr - Von Arne Flügge. Maarten Schops suchte erstmal die Einsamkeit. Kurz nach dem Abpfiff setzte sich der Trainer von Fußball-Landesligist TuS Sulingen gestern Abend im Dunkeln auf eine Bank und reflektierte die 90 Minuten zuvor, die ihm gar nicht geschmeckt hatten. Seine Mannschaft hatte zwar gerade im Achtelfinale des Bezirkspokals mit 3:1 (1:0) beim Bezirksligisten TV Stuhr gewonnen. Doch die Art und Weise schmeckte dem Belgier überhaupt nicht.

„Natürlich bin ich froh, dass wir eine Runde weiter sind. Aber wir haben Ansprüche. Und denen sind wir heute nicht gerecht geworden“, knurrte Schops.

Auf der anderen Seite durfte sich der TV Stuhr trotz der Niederlage als heimlicher Sieger fühlen. Die Mannschaft des Trainergespanns Christian Meyer/Stephan Stindt hatte dem Favoriten bis zur letzten Minute einen heißen Pokalfight geliefert. „Wir haben es immer wieder geschafft, torgefährlich zu sein. Wir haben Sulingen immer wieder beschäftigt. Wir können wirklich zufrieden sein“, sagte Meyer.

Die Anfangsphase gehörte den Gästen, und bereits in der zehnten Minuten ging Sulingen nach Vorarbeit von Mehmet Koc durch Erdal Ölge mit 1:0 in Führung. Fünf Minuten später verhinderte Stuhrs Keeper Jen-Hendrik Gronewold nach Kopfball von Pierre Neuse mit einem tollen Reflex das 0:2. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Landesligist fahrlässiger, spielte seine Angriffe nicht mehr sauber aus – und brachte den TV Stuhr, der nun auch mutiger wurde, damit ins Geschäft. In der 31. Minute dann auch die erste gute Chance: Riccardo Azzarello zwang TuS-Keeper David Schröder zur Parade. Sechs Minuten später luden die Sulinger erneut Azzarello zum Kontern ein, doch diesmal traf der TVS-Torjäger nur das Außennetz (37.).

Nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff erhöhte der TuS Sulingen auf 2:0: Ölge passte auf Neuse, und der ließ Gronewold mit einem platzierten Schuss keine Chance. Doch wer nun gedacht hatte, Stuhr würde die Segel streichen, der sah sich getäuscht. Bereits kurz nach dem 0:2 zielte Azzarello knapp vorbei und gab damit das Signal: „Wir geben uns noch nicht geschlagen.“

Es wurde nun ein packender Pokalfight, bei dem kein Klassenunterschied mehr zu sehen war. Stuhr rannte und kämpfte, profitierte immer wieder von Sulinger Fehlern im Spielaufbau. „Wir haben den Gegner ständig zu Kontern eingeladen“, ärgerte sich Schops. So auch in der 60. Minute, als die Gastgeber schnell umschalteten und durch Philip Tonak auf 1:2 verkürzten. Stuhr witterte seine Chance, Sulingen wurde nervös. Und wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, hätte Sebastian Netzke seine Volleyabnahme nicht neben, sondern ins Tor gedroschen (80.).

So aber kam Sulingen in der 88. Minute durch Bogdan Golgot zum erlösenden 3:1. Mit erhobenen Hauptes ging aber eine andere Mannschaft vom Platz: der TV Stuhr.

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