Mittelfeldakteur schießt spektakuläre Tore

Fabian Öhlerking pendelt zwischen Genie und Wahnsinn

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Fabian Öhlerking hat schon das eine oder andere spektakuläre Tor für die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst erzielt.

Seckenhausen - Von Carsten Drösemeyer. Wenn Dirk Hofmann seinen Spieler Fabian Öhlerking als „verrückten Hund“ bezeichnet, dann ist dies keineswegs despektierlich gemeint. Schließlich weiß der Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst nur zu genau, was er am Mann für die linke Außenbahn hat. „Fabian ist in kein Schema zu pressen. Ihn muss man laufen lassen“, schmunzelt Hofmann: „Er ist trotz seiner manchmal konfusen Art bei uns für die besonderen Momente zuständig.“

Wie zum Saisonauftakt gegen den TuS Lemförde, wo er zwei Minuten vor Schluss den Ball praktisch von der Außenlinie aus zum 2:2-Endstand ins Netz zauberte. „Jeder rechnete mit einer Flanke, aber Fabian versucht einfach immer das Unmögliche“, schüttelt Hofmann mit dem Kopf: „Und oft hat er damit sogar Erfolg. Taktisch bleibt er allerdings der Albtraum jedes Trainers. Fabian macht alles, nur nicht das, was ich ihm vorher gesagt habe.“

„Ich entscheide halt gerne aus dem Gefühl heraus“, grient Öhlerking: „Gegen Lemförde habe ich gesehen, dass der Keeper die Seite etwas offen ließ, also habe ich es auf gut Glück probiert.“ Und das Glück war ihm hold. Übrigens nicht zum ersten Mal, wie Hofmann ausdrücklich erwähnt: „In der vorigen Saison hat Fabian schon in letzter Minute mit einem unfassbaren Freistoß das Siegtor gegen Sudweyhe erzielt. Eigentlich konnte das Ding nicht reingehen.“

Doch Frechheit siegt bekanntlich häufiger. Für Öhlerking ein Grund, warum er sich wohl auch in der Zukunft nicht in eine taktische Zwangsjacke stecken lassen wird. „Wahrscheinlich treibe ich Dirk mit meinem Instinktfußball noch in den Wahnsinn“, lacht der 26-Jährige: „Aber meinem Spiel werde ich bestimmt weiterhin treu bleiben.“

Keine Frage, seine freche Art auf dem Platz tut der TSG auch durchaus gut. Gerade nach dem Karriereende von Korsettstangen wie Torben Budelmann und Christian Schult ist Öhlerking in Seckenhausen für die Überraschungsmomente zuständig. Irgendwie erinnert er in seinem Pendeln zwischen Genie und Wahnsinn etwas an die Kultkicker Mario Basler und Ansgar Brinkmann. Beide trieben bekanntlich ihre Trainer oft 89 Minuten zur Weißglut, um dann doch noch die Partie zu entscheiden. Ähnlich wie Öhlerking, der seit der A-Jugend für die TSG die Fußballschuhe schnürt und mittlerweile auf seiner Lieblingsposition angekommen zu sein scheint. „Endlich kann ich offensiv Akzente setzen. Letzte Saison durfte ich als Außenverteidiger ja nicht ständig nach vorne. So habe ich viel mehr Freiheiten“, strahlt Öhlerking.

Die er wie erwähnt zum Saisonauftakt umgehend nutzte. Doch so risikoreich sich der 26-Jährige auch auf dem Fußballplatz gibt – beruflich sollte er als Architekturstudent besser nicht immer alles auf eine Karte setzen. „Da muss niemand Angst haben“, grinst Öhlerking: „Wenn ich später eine Brücke oder ein Haus entwerfe, halte ich mich ganz brav an sämtliche Vorgaben.“ Na bitte, ein „verrückter Hund“ ist Fabian Öhlerking halt nur auf dem Fußballplatz.

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