Gegen viel ältere Rivalen wird der 13-Jährige Fliegengewichts-Landesmeister

Bernhard Lekaj – der Jüngste boxt sich ganz nach oben

Böse Gesichter und Boxen – das gehört irgendwie zusammen, wie der erst 13-jährige Bernhard Lekaj beweist. Weil er schon 66 Kilo wiegt, tritt er künftig im Weltergewicht an.
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Böse Gesichter und Boxen – das gehört irgendwie zusammen, wie der erst 13-jährige Bernhard Lekaj beweist. Weil er schon 66 Kilo wiegt, tritt er künftig im Weltergewicht an.

Bassum - Klar, etwas gewöhnungsbedürftig ist das Hobby von Bernhard Lekaj schon. Während sich seine Altersgenossen bei sportlichen Klassikern wie Fußball oder Handball austoben, misst sich der 13-Jährige im Boxring – und dies im wahrsten Sinn des Wortes mit durchschlagendem Erfolg.

Dabei hatte es der Bassumer zunächst auch mit diversen anderen Sportarten versucht. Doch weder am Fußball noch am Basketball oder Judo fand Lekaj Gefallen – im Gegensatz zum Faustkampf. Dieser faszinierte ihn sofort. „Mit zehn Jahren bin ich in Bassum einfach mal zur Probe in die Boxhalle gegangen. Das hat mir dann gleich so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin“, erinnert sich der Sechstklässler an seine Anfänge. Eine weise Entscheidung.

Schnell zeigte sich das große Talent des Linksauslegers. Im Training wusste er derart zu überzeugen, dass er bereits mit elf Jahren seinen ersten Kampf absolvieren durfte. Diesen allerdings nicht mehr für Bassum, sondern für den TuS Syke. „In Syke hatte ich die besseren Trainingsmöglichkeiten. Im Nachhinein war das die richtige Wahl. Hier konnte ich mich gut entwickeln“, fühlt sich Lekaj in der Hachestadt längst pudelwohl.

Und auch die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Der gewonnene Debütkampf geriet sogar zu einer boxerischen Demonstration, so dass die TuS-Verantwortlichen für ihn eine Sondergenehmigung beantragten und Lekaj in der Kadetten-B-Klasse im Fliegengewicht zur Landesmeisterschaft anmeldeten. Nur zur Einschätzung: Normalerweise dürfen Boxer erst nach sieben Siegen bei so einer Veranstaltung antreten. Für Lekaj hingegen wäre dies verschwendete Zeit gewesen, wie sich bei der Landesmeisterschaft schnell zeigen sollte.

Dass er in der U 15-Klasse mit Abstand der jüngste Boxer war, schreckte den damals Zwölfjährigen überhaupt nicht. Im Finale trieb er seinen Kontrahenten Kevin Janosch (Celle) dermaßen zur Verzweiflung, dass dieser sich in diverse unsaubere Aktionen verzettelte und am Ende disqualifiziert wurde. „Nach Punkten lag ich aber auch schon klar vorn. Gewonnen hätte ich in jedem Fall“, beweist Lekaj gesundes Selbstvertrauen.

Trotz des Landesmeisterschafts-Triumphs kann es sich der Fan von Rocky Balboa („Seine Filme sind eine riesige Motivation vor jedem Kampf“) sowie der Klitschko-Brüder („Technisch überragende Boxer“) indes nicht vorstellen, mit dem Boxsport seine Brötchen zu verdienen. Vielmehr möchte der Gymnasiast in einigen Jahren sein Abitur machen und beim Boxen „einfach Spaß haben und meine weiße Weste möglichst lange verteidigen.“ Bislang kommt er auf drei Siege und ein Remis.

Keine einfache Aufgabe, wie Lekaj weiß: „Ich bin ja ziemlich gewachsen und wiege mittlerweile 66 kg. Also muss ich künftig im Weltergewicht ran.“

Doch selbst dort ist Bernhard Lekaj noch einiges zuzutrauen. Schließlich gilt der 13-Jährige laut Expertenmeinung als eines der größten Talente in Niedersachsen und dürfte in den kommenden Jahren noch für viel Furore sorgen. · drö

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