60-Jähriger gewinnt das 69. Schwarmer Rennen / Weltmeister musste in Polen fahren

Bernd Diener nutzt den Smolinski-Schock

Entspannt: Bernd Diener konnte sich zurücklehnen. Der 60-Jährige holte sich den Sieg bei den A-Solisten.

Schwarme - Von Gerd Töbelmann. Riesenentäuschung bei den Machern des 69. Schwarmer Rennens. Nach langer Zeit hatte es der MSC Schwarme um Chef Marc Wessel mal wieder geschafft, in Martin Smolinski einen amtierenden Weltmeister zu verpflichten. Doch einen Tag vor der Veranstaltung sagte der 34-Jährige ab, weil er ein Speedway-Rennen in Polen bestreiten musste.

Smolinski fährt in Polen, wo der Bahnsport einen viel höheren Stellenwert hat als in Deutschland, für den Verein Cielona Gora. Und gestern stand dort ein Finallauf um die polnische Team-Meisterschaft an. Smolinski war im Vorfeld der Meinung, dass er dort nicht fahren müsse, aber der Verein bestand auf seinen Einsatz.

„Martin kann da nicht viel dafür. Der Verein hat nicht locker gelassen und ihn dann angefordert. Das ist richtig bitter für uns, weil wir uns echt auf ihn gefreut haben“, wirkte Schwarmes Vorsitzender Marc Wessel auch am Tag danach noch erschüttert.

Nun war schnelles Handeln angesagt. Und dem MSC-Boss war es in einer Nacht- und Nebelaktion tatsächlich gelungen, Ersatz ans Startband zu bekommen. „So gegen ein Uhr nachts hatte ich die Zusage vom Holländer Theo Pijper, der hier in Schwarme ja auch schon mal gewonnen hat. Das war echt eine unruhige Nacht“, erklärte Wessel gestern.

Pijper (39) war jedenfalls ganz zufrieden: „Eigentlich hätte ich am Sonntag frei gehabt, weil ein Rennen in England ausgefallen ist. Da kam mir die Schwarmer Anfrage ganz gelegen.“ Und der Niederländer machte eine gute Figur, obwohl er sich erst vor gut einer Woche (nach einer Kollision mit Smolinski) bei einem Rennen in Frankreich die Hand gebrochen hatte.

Smolinski, der sich mit seinem Truck um Mitternacht in Vechta über Leipzig auf den Weg nach Polen gemacht hatte, bedauerte gestern auf Nachfrage seine Absage: „Ich habe mit offenen Karten gespielt und gesagt, dass da in Polen eine Veranstaltung ist. Aber leider ist mein dänischer Teamkollege Nicki Pedersen nach seinen Rippenbrüchen nicht rechtzeitig fit geworden, sodass der Verein mich nominiert hat. Und das geht nun mal vor.“

So war die Favoritenlage für das gestrige Rennen nach Smolinskis Absage bei den A-Solisten wieder völlig offen. Und in diese Lücke stieß Bernd Diener. Mit seinen 60 Jahren ist er der Dino der Szene, der aber immer noch alle „verblasen“ kann. So wie gestern auf dem Niedersachsenring. Nur in einem Vorlauf wurde der Gengenbacher nicht Erster. Ansonsten dominierte Diener seine Rennen, holte sich so ganz nebenbei noch den Bahnrekord, gewann auch das Finale und holte sich verdient den Gesamtsieg vor dem Holländer Jarno de Vries und seinem deutschen Landsmann Stephan Katt. „Das ist toll, dass ich hier in Schwarme wieder gewonnen habe“, meinte Diener, für den diese Äußerung schon einer Gefühlexplosion gleichkommt. Und wie sieht es mit dem Karriereende aus? Diener hat bestimmt schon oft daran gedacht, aber die Entscheidung immer wieder verworfen. Im kommenden Jahr dürfte er noch fahren, hat er sich in dieser Saison doch wieder für die Rennen der Langbahn-WM 2020 qualifiziert.

Ein Rennen der besonderen Art war es für den Schwarmer Clubfahrer Stephan Katt, denn er feierte gestern seinen 40. Geburtstag und konnte sich vor Glückwünschen kaum retten. „Ich bin sprachlos, wer da alles an mich gedacht hat“, sagte der „Catman“ mit Tränen in den Augen.

Noch vor dem ersten Rennen hatte Katt mehr zu sagen: „Im vergangenen Jahr war es wegen einer Verletzung hier in Schwarme nicht so toll. Jetzt bin ich aber gut drauf und möchte aufs Podium fahren.“ Das hat dann ja auch geklappt.

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