Nach Weyhes Führungstor verletzt vom Platz – und Sparta Bremerhaven II dreht das Spiel

Berendt trifft und schockt den Trainer

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Weyhes Udo Kastens (rechts) startete einige Angriffe, doch insgesamt kamen die Gastgeber zu selten vors Tor. ·

Weyhe - Von Cord KrügerFast hätte es gestern Abend geklappt mit dem endgültigen Klassenerhalt – aber am Ende standen die Landesliga-Fußballer des SC Weyhe auf ihrem Kunstrasenplatz im Regen: Mit 1:2 (0:0) unterlag die Mannschaft von Trainer Holger Finken dem FC Sparta Bremerhaven II.

Bis zur 77. Minute hatten die Grün-Weißen geführt, doch dann drehten die ebenso abstiegsbedrohten, aber um Erstherren-Kicker verstärkten Seestädter den Spieß um.

„Vor diesem Spiel hatten wir zwei Matchbälle, jetzt nur noch einen“, blickte Finken nach vorn – auf die letzte Partie der Saison morgen ab 19.15 Uhr beim SVGO Bremen. Bis vor dem ersten Matchball lag Finkens Team noch fünf Punkte vor dem ersten Nichtabstiegsrang, auf dem Sparta II steht. Jetzt sind's nur noch zwei. „Und mindestens genauso schlimm ist, dass uns jetzt Jannis Berendt ausfällt.“

Der Offensivmann hatte mit seinem feinen Freistoßtor aus halblinker Position flach unten rechts ins lange Eck für die Führung gesorgt (59.) – und sich damit seinem künftigen Trainer als gehorsam erwiesen. Denn er befolgte Stephan Stindts Befehl zu Beginn der zweiten Hälfte aus dem Pulk der knapp 80 Zuschauer („Den nächsten Freistoß machst du aber rein“). Keine vier Minuten nach Berendts Torjubel legte er sich an fast derselben Stelle die Kugel zurecht, trat den nächsten Freistoß – und fasste sich danach mit schmerzverzerrtem Gesicht an den rechten Oberschenkel. „Ich hoffe nicht, dass es ein Muskelfaserriss ist – denn sofort nach dem Schuss habe ich noch nichts gemerkt“, schilderte der wenig später Ausgewechselte, als er in die Kabine humpelte. Was ihm entging, war eine furiose Aufholjagd der Spartaner: Erst schloss Nikolai Galvas einen Alleingang zum 1:1 ab (77.), dann zirkelte Henrique Jose Padinha Fidalgo einen Freistoß über Mauer, Freund und Feind ins kurze Eck zum 2:1 (82.).

Dabei blieb's – obwohl Weyhe am Ende komplett aufmachte und selbst Torwart Ralph Müller bei der letzten Ecke mit nach vorn stürmte. Fast kam er noch drei Meter vor dem Kasten per Kopf an den Ball – es wäre die Krönung seiner Super-Leistung, aber wohl des Guten zu viel gewesen. Denn „der Sieg war verdient“, erkannte Finken die Leistung der Gäste an, die vier Bremen-Liga-Spieler aus der Ersten in der Startelf hatten. Allein die Phase zwischen der 17. und 23. Minute hätte dem FC reichen können, den Sieg vorzeitig herauszuschießen. Doch Anil Göncu schoss knapp drüber (18.), Marcel da Graca Lopes zielte freistehend vorbei (20.), und dann zeigte Müller drei seiner größten Taten: Erst parierte er gegen Nikolai Galvas (21.), dann lenkte er einen Kopfball von da Graca Lopes über die Latte (22.), und schließlich glänzte er gegen den Kapitän noch per Fußabwehr. „Sparta war heute agiler und griffiger“, urteilte Finken. „Wir waren zwar nicht pomadig, aber auch nicht bissig genug.“

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