Sportlerwahl Spezial

Bei Miriam Stradtmann dreht sich alles um den Pferdesport

Miriam Stradtmann mit Quincy O Brown
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Bei Miriam Stradtmann aus Twistringen dreht sich nach wie vor alles um Pferde. Der sechsjährige Quincy O Brown gehört zu ihren Nachwuchshoffnungen.

„Ich wollte immer nur reiten“, sagt Miriam Stradtmann. Und sie lebt ihren Traum. Ihrer großen Leidenschaft geht die Twistringerin nicht nur im Hobbybereich nach, auch im Beruf hat sie mit Pferden zutun.

  • Stradtmann kann von ihrem Wohnhaus auf den Pferdestall blicken.
  • Die Bürokauffrau arbeitet in der Stutenverwaltung bei den Springpferden.
  • Das große Ziel ist das Goldene Reitabzeichen.

Twistringen – Dreimal in Folge wurde die Reiterin Miriam Stradtmann vom RFV Diek-Bassum Anfang der 2000er-Jahre als Jugendliche zur Sportlerin des Jahres im Kreis Diepholz gewählt. Verschiedene Weggefährten haben sich inzwischen aus dem Pferdesport verabschiedet. Nicht so die 37-Jährige aus Twistringen. Sie hat sogar noch eine Schippe draufgelegt.

Von ihrem Wohnhaus blickt Miriam Stradtmann direkt auf den Pferdestall. „So habe ich mir es schon als Zehnjährige vorgestellt“, sagt die Dressurreiterin und lacht dabei. Ohne Pferde geht es bei ihr nicht. Schon im Kinderwagen hat sie sich lautstark bemerkbar gemacht, damit ihr Vater sie vor sich mit in den Sattel nahm. „Ich wollte immer nur reiten“, erklärt die Bürokauffrau.

Zweite im Team beim Nationenpreis in Frankreich

Bereits mit acht Jahren wurde die Reiterin erstmals in den Landeskader berufen. In den Altersklassen Ponyreiter, Junioren und Junge Reiter startete Stradtmann regelmäßig bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften und im Preis der Besten. In ihrem letzten Jahr als Junge Reiterin (U21) durfte sie mit dem deutschen Team am Nationenpreis in Frankreich teilnehmen. „Dort war ich Zweite mit der Mannschaft und im Einzel unter den Top Ten“, berichtet die Pferdesportlerin.

Die Erinnerungen und Erfahrungen möchte Stradtmann nicht missen: „Es war eine tolle Zeit, ich habe viel gesehen, und Freundschaften aus den Jahren bestehen noch heute.“ Jedoch gab es danach auch Rückschläge. Beispielsweise als ihr Erfolgspferd aus Jugendzeiten eine Kolik-Operation nicht überlebte. Mit dem Pferdesport aufzuhören, daran habe sie nie gedacht. „Ich wollte gerne wieder dorthin, wo ich aufgehört habe“, betont die 37-Jährige.

Mit dem Oldenburger Rod-Santo Antonio startet Miriam Stradtmann vom RFV Diek-Bassum erfolgreich in S-Dressuren.

Inzwischen ist die Dressurreiterin wieder auf S**-Niveau angekommen. Großen Anteil daran hat der Rohdiamant/Sandro Hit-Sohn Rod-Santo Antonio. Den Oldenburger, den sie liebevoll „Toni“ nennt, stellten ihr die spanischen Eigentümer als Sechsjährigen in den Stall. Gemeinsam sind die beiden vor vier Jahren in der A-Dressurpferdeprüfungen gestartet und haben jetzt die schwere Klasse bis Intermediaire I erreicht.

Auch hauptberuflich dreht sich bei Stradtmann alles um Pferde. Sie arbeitet in der Verwaltung des Oldenburger Pferdezuchtverbandes in Vechta. „Nach dem Abitur wusste ich zunächst nicht, was ich machen sollte“, erinnert sich die 37-Jährige. Der Beruf Bereiter entpuppte sich nicht als das, was sich die Twistringerin vorgestellt hatte. So entschied sie sich für eine kaufmännische Ausbildung beim Oldenburger Verband. „Ich arbeite in der Stutenverwaltung bei den Springpferden und organisiere seit 16 Jahren den Galaabend“, erzählt die Bürokauffrau. Auch ihr Lebensgefährte Benjamin Stratmann teilt die Leidenschaft für Pferde und arbeitet ebenfalls beim Verband. „Andere Menschen lerne ich ja nicht kennen“, betont Stradtmann mit einem Schmunzeln.

Stradtmann hatte „noch nie so viele gute Pferde im Stall“

Insgesamt sieben Berittpferde warten nach der Arbeit auf sie. In der Menge sei das nicht geplant gewesen, gibt die Pferdesportlerin zu. Darum ist Stradtmann froh über die Unterstützung durch ihre Eltern. Ihr Vater, Rainer Stradtmann, ein Cousin des Kreispferdesportverbands-Vorsitzenden Uwe Stradtmann und selbst Dressur- und Springreiter, ist bis heute ihr Trainer.

„Wir hatten noch nie so viele gute Pferde im Stall“, freut sich Miriam Stradtmann. Alles habe sich in eine gute Richtung entwickelt. „Ich habe tolle Pferdebesitzer, die mir viel ermöglichen“, sagte sie. Die weiteren Ziele sind daher gesteckt. In der S-Dressur möchte die Twistringerin das nächste Level erreichen mit Lektionen wie Passage und Piaffe. Und dann ist da noch das Goldene Reitabzeichen. Für die höchste sportliche Auszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung fehlen der Dressurreiterin drei weitere S-Siege. „Wir müssen einfach noch besser werden“, betont Stradtmann. Daran arbeiten die 37-Jährige und ihre Vierbeiner jetzt akribisch...

Steckbrief

Name: Miriam Stradtmann

Alter: 37

Wohnort: Twistringen

Beruf: Bürokauffrau

Größte sportliche Erfolge: Platz zwei mit der deutschen Dressur-Mannschaft beim Nationenpreis in Frankreich 2003

Verein: RFV Diek-Bassum

Privates: Nicht verheiratet, aber in fester Beziehung mit Benjamin Stratmann; keine Kinder.

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