Brinkums Jannik Bender spricht vor heutigem Finale über Druck, Motivations-SMS und Extra-Shirts

„Bei allen einfach nur Vorfreude“

Jannik Bender (links) führt „seinen“ Brinkumer SV heute zum Finale aufs Feld – klar, dass der 21-Jährige dem Showdown besonders entgegen fiebert. ·
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Jannik Bender (links) führt „seinen“ Brinkumer SV heute zum Finale aufs Feld – klar, dass der 21-Jährige dem Showdown besonders entgegen fiebert. ·

Brinkum - Von Ole HaukenfrersSeit Wochen fiebern sie diesem Tag entgegen: Wenn die Fußballer des Brinkumer SV heute um 16 Uhr dem FC Oberneuland im Finale des Lotto-Pokals gegenüberstehen, haben sie nicht nur die Chance auf den Titel, sondern stehen als Sieger auch in der ersten Runde des DFB-Pokals. Im Gespräch mit dieser Zeitung gibt Brinkums Kapitän Jannik Bender Einblicke in die Stimmungslage des Bremen-Ligisten.

Herr Bender, erstmal herzlichen Glückwunsch zum Erreichen des Endspiels, eine sensationelle Leistung! Hätten Sie vor der Saison damit gerechnet, so weit zu kommen?

Jannik Bender (21): Danke schön. Ehrlich gesagt, hat vor der Saison keiner damit gerechnet, dass wir das Pokalfinale spielen dürfen. Wir waren vor der Saison wieder ein neu zusammen gestelltes, sehr junges Team und wussten gar nicht so recht, wo wir stehen. Somit war das Finale auch nicht das, was wir uns als Ziel gesetzt hatten.

Eine schöne Überraschung für den ganzen Verein. Was glauben Sie, macht die Mannschaft besonders im Pokal so stark?

Bender: Mit Blick auf die letzten Spiele würde ich sagen, dass die Mannschaft auf den Tag des jeweiligen Pokalspiels hoch motiviert war letztendlich auch unbedingt gewinnen wollte, um in die nächste Runde einzuziehen. Dieser Siegeswille der jungen Truppe war es, weshalb wir nun im Endspiel sind. In den ersten Runden hatten wir leichte Startschwierigkeiten und sind etwas glücklich weitergekommen. Aber als wir plötzlich immer weiter kamen, wollten schließlich alle dieses Spiel erreichen.

Vor dem Halbfinale gegen den Blumenthaler SV haben Sie eine interne SMS an die Mannschaftskollegen geschickt. Was stand darin?

Bender: Wir haben das Wochenende vor dem Halbfinale ein katastrophales Punktspiel geliefert – und ich dachte mir, dass das doch nicht wahr sein kann. Es liegt ein solch wichtiges Spiel vor uns, und wir präsentieren uns bei der „Generalprobe“ so. Ich hatte Angst, dass wir uns die geschaffene Ausgangssituation leichtfertig kaputt machen und wollte nochmal die Wichtigkeit des Spiels und die uns daraus ergebende Chance herausstellen.

Mit Erfolg! Bei dem 2:0-Sieg gegen Blumenthal war Brinkum das deutlich dominierende Team. Werden Sie vor dem Finale nun erneut eine Rundmail schreiben? Oder ist die Mannschaft ohnehin motiviert genug?

Bender: Die Mannschaft wird topmotiviert sein, keine Frage. Wer in einem solchen Spiel nicht motiviert genug ist, ist für mich kein Fußballer. Aber vielleicht werde ich wieder eine kleine Nachricht formulieren, um mich und die Jungs noch heißer zu machen.

Ist das für Sie und Ihre Jungs das erstes Pokalendspiel?

Bender: Ja. Für mich und ich glaube für die gesamte Mannschaft ist es das erste in dieser Form, in dem es um so viel geht und in dem man eine solche Chance bekommt. Im Jugendbereich hatte man zwar bereits Pokalendspiele, aber natürlich nicht in solchem Umfang.

Was ist das für ein Gefühl, die Mannschaft bei einem so besonderen Spiel als Kapitän anführen zu dürfen?

Bender: Es ist natürlich immer ein schönes Gefühl, die Mannschaft auf das Feld führen zu dürfen. Aber bei einem solchen Spiel vor einer für uns ungewohnten Kulisse ist es schon etwas Besonderes. Zumal ich mit 21 Jahren noch recht jung bin und die Mannschaft nun in einem Endspiel anführen darf.

Eine große Verantwortung. Sind Sie denn besonders aufgeregt vor so einer Begegnung? Was tun Sie gegen die Nervosität?

Bender: Ja. Je näher das Spiel kommt, desto nervöser wird man automatisch. Schließlich spielt man nicht jeden Tag solche Spiele vor so vielen Zuschauern. Aber wir tauschen uns innerhalb der Mannschaft dann aus – und je näher der Anpfiff kommt, desto fixierter wird man und legt die Nervosität schließlich ab.

Zu einem großen Spiel gehört eine gewisse Vorbereitung. Wie haben sich Mannschaft und Verein auf das Finale eingestellt?

Bender: Genau wie für uns ist das Finale auch etwas Besonderes für den Verein, den wir ja schließlich repräsentieren. In Brinkum gab es in dem jetzigen Umfeld ein solches Spiel schon lange nicht mehr, und es ist für alle Beteiligten eine Super-Sache. Unser Manager Frank Kunzendorf hat extra T-Shirts anfertigen lassen, die wir und unsere Fans tragen werden. Das motiviert uns natürlich noch mehr. Unabhängig davon hat unser Keeper Tim Meyer vor dem Halbfinale plötzlich eine Vereinshymne mitgebracht, die er hat aufnehmen lassen. Die läuft bei uns nun täglich und weckt einfach nur mehr Vorfreude auf das Spiel.

Schöne Aktionen und eine durchweg positive Stimmung, doch im Finale wird der FC Oberneuland als Favorit gehandelt. Wie sehen Sie Ihre Chancen? Hoffen Sie auf ein Pokalwunder?

Bender: Natürlich ist der FCO Favorit. Wer so ungefährdet und leichtfertig durch die Saison und zum Regionalligaaufstieg marschiert, ist automatisch in der Favoritenrolle. Aber auch wir gehen in dieses Spiel, um es zu gewinnen, dafür spielen wir Fußball. Bisher konnten wir zweimal lediglich eine Halbzeit gut mithalten, doch Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze, Finalspiele erst recht – und deshalb wollen wir auf jeden Fall diese Chance nutzen, was uns zahlreiche Leute nicht so zutrauen. Wir sind ein junges und bissiges Team. Und wenn jeder so richtig will, sind wir sehr schwer auszurechnen.

Angenommen, der BSV gewinnt dieses Endspiel: Haben Sie schon einen Lieblingsgegner für den DFB-Pokal im Hinterkopf?

Bender: Ich persönlich wünsche mir den BVB. Es wäre das Größte, gegen den Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund zu spielen, der den derzeit attraktivsten Fußball Deutschlands spielt.

Und wenn es ein vermeintlich schwächeres Team werden würde?

Bender (grinst): Dann wünschen wir uns für die zweite Runde eben Borussia Dortmund…

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