Bassums neuer Trainer peilt oberes Tabellendrittel an

Werner pocht nicht auf seine Wunschtaktik

Den TSV Bassum fest im Griff? Neu-Trainer Martin Werner (rechts, neben seinem Co-Trainer Andreas Merdon) weiß, dass es nicht nur Erfolge wie den 1:0-Auftaktsieg gegen Twistringen geben wird. Doch er will den TSV im Bezirk etablieren – und setzt dabei auch auf die gute Jugendarbeit im Verein.
+
Den TSV Bassum fest im Griff? Neu-Trainer Martin Werner (rechts, neben seinem Co-Trainer Andreas Merdon) weiß, dass es nicht nur Erfolge wie den 1:0-Auftaktsieg gegen Twistringen geben wird. Doch er will den TSV im Bezirk etablieren – und setzt dabei auch auf die gute Jugendarbeit im Verein.

Martin Werner tritt beim Fußball-Bezirksligisten TSV Bassum in große Fußstapfen. Doch der 56-Jährige scheint gewappnet, hatte schließlich bisher überall Erfolg. Auch der Start gelang mit dem 1:0 gegen Twistringen. Zeit, um Werner mal genauer vorzustellen.

Bassum – Einen Rekord hat Martin Werner seit dem vergangenen Sonntag definitiv inne: Der neue Trainer des TSV Bassum ist der einzige Coach, der bislang all seine Spiele in der Fußball-Bezirksliga gewonnen hat. Okay, beim 1:0 gegen den SC Twistringen feierte der 56-Jährige auch seine Bezirksliga-Premiere. Darauf angesprochen, muss der B-Lizenzinhaber allerdings schmunzeln:

„Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Rekord ewig halten wird, ist wohl eher gering. Aber das Leben ist bunt, sage ich immer.“

Natürlich weiß auch Werner, dass es mit seinem Nimbus als Ungeschlagener über kurz oder lang vorbei sein wird, doch erst einmal freut sich der Kirchseelter über seinen gelungenen Einstieg in der Lindenstadt: „Das fühlt sich gut an und gibt uns Selbstvertrauen für die weiteren Aufgaben.“

Als Spieler als Torwart im Bremer Raum unterwegs

Wobei es dem Selbstständigen im Immobilienbereich ohnehin nicht an Selbstbewusstsein mangeln dürfte. Schließlich ist er schon lange im (Trainer-)Geschäft. Wirklich geplant war ein Engagement als Fußball-Coach indes nicht. Zunächst hatte Werner im Bremer Raum durchaus nicht unerfolgreich im Kasten gestanden, ehe er bereits mit 26 Jahren aus beruflichen und familiären Gründen kürzer treten und seine Karriere beim SC Dünsen in der 1. Kreisklasse ausklingen lassen wollte.

So weit der Plan, doch nach einiger Zeit ließ beim SCD – trotz des starken Keepers Werner – der Erfolg rapide nach, und die Dünsener Verantwortlichen schauten sich nach einem neuen Coach um. Die Wahl fiel auf Martin Werner, der sofort vom Tor auf die Trainerbank („Spielertrainer wollte ich einfach nicht sein“) wechselte.

Eine Entscheidung, die beide Seiten nicht bereuen sollten. Mehr als vier Jahre stand der zweifache Familienvater für den SCD auf der Kommandobrücke, führte Dünsen bereits im ersten Jahr in die damalige Kreisliga A und etablierte den Club dann dort. „Das war eine richtig schöne Zeit“, denkt Werner gerne zurück: „Aber nach den über vier Jahren fühlte sich der Job als erledigt an. Ich brauchte eine neue Herausforderung.“

„Die Jungs wirkten nach dem Bezirkspokalsieg gegen Bassum etwas satt“

Die er nach einer zweijährigen Auszeit beim TVE Nordwohlde in der 1. Kreisklasse fand. Duplizität der Ereignisse: Auch hier hatte der Ex-Torhüter schnell Erfolg, stieg schon in der zweiten Saison mit dem TVE in die Kreisliga auf und mischte dort ebenfalls im oberen Drittel mit.

Doch nach drei „super Jahren“ hatte Werner das Gefühl, sich „wieder verändern zu müssen. Die Jungs wirkten nach dem überraschenden Sieg im Bezirkspokal gegen Bassum etwas satt. Ich wollte Nordwohlde gerne zu einer Bezirksliga-Mannschaft entwickeln, aber irgendwie deckte sich das nicht mit den Vorstellungen meiner Spieler.“

Also trennten sich Werner und der TVE im Guten – und mittlerweile ist der Kirchseelter auch in der Bezirksliga angekommen.

Mehr Pragmatiker als Dogmatiker

Als Nachfolger von Torsten Klein tritt er zwar in große Fußstapfen, steckt sich aber bewusst nicht zu kleine Ziele: „Auf Sicht möchte ich mit Bassum schon im oberen Drittel landen. Ich denke, mit der tollen Jugendarbeit hier lässt sich einiges aufbauen.“

Und auf was für eine Art Trainer dürfen sich die Lindenstädter nun freuen? Eher Spielerversteher oder Schleifer? Eher auf ein taktisches Konzept festgelegt oder variabel?

Martin redet in beiden Punkten Klartext: „Ich bin kein Felix Magath. Mir sind auch die privaten Belange meiner Spieler wichtig, aber ich ziehe nicht mit ihnen um die Häuser. Und mein Lieblingssystem ist das 4-4-2, doch nur wenn es zu den Spielern passt. Ein Konzept durchzupeitschen wie Markus Anfang bei Werder Bremen, ist nicht mein Ding.“

Klingt gut. Vielleicht kann Martin Werner seinen „Titel“ als ungeschlagener Bezirksliga-Trainer noch eine Weile verteidigen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Brinkumer Sieg im „Schlittschuhwettkampf“

Brinkumer Sieg im „Schlittschuhwettkampf“

Brinkumer Sieg im „Schlittschuhwettkampf“
Rico Volkmann auf Abwegen

Rico Volkmann auf Abwegen

Rico Volkmann auf Abwegen
Lina Witte sorgt für die Entscheidung – 22:20

Lina Witte sorgt für die Entscheidung – 22:20

Lina Witte sorgt für die Entscheidung – 22:20
Löwen schenken den Schwänen die Punkte

Löwen schenken den Schwänen die Punkte

Löwen schenken den Schwänen die Punkte

Kommentare