Florian Fröhlich glänzt als Stratege – und hat mit dem Bezirksligisten große Ziele

Bassums „unumstrittener Zehner“

„Enorm wertvoll“ für den TSV Bassum: Regisseur Florian Fröhlich.
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„Enorm wertvoll“ für den TSV Bassum: Regisseur Florian Fröhlich.

Bassum – Ohne jeden Zweifel ist Florian Fröhlich beim TSV Bassum ein „Unterschiedsspieler“: Der Fußballer ist beim Bezirksligisten die kreative Schaltzentrale und gibt den Takt vor. Was auch Titelaspirant SV Heiligenfelde unlängst beim 1:4 schmerzvoll erfahren musste, als Fröhlich mit seinen „tödlichen“ Pässen zum Matchwinner avancierte.

Allerdings stellen die Fähigkeiten des Edeltechnikers keine allzu große Überraschung dar. Schließlich versuchte der Student sogar schon sein Glück beim Regionalligisten VfB Oldenburg. Doch an diese Zeit erinnert sich der künftige Wirtschaftsingenieur nur „sehr ungerne“ zurück: „Mit 18 habe ich es dort probiert, aber irgendwie war das nicht mein Ding. Ich habe mich in Oldenburg nie richtig wohl gefühlt. Es fehlte einfach der familiäre Zusammenhalt im Team.“

Folgerichtig kehrte Fröhlich dem VfB schnell den Rücken zu und trat wieder für seinen Heimatverein SV Tungeln in der 1. Kreisklasse gegen den Ball. Allerdings erwies sich der „Zauberfuß“ dort als restlos unterfordert. „Mit den Leuten hat es total Spaß gemacht“, beteuert der heute 24-Jährige: „Aber sportlich war es mir deutlich zu wenig. Als ich dann noch mit meiner Frau in den Diepholzer Kreis nach Ringmar gezogen bin, war mir klar, dass ich es noch einmal etwas höher probieren wollte.“

Von der Entfernung her boten sich idealerweise Bassum und der SC Twistringen an – doch nach nur einer Trainingseinheit fiel die Wahl zügig auf die Lindenstadt. „In Bassum passte es sofort. Ich hatte auf Anhieb ein super Gefühl“, schwärmt Fröhlich – und sollte seine Entscheidung bislang auch keine Sekunde bereuen.

Seit knapp eineinhalb Jahren kickt das damalige „Winterschnäppchen“ nun für den TSV und gilt als bestens integriert. Trainer Torsten Klein lobt Fröhlich gar in höchsten Tönen: „Florian ist unser unumstrittener Zehner. Auf dieser Position ist er mit seiner technischen Beschlagenheit und Torgefährlichkeit enorm wertvoll für uns.“

Einzig die Ballverliebtheit seines Regisseurs lässt beim Coach ab und an den Blutdruck in die Höhe schnellen. „Aber da sind wohl alle Strategen gleich“, meint Klein lachend: „Sie sind manchmal zu verspielt, machen dann jedoch auch wieder außergewöhnliche Dinge. Das muss man halt im Paket kaufen.“

Fröhlich stimmt mit einem Schmunzeln zu: „In Tungeln lief jeder Angriff über mich. Da habe ich es mir angewöhnt, alles auf eigene Faust zu machen. Aber das stelle ich mit der Zeit wieder ab.“

Muss er vielleicht gar nicht. Schließlich gelten nahezu alle Dirigenten als positiv verrückt. Auch ein Johan Micoud forderte einst bei Werder stets das Leder – und am Ende sprang unter seiner Regie im Jahr 2004 das Double heraus.

Doch obwohl Fröhlich ein glühender Fan der Grün-Weißen ist – Micoud gehört nicht zu seinen größten Vorbildern. „Als er in Bremen gespielt hat, war ich noch zu klein. Ich erinnere mich kaum an ihn“, erzählt Fröhlich: „Meine Lieblingsspieler sind deshalb eher Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.“

An deren Niveau reicht der stolze Vater (am 26. Februar wurde Stammhalter Paul Fiete geboren) zwar nicht ganz heran, doch in der Bezirksliga zählt er allemal zu den „Großkopferten“.

Wobei sich Fröhlich auch noch eine höhere Spielklasse „zutrauen würde. Aber dann schon gerne mit Bassum. Wenn wir in Zukunft noch etwas cooler unsere Chancen verwerten und ähnlich leidenschaftlich wie jüngst in Heiligenfelde auftreten, könnte die Aufstiegsrunde und vielleicht sogar die Landesliga zum Thema werden.“

Denkbar, mit einem Strategen wie Fröhlich sollte man den TSV besser auf der Rechnung haben.

Von Carsten Drösemeyer

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