Bassum besiegt Kirchdorf und feiert Rückkehr in die Bezirksliga / Christoph Albers mit Elfmeter-Pech

Schönborns Kunstschuss ins Glück

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Bierdusche: Lars Diedrichs kühlte seinem Coach Sven Plaumann nach dem Abpfiff erstmal den Nacken.

Bassum - Von Cord Krüger. Nach 94 Minuten hatte der TSV Bassum gestern die ziemlich schwere Geburt bewältigt. Ein 1:0 (1:0)-Sieg des Kreisliga-Zweiten über Verfolger TuS Kirchdorf reichte der Mannschaft von Trainer Sven Plaumann vor der Super-Kulisse von fast 400 Zuschauern für die Vizemeisterschaft und damit nach einjähriger Abstinenz die Rückkehr in die Bezirksliga. Die dutzendfachen Bierduschen, Freudentänze und Ovationen an die Fans verfolgten die enttäuschten Gäste im Mittelkreis kauernd. Doch ihr Trainer Frank Sieling war trotzdem stolz auf diese Saison: „Ich kann meiner jungen Mannschaft nur einen großen Dank aussprechen.“

Recht hat er, denn sein Team spielte eine tolle Serie und bekam als Lohn ihr gestriges „Finale“ um den Aufstieg. Ein Sieg – und Sielings Jungs hätten vor ihren gut 200 mitgereisten Anhängern den Sprung in den Bezirk gefeiert. „Aber manchmal gibt es eben Tage, an denen man einfach das Tor nicht trifft“, seufzte Sieling, „selbst ein Christoph Albers mit seinen 41 Saisontoren nicht.“

Das lag auch daran, dass der bis dato Führende der Kreisliga-Torjägerliste nicht so zum Zuge kam wie gewohnt – weil sich Bassums Trainer Sven Plaumann für ihn und dessen ebenfalls gefährlichen Kollegen Jan Könemann Sonderbewacher parat hatte: „Diese beiden mussten wir aus dem Spiel nehmen. Das haben Max Hahnel und Michael Wiehle einfach super gemacht – unsere Männer des Spiels“, jubelte Plaumann.

Den besten Spielzug zeigte Albers, als er sich schön gegen die halbe Bassumer Hintermannschaft durchsetzte und Könemann bediente, doch der schoss knapp drüber (18.).

Auf der anderen Seite hatte zuvor Philip Schönborn die Chance zum 1:0, aber seinen Freistoß meisterte Kirchdorfs Keeper Fabian Ackermann (14.). Beim nächsten Versuch zielte Schönborn jedoch genauer: Sein Freistoß von halbrechts aus 22 Metern schlug unhaltbar im linken oberen Knick ein – 1:0 (27.). Kein Halten mehr beim TSV, dessen komplette Elf den Kunstschützen in der Jubel-Traube unter sich begrub.

Kirchdorf investierte nun mehr. Yannik Thiermann prüfte nur 60 Sekunden später Bassums Torwart Jörn Wachtendorf. Auch in der nächsten gefährlichen Szene stand Wachtendorf im Mittelpunkt – als er den Elfmeter gegen Meinke Honebein verursachte. Der Torwart erwischte zwar noch den Ball, hatte aber vorher den TuS-Kicker gelegt. Doch den fälligen Strafstoß setzte Christoph Albers ans Lattenkreuz (38.). „Das passt dann zu so einem Spiel“, meinte Sieling, der darin die Schlüsselszene ausgemacht hatte: „Danach schlich sich bei uns die Unsicherheit ein, die Pässe kamen nicht mehr an, und wir wurden nervöser.“

Vor allem gleich nach dem Wechsel: Die Gäste leisteten sich zu Beginn des zweiten Durchgangs vier Fehlpässe in Folge. Doch die Platzherren schlugen daraus kein Kapital – auch, weil sie weiter geschickt abwarteten: „Kirchdorf musste ja kommen – und wir wussten, dass uns ein Tor reicht“, erklärte Plaumann: „Natürlich durften wir ihnen nicht das Spiel überlassen, aber andererseits auch nicht ins offene Messer laufen. Es musste die richtige Mischung sein.“

Die stimmte bis zum Ende. Auch, weil Thiermann, der für die abgemeldeten Albers und Könemann viel Verantwortung in der Offensive übernahm, nach 63 Minuten von Krämpfen geplagt vom Platz musste. Gegen den Rest des TuS behielt die Bassumer Defensive kühlen Kopf. Nach dem Abpfiff brachen im Jubel alle Dämme. Als die ersten Jubelszenen beendet waren, freute sich TSV-Kapitän Mathis Hoffmann auf das Grillen im Stadion. Und danach? „Mal sehen, geplant war vorher nichts.“

Für Trainer Plaumann hingegen schon. Der fuhr noch abends zurück in die Sportschule Barsinghausen, um sich auf seine C-Lizenz-Prüfung vorzubereiten. Nicht für den Bezirk, sondern für Kreisligist TSV Bramstedt, den „Palette“ zur neuen Serie bekanntlich als Trainer übernimmt.

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