Nach dem großen Knall glätten sich in Melchiorshausen die Wogen

Barten kehrt zurück

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Dieses Gespann wird wieder an der Seitenlinie in Melchiorshausen zusammenfinden: Co-Trainer Dirk Pistol (vorn) hoffte erfolgreich auf die Rückkehr von Coach Mike Barten. ·

Melchiorshausen - Von Arne Flügge und Cord Krüger.  Nach dem Abpfiff verfiel Dirk Pistol ein wenig in Pathos. „Die Mannschaft hat heute die richtige Reaktion gezeigt.

Vor dem Spiel haben die Jungs gesagt: ,Alle für Mike‘ – und sie haben für Mike gewonnen“, urteilte der Co-Trainer des TSV Melchiorshausen – und wollte diesen 5:1 (2:1)-Sieg des Landesligisten über Sparta Bremerhaven II als Vertrauensbeweis für Mike Barten verstanden wissen.

Jenen Mike Barten, der sich abends zuvor urplötzlich als Trainer von der Mannschaft verabschiedet und Pistol die Verantwortung überlassen hatte. Es ging um vertragliche Details und andere Dinge, die Barten nicht in seinem Sinne geregelt sah. Er zog die Reißleine.

Und Bartens Entschluss, die Brocken hinzuwerfen, war mehr als nur ein Sturm im Wasserglas, nicht eine Handlung im Affekt. „Das war schon heftig für uns“, meinte Spartenleiter Heiner Böttcher: „Mike hat ein ganz deutliches Zeichen gesetzt.“

Gestern nun unternahm Böttcher einen weiteren Versuch, den Trainer zur Rückkehr zu bewegen. „Wir haben lange miteinander gesprochen. Wir werden jetzt die vertraglichen Details regeln, anders gestalten und dann schriftlich fixieren“, sagte Böttcher. Wobei es aber nicht um Geld gehe, wie der Spartenleiter betonte: „Es sind arbeitsrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Fragen. Mike lebt vom Fußball, und da muss er abgesichert sein.“ Barten habe den Änderungen nun zugestimmt. Böttcher: „Status Quo ist, dass Mike am Dienstag wieder das Training leitet.“ Die Streitpunkte seien ohnehin nicht derart massiv gewesen, dass man nicht darüber hätte reden und verhandeln können“, fuhr Böttcher fort. Zudem habe sich die Mannschaft eindeutig für den Trainer ausgesprochen. „Die Jungs haben gesagt, dass sie mit Mike arbeiten wollen. Auch Mike macht es Riesenspaß bei uns. Es wäre schade gewesen, wenn diese tolle Zusammenarbeit an ein paar Forderungen gescheitert wäre“, meinte Böttcher: „Mike weiß, dass wir alles tun werden, um die Angelegenheit nun in seinem Sinne zu regeln.“

Eine Zusage, die Barten genügt. „Wir haben die Sache aus der Welt geschafft, es geht weiter“, sagte der 38-Jährige gestern. Er wird also am Dienstag wieder das Training des Landesligisten leiten. „Ich habe dem Verein noch mal meine Standpunkte klar erläutert. Und der Club hat mir sein Wort gegeben, nun alles in die richtigen Bahnen zu lenken. Daraufhin habe ich mich bereit erklärt, weiterzumachen.“

Streitpunkte waren neben den erwähnten arbeitsrechtlichen Dingen auch andere Sachen, die dem Trainer schon lange gegen den Strich gingen. „Wir sind, glaube ich, die einzige Mannschaft in der Liga, die noch keine Trainingsanzüge hat“, berichtet der Ex-Profi: „So kam dann eins zum anderen. Es waren noch verschiedene Kleinigkeiten.“ Und da der Trainer keine Besserung gesehen hatte, „habe ich versucht, einen Punkt zu setzen, dass es so nicht weitergeht.“ Der TSV Melchiorshausen, so der Coach weiter, habe viele neue Spieler in seinen Reihen. „Und ich habe auch eine gewisse Verantwortung gegenüber diesen Spielern. Und weil viele Dinge einfach nicht geklärt wurden, hatte ich mich zu dem Schritt durchgerungen. Denn ich konnte und wollte das nicht mehr verantworten.“

Seit gestern nun scheint alles bereinigt zu sein. Barten kehrt zurück. Ganz im Sinne von Co-Trainer Pistol: „Mike ist für mich der beste Trainer der Liga – wenn er hier nicht gewesen wäre, hätte ich mich nicht für diesen Verein entschieden.“

Gegen Bremerhaven II gelang Tim Cohrs die 1:0-Führung. Göbel (41.) glich zwar aus, aber Sascha Otten per Foulelfmeter (42.) und Lars Behrens zum 3:1 (50.) stellten die Weichen auf Sieg. Per Doppelpack (52./55.) markierte Andre Schmidt den 5:1-Endstand.

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