START IN DIE SAISON Honschopp, Gervé, Chylinski und von Kamp im Fokus

Barnstorfs Hoffnungsträger-Quartett

Sie wollen wirbeln für die HSG Barnstorf/Diepholz: Florian Honschopp (oben links), Andrius Gervé (unten links), Kamil Chylinski (oben rechts) und Lars von Kamp (unten rechts) starten am Sonntag in die Oberliga-Saison.

Barnstorf - Von Malte Rehnert. Eines gleich mal vorweg: Nach einer Oberliga-Saison mit zwischenzeitlichem Abstiegskampf und letztlich einem enttäuschenden elften Platz gilt für jeden Handballer der HSG Barnstorf/Diepholz: Steigerung erwünscht! Jeder kann es, jeder will es besser machen. Unter all den Hoffnungsträgern, die am Sonntag (17.00 Uhr) mit einem schwierigen Auswärtsspiel beim TV Bissendorf-Holte starten, sticht ein Quartett jedoch heraus: Einer ist ganz neu (Florian Honschopp), einer wieder da (Andrius Gervé), einer zurück nach langer Verletzung (Kamil Chylinski) und einer nach einem verkorksten Jahr enorm angriffslustig (Lars von Kamp).

Florian Honschopp (20)

Der neue Linksaußen wohnt in Bremen noch bei seinen Eltern, kommt meistens mit dem Zug nach Barnstorf zum Training und steigt dort auf sein „altes Bahnhofsfahrrad“ – in der Vorbereitung beinahe täglich. „Florian ist sehr eifrig, hat eine Trainingsbeteiligung von mehr als 90 Prozent – eine super Einstellung“, lobt Trainer Dag Rieken, der den jungen Studenten (Bauingenieurswesen an der Hochschule Bremen) als „Wunschspieler“ bezeichnet. Natürlich sei er in seinem Alter aber noch kein perfekter Handballer, betont Rieken: „Am flexiblen Wurfverhalten und der offensiven Abwehr werden wir mit ihm zum Beispiel noch arbeiten.“

Honschopp, der in der Jugend beim HC Bremen und dann ein Jahr beim Verbandsligisten TV Neerstedt spielte, ist total angetan von seinem neuen Club: „Das Niveau ist ein ganz anderes, das Spiel schneller und das Training sehr intensiv. Ich glaube, ich bin momentan fitter denn je, habe mehr Dampf.“

Rieken wünscht sich, dass auf der Linksaußen-Position „ein gesunder Konkurrenzkampf aufploppt“ zwischen Honschopp und Lars von Kamp. Tobias Mundhenke, bisher oft links eingesetzt, könne dann Kevin Heemann auf Rechtsaußen unterstützen. „Von Lars kann ich viel lernen“, meint Honschopp: „Er hat schon einige Oberliga-Jahre auf dem Buckel.“

Andrius Gervé (33)

Eigentlich war der frühere litauische Nationalspieler schon in Handball-Rente. „Ich wollte aufhören“, sagt der Kreisläufer, der zuletzt zwei Jahre beim Verbandsligisten TvdH Oldenburg aktiv war. Aber dann klopfte Barnstorfs sportlicher Leiter Heiner Thiemann an und wollte wissen, „ob ich das Team unterstützen kann“. Gervés Antwort: Ja. Der Sportlehrer wohnt in Barnstorf, kennt die HSG aus dem Effeff und braucht demnach keine Eingewöhnungszeit. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?“, fragt Rieken und ergänzt: „Andrius ist ein erfahrener Mann, der uns vor allem in der Deckung helfen kann.“

In der Abwehrmitte hatte die HSG nach den Rückzügen von Tomas Lenkevicius und Martin Golenia Bedarf, dort bekommt Kapitän Cedric Quader nun die dringend nötige Entlastung. „Ich kann die Mannschaft von hinten mit führen“, findet Gervé: „Wenn ich aber mal auf der Bank sitze, wäre das kein Problem.“

Fitnessmäßig sieht es beim Litauer, der zur zweiten Phase der Vorbereitung einstieg, „gut aus. Ich habe viel investiert, um wieder fit zu werden.“ Im Februar 2018 hatte er sich im Spiel bei einem Sturz gleichzeitig an der linken (Bänderriss und OP) und der rechten Hand (Haarriss) verletzt. Nun ist die Beweglichkeit „zu 95 Prozent wieder da. Mein Körper sagt, es ist alles in Ordnung.“

Kamil Chylinski (26)

Etwa anderthalb Jahre war der Pole wegen seiner schweren Verletzung im rechten Knie (Kreuzbandriss plus Meniskusriss und Knorpelschaden) zum Zuschauen verdammt. Die Lücke, die der Haupttorschütze der Barnstorfer riss, „haben wir nie richtig schließen können“, meint Rieken rückblickend: „Gerade auf halblinks, wo sehr viel Gefahr von ihm ausgeht.“

Umso erfreulicher, dass Chylinski beschwerdefrei durch die Vorbereitung kam und urteilt: „Ich habe keine Probleme und fühle mich gut.“ Selbstvertrauen und Spielrhythmus fehlen ihm noch ein bisschen, „aber das kommt langsam“, sagt er und fügt zuversichtlich an: „Ich gebe 100 Prozent und hoffe, dass ich gleich ab dem ersten Spiel voll dabei sein kann.“

Rieken weiß um die Wichtigkeit eines fitten Chylinski („von ihm wird viel abhängen“), er tritt aber auch ein wenig auf die Euphoriebremse: „Kamil braucht Zeit, um wieder in die Abläufe zu kommen – und die werden wir ihm geben. Er ist natürlich ein Hoffnungsträger, allerdings nicht in der Lage, sofort 60 Minuten durchzuspielen.“

Lars von Kamp (23)

Die Faszienrolle ist noch immer sein ständiger Begleiter, auch geht er regelmäßig zum Physiotherapeuten und dehnt ausgiebig. „Es ist viel Arbeit“, sagt von Kamp. Doch es hilft. Die hartnäckige Entzündung im linken Sprunggelenk, die bis in den Oberschenkel hochzog, ihn lange außer Gefecht setzte und ihm die erste Saison im HSG-Trikot vermieste, ist unter Kontrolle. „Ich bin fast schmerzfrei“, sagt der Mann mit dem Spitznamen „Maschine“.

Er sei nun „definitiv heiß“ auf die Saison, unterstreicht von Kamp. Rieken hört das gerne, denn: „Lars tut uns einfach gut. Er ist ein Kämpfertyp, der eine Mannschaft pushen kann.“ Und will. „Das ist irgendwie meine Rolle“, meint der ehemalige Bremervörder: „Ich mag es nicht, auf dem Platz still zu sein, will aufbauen, mitreißen und vorangehen.“ In der Mannschaft kommt seine Art bestens an, die Mitspieler wählten ihn zum Stellvertreter von Kapitän Quader. Der neue „Vize“ sagt: „Ich war ein bisschen überrascht und sehr erfreut.“

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