Gastgeber holen Titel nach Final-Krimi

Barnstorfer Oldies rocken die Halle

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Ein Moment mit Legenden: Detlef Gehrke (links) als zweiter Vorsitzender des Barnstorfer SV gratulierte den Barnstorfer Niedersachsenmeistern um Trainer Ralf Weise, Torwart Torben Kolkhorst, Michael Preuß, Mario Heuer, Jens Mühlenhardt, Michael Becker (stehend von links) sowie Marc Pallentien, Ralf Telthörster, Friedrich Heitmann und Ramiz Muratagic (vorn von links). 

Barnstorf - Von Cord Krüger Und Felix Schlickmann. Auch das noch! Zum Abschluss des minutenlangen Jubelsturms forderten die Fans von der vollbesetzten Tribüne der Barnstorfer Vereinssporthalle ihre Helden vom Barnstorfer SV auf: „Hinsetzen, hinsetzen!“ Sie wollten die obligatorische „Humba“ anstimmen. Marc Pallentien stöhnte: „Och nö, dann komm’ ich doch nicht mehr hoch!“ Der Routinier hatte gerade mit seinen BSV-Kumpels die Ü 40-Hallen-Niedersachsenmeisterschaft gewonnen – nach einem packenden Finale mit 4:3 (1:1) nach Neunmeterschießen über den VfL Güldenstern Stade. Doch „Palle“ raffte sich zum „Humba Täterä“ natürlich noch auf und hopste mit den Teamkollegen übers Linoleum. Das Ende eines ganz starken Turniers der einstigen Landesliga-Kicker, von denen Verteidiger Pallentien und Torwart Torben Kolkhorst noch immer für die BSV-Erste auf dem Platz stehen – wenn auch inzwischen in der Kreisliga.

„Erst vor zwei Tagen haben wir auf Kunstrasen beim TuS Sudweyhe II gespielt, das alles geht ganz schön auf die Knochen“, gestand Pallentien. Doch nun strahlte er erleichtert: „Als wir das Achtelfinale gewonnen hatten, war unser Minimalziel erreicht. Aber nach dem Viertelfinale haben wir uns gesagt: ,Jetzt wollen wir das Ding auch durchziehen.‘ Bei zwei Siegen nach Neunmeterschießen war zwar auch Glück dabei, aber ich glaube, insgesamt ist es nicht unverdient.“

Ähnlich sah es Keeper Kolkhorst: „Ohne überheblich wirken zu wollen, glaube ich, das Endergebnis ist okay. Aber die Zuschauer haben uns auch echt toll durch die Spiele getragen. Die Atmosphäre hier – unglaublich.“ Kolkhorst hatte nach den sicher versenkten BSV-Versuchen von Pallentien, Ralf Telthörster (mit vier Turnier-Toren und nun 38 Treffern jahresübergreifend Rekord-Torschütze dieser Landesmeisterschaften) und Michael Becker den letzten Neunmeter von Güldensterns Thomas Brokelmann pariert – jenem Akteur, der in der regulären Spielzeit per Freistoß den Ausgleich markiert hatte. Ebenfalls nach einem Freistoß war Telthörster die frenetisch umjubelte Führung der Hausherren geglückt. Kurz vor Ende der zehnminütigen Partie erwies Stades Torwart Jörg Seufert seinem Team einen Bärendienst, als er nach einer strittigen Einwurf-Entscheidung wegen Meckerns von Schiedsrichter Fritz Heitmann eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte und somit im Shootout nicht in den Kasten durfte. Eine Entscheidung, über die sich die Gäste noch länger ereiferten, was den perfekten Turnierablauf aber keineswegs befleckte. „Das ist wie im Spielfilm. Spätestens jetzt kann man sagen, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat“, freute sich Thorsten Hiepel, mit einem Treffer am Erfolg beteiligt, seit Monaten an der Spitze des Orga-Teams aber verantwortlich für das Mega-Ereignis mit 34 Mannschaften in acht Gruppen und drei Hallen.

Ex-Profi auf Platz drei: Der frühere Nationaltorhüter Jörg Butt (l.) holte mit der SG Döhlen Bronze.

Dabei hatte Hiepel nach dem Achtelfinaleinzug noch scherzhaft gemeint: „Damit sind wir zufrieden. Wir haben erreicht, was wir wollten.“ Sein Team hatte da gerade ein 1:1 im letzten der drei Gruppenspiele gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven unter Dach und Fach gebracht – und damit das Weiterkommen auf Platz zwei hinter dem WSC gesichert. Die Grundlage dafür waren starke Leistungen in den beiden Spielen zuvor. Gerade die Defensive um Abwehrchef Pallentien stand sicher, ließ beim 0:0 gegen die SG Heidetal/Ilmenau und beim 3:0 gegen den FC Brome wenig bis gar nichts zu. „Das war unsere Devise: Erst mal hinten sicher stehen“, betonte Trainer Ralf Weise.

Macher und Torschütze: Thorsten Hiepel (l.) als Chef des Orga-Teams siegte mit dem BSV in eigener Halle.

Daran änderte sich auch in den K.o.-Spielen nichts. Dem verdienten 2:1-Achtelfinalerfolg gegen den VfR Voxtrup folgte ein etwas glückliches 3:2 (0:0) nach Neunmeterschießen gegen die am Ende drittplatzierte SG Bösel/Thüle. Mit dem 1:0-Sieg im Halbfinale gegen die SG Döhlen/Großenkneten (mit Ex-Nationaltorhüter Jörg Butt als Feldspieler) legten die Fußballer dann den Grundstein für die große Party. Döhlen wiederum freute sich über Platz drei nach Neunmeterschießen gegen den mehrfachen Titelträger Hannover 96. Das Team aus dem Kreis Oldenburg hatte Titelverteidiger VfL Wolfsburg im Achtelfinale gestoppt – durch das entscheidende 2:0 von Butt.

Während der Siegerehrung am Abend erhielt Schiedsrichter Fritz Heitmann vom NFV-Verband noch das Ehren-Niedersachsenpferd für 30 Jahre Einsatz bei den Ü-Meisterschaften.

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