HSG Barnstorf/Diepholz unternimmt ab heute neuen Anlauf / Rieken ein Trainer ohne „Stallgeruch“

„Unaufsteigbar“ bald Geschichte?

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Mit folgenden Neuzugängen geht Barnstorfs neuer Trainer Dag Rieken (hinten) in die neue Saison (v.l.): Bastian Carsten-Frerichs, Jakob Kasperlik und Lukas Brenning.

Barnstorf - Von Gerd Töbelmann. Der VfL Bochum galt in der Fußball-Bundesliga mal als unabsteigbar. Längst Geschichte. In der Handball-Oberliga der Männer scheint die HSG Barnstorf/Diepholz als unaufsteigbar zu gelten, belegte das Team in den vergangenen vier Spielzeiten doch drei Mal Platz zwei und wurde zudem einmal Dritter. Zuletzt schnappten die SG Achim/Baden und der ATSV Habenhausen der HSG den Titel weg. Doch auch das soll, wie im Fall Bochum, Geschichte sein. Die Barnstorfer nehmen heute Abend ab 18.00 Uhr mit dem Saisonstart beim VfL Edewecht einen neuen Anlauf.

Und dies mit einem neuen Mann auf der Kommandobrücke. Nach der Ära Heiner Thiemann (jetzt sportlicher Leiter) und eineinhalb Jahren unter Mario Mohrland holte sich die HSG nun einen Mann ohne „Stallgeruch“ auf die Bank. Dag Rieken war zuvor sechs Jahre lang Coach beim Liga-Konkurrenten TV Neerstedt, kennt die Barnstorfer Verhältnisse aber noch in Umrissen aus seiner Zeit als Trainer der A-Jugend. Der jetzt 46 Jahre alte Lehrer im Schulverbund Freistatt (wo Thiemann auch beruflich sein Chef ist) hat im Handball schon viel erlebt. Mit Bayer Leverkusen und der SG Solingen spielte er selbst in der Zweiten Liga und verhalf den Solingern als Manager zudem zum Sprung in die Bundesliga.

Rieken gibt auch zu, dass er mit Barnstorf gern aufsteigen möchte, weiß aber auch, „dass die Dritte Liga ohne Verstärkungen nicht zu halten ist. Gerade dann nicht, wenn wir vermutlich in die West-Gruppe kämen, die ich für stärker als die Nord-Gruppe halte.“

Aber das ist Zukunftsmusik. Erst einmal will Rieken mit seiner neuen Mannschaft ganz vorn in der Oberliga mitmischen. Und dazu hat er drei neue Spieler an Land gezogen. Von der HSG Osnabrück kommen Keeper Jakob Kasperlik und Allrounder Lukas Brenning. Aus Neerstedt brachte Rieken Rechtsaußen Bastian Carsten-Frerichs mit zur HSG. Eigentlich sind es vier Neue, denn nach einjähriger Verletzungspause steigt der Pole Kamil Chylinski wieder voll ein. Nicht wenige Beobachter sagen, dass Barnstorf mit Chylinski in der abgelaufenen Spielzeit den Titel geholt hätte. Als Abgang ist nur dessen Bruder Mateusz (geht wegen Rückenproblemen in die Zweite) zu verzeichnen.

Und was will Rieken anders machen als zum Beispiel Vorgänger Mohrland? „Ich bin kein Freund von Spielerwechsel Angriff/Abwehr.“ Das könnte unter anderem Martin Golenia betreffen, der in der vergangenen Saison zu Großteilen nur in der Deckungsmitte spielte. In den Testspielen tauchte er auch schon mal als Mittelmann auf und könnte zur Alternative von Kamil Chylinski werden, der auf dieser Position die Nummer eins ist.

Momentan als Rechtsaußen die Nase vorn hat Carsten-Frerichs, den Rieken „als einen Gewinner der Vorbereitung“ bezeichnet. Der bisherige Platzhirsch Laurynas Palevicius leistete sich im Sommer einen siebenwöchigen Urlaub und muss erst einmal kleinere Brötchen backen.

Taktisch will sich der neue Coach beim Abwehrverbund nicht festlegen lassen. „Von 3:2:1, 5:1 oder 6:0 haben wir alles einstudiert. Ich hoffe, dass es uns gelingt, diese Systeme in einem Spiel auch flexibel anzuwenden“, sagt Rieken, der ein positives Fazit der Vorbereitung zieht: „Wir sind auf einem guten Weg und haben unter anderem unser eigenes, gut besetztes Turnier gewonnen. Ich hatte immer mindestens 15 Leute beim Training. Von so etwas habe ich in Neerstedt nur geträumt. Barnstorf ist gut organisiert. Allerdings müsste der Unterbau noch besser sein. Wir müssen dahin kommen, dass die A-Jugend wieder mindestens in der Oberliga spielt.“

Vom Spielermaterial her hat die HSG das Zeug zum Titel. Donatas Biras ist eine Bank im Tor. Ulf Grädtke und Andrius Gervé gelten als ebensolche am Kreis. Der schon erwähnte rechte Flügel ist gut besetzt. Links gilt Finn Richter seit Jahren als Stütze, wird durch Raul-Lucian Ferent ergänzt. Und auf der Mitte soll Kamil Chylinski zum Denker, Lenker aber auch Torschützen werden bzw. da anknüpfen, wo er vor seiner Verletzung war. Steigerungsfähig sind sicherlich die Halbpositionen im Rückraum. Linkshänder Arunas Srederis spielte eine eher durchwachsene Saison, hat Rieken aber in der Vorbereitung überzeugt: „Er hat sich voll reingehauen und den Vorteil, dass er auch gut decken kann.“ Auf der linken Seite gilt Tobias Meyer als erste Wahl. Der 24-Jährige ist an guten Tagen ein echter Shooter, leistet sich aber noch zu viele Wellentäler.

Wenn alle Spieler gesund bleiben und mehr Licht als Schatten aufweisen, dann führt der Titel nur über Barnstorf. Und dann wäre das mit dem „unaufsteigbar“ auch vom Tisch.

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