HSG Barnstorf/Diepholz scheitert im Halbfinale gegen TV Neerstedt

Mohrland-Team verliert völlig den Faden

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Raul Ferent (beim Wurf) verpasste mit Barnstorf das Finale nur knapp.

Bissendorf - Von Daniel Wiechert. Die Handballer der HSG Barnstorf/Diepholz liefen gestern schon ihre Runden in der Halle in Bissendorf, warfen sich warm, bevor die Neerstedter 20 Minuten später das Parkett betraten. Dann allerdings mit Nachdruck: Durch die Lautsprecher, die sie aufstellten, wummerte „Can't Stop“ von den Red Hot Chili Peppers. Direkt in der dritten Liedzeile heißt es dort: „Ich werde groß gewinnen.“ Sie taten es. Der TV Neerstedt gewann das Halbfinale des HVN/BHV-Pokals gegen den Oberliga-Konkurrenten im Siebenmeter-Werfen. Nach 60 Minuten hatte es 28:28 (15:13- Halbzeitführung für Barnstorf) gestanden.

„Das war eine Riesen-Leistung von meiner Mannschaft“, jubelte TVN-Coach Dag Rieken, der am Sommer ausgerechnet beim gestrigen Halbfinal-Gegner auf der Trainerbank sitzen wird. Dort sitzt noch Mario Mohrland, der nach dem frühen Ausscheiden sauer war. „Die Disziplin hat bei meinen Spielern gefehlt, dadurch hatten wir keine Struktur im Spiel.“ Die „Schläfrigkeit“ war dem 38-Jährigen ein Dorn im Auge. Es sei ein „komisches Gefühl“ auszuscheiden, obwohl seine HSG Barnstorf/Diepholz in den 60 Minuten kein einziges Mal im Rückstand gelegen hatte.

Im Gegenteil. Der Oberliga-Zweite hatte extrem gut begonnen, führte in der zwölften Minute mit 7:1. Vor allem Matthias Andreßen im Rückraum und Finn Richter auf Linksaußen kamen immer wieder in gute Wurfpositionen und nutzten diese auch eiskalt aus. „Immer, wenn wir unsere Angriffe überlegt und mit Ruhe ausgespielt haben, hatten wir auch Erfolg“, analysierte Mohrland.

Doch die 6:0-Abwehr der Neerstedter stabilisierte sich Mitte der ersten Halbzeit, Björn Wolken ließ HSG-Kreisläufer Andrius Gervé keinen Raum zur Entfaltung, und vorne sorgte der Rückraumlinke Eike Kolpack mit beherzten Einzelaktionen für Tore – 10:12 (24.).

Neerstedt war zwar jetzt dran, doch Barnstorf ließ den Ausgleich nicht zu, führte stets mit zwei bis drei Toren. Bis zur 51. Minute, als Neerstedts Rechtsaußen Jan Busse im Getümmel die Ruhe behielt und auf 25:25 stellte. Es wurde hektisch und laut auf dem Spielfeld, doch die HSG konnte sich auf Andreßen verlassen. Der Torjäger traf 40 Sekunden vor Schluss zum 28:27. Rieken nahm den Torwart nun raus, brachte einen Feldspieler mehr, und tatsächlich: Drei Sekunden vor der Schlusssirene stellte Kolpack auf 28:28. Die HSG reagierte blitzschnell, führte eine schnelle Mitte aus, und der weite Ball von Kevin Heemann landete auch im Tor, allerdings war im Flug bereits die Sirene ertönt – Feierabend, Siebermeter-Werfen. „Scheinbar muss ich an meiner 100-Meter-Zeit arbeiten“, scherzte Mohrland. Er hatte noch versucht, direkt nach dem Ausgleich eine Auszeit zu nehmen, doch die „Grüne Karte“ sei zu spät angekommen.

Im Shootout schwang sich dann Neerstedts Torwart Christoph Kuper zum Helden auf, indem er die Siebenmeter von Raul Ferent, Palevicius und Tobias Meyer entschärfte: das Aus für Barnstorf, der Finaleinzug für Neerstedt. „Wir führen schnell mit 7:1. In so einer Situation müssen wir dann einfach cleverer sein und das Spiel nach Hause bringen“, resümierte HSG-Coach Mohrland.

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