Barnstorf/Diepholz hübscht gegen Bützfleth Torbilanz auf / Mohrland steigt aus

Nach getanen Hausaufgaben bleibt das Fünkchen Hoffnung

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Drei Tore erzielt und klug Regie geführt: Saulius Liutikas (beim Wurf) bewahrte gegen Bützfleth kühlen Kopf.

Diepholz - Von Cord Krüger. So schnell ließen die Treuesten der Treuen Mario Mohrland nicht aus der Diepholzer Mühlenkamp-Halle. „Wir woll'n den Trainer seh'n“, skandierten die Fans der HSG Barnstorf/Diepholz nach dem 35:21 (18:11)-Sieg über die HSG Bützfleth/Drochtersen. Mohrland gehorchte, ging mit Töchterchen Mia auf den Schultern zur „Westside“, schnappte sich das Megafon und stimmte eine „Humba“ an – inmitten von rot-schwarzen Fahnen und Riesen-Bannern mit seinem Konterfei. Der Coach und sein Rumpfkader hatten ihre Hausaufgaben erledigt, nochmal ordentlich was fürs Torverhältnis getan und stehen nun zumindest in dieser Rubrik vor Oberliga-Spitzenreiter ATSV Habenhausen.

Der muss jetzt am Samstag beim Fünften in Elsfleth verlieren, gleichzeitig muss die HSG beim Achten in Schwanewede siegen – dann wäre das Wunder Wirklichkeit, und Mohrland würde sich als Drittliga-Aufsteiger von seiner alten Liebe verabschieden, bei der er als Kind das Handball-Einmaleins erlernt hatte. Wo er zum Jugend-Nationalkeeper reifte und wohin er nach höherklassigen Engagements 2002 zwischen die Pfosten zurückkehrte. Nun, nach seiner zweiten Saison als Trainer, ist Schluss. Hallensprecher Rolf Ludewig hatte in seiner Verabschiedung zwar gehofft, dass „du nach dem Ausscheiden aus einer jetzigen Position noch in anderer Funktion für die HSG-Familie aktiv sein kannst“, doch nach der Partie winkte Mohrland ab: „Ich brauchte Planungssicherheit.“ Die fand er bei seinem Stammverein nicht vor: „Erst hieß es, wir wollen Ende Februar über meine Zukunft reden. Das geschah dann 14 Tage später, und da habe ich erfahren: Ich bin nächste Saison nicht mehr Trainer. Gleichzeitig sollte geklärt werden, ob ich in dem Konzept von meinem Nachfolger Dag Rieken eine Rolle spiele, aber das habe ich seitdem nicht gesehen.“

Nicht gut ansehen konnte der 38-Jährige auch den Auftakt gegen Bützfleth. Zwar musste er nie das Gefühl haben, gegen den Vorletzten die erste Heimniederlage einstecken zu müssen, denn sein Team führte nach Toren von Tobias Meyer, Finn Richter und Kevin Heemann schnell mit 3:1 (5.) und hatte nach 13 Minuten einen Fünf-Tore-Vorsprung (9:4). „Aber wir haben uns zu sehr einlullen lassen“, monierte Mohrland. Die Hausherren fanden vor knapp 300 Zuschauern zu selten die Lücken gegen eine gut gestaffelte Abwehr der Gäste, die am Anfang schnell umschalteten und HSG-Keeper Donatas Biras in der ersten Viertelstunde zu sechs Paraden zwangen. Beim Stand von 11:8 (20.) nahm Mohrland eine Auszeit – „und meine Worte sind wohl angekommen“, meinte er mit Blick auf die nur drei weiteren Gegentreffer zur Pause. Gleichzeitig taten Matthias Andreßen mit drei Toren und Andrius Gervé mit weiteren zwei seiner insgesamt zwölf Einschläge das, was sich der Tabellenzweite vor dem ungleichen Duell vorgenommen hatte. „Wir sind langsam in die Gänge gekommen, aber gegen eine Mannschaft von unten ist es nicht immer leicht, sich von Beginn an zu konzentrieren“, urteilte Gervé.

Nach der Pause spielte aber nur noch seine Mannschaft – trotz arg begrenzter personeller Reserven, aber angetrieben vom klug Regie führenden Saulius Liutikas und eines starken Kreisläufers Gervé, der in der Deckung massiv einschritt und vorn viele Lücken riss. „Andrius hat sich hier wirklich den Arsch aufgerissen – aber ich muss der ganzen Mannschaft großen Respekt zollen“, unterstrich Mohrland: „Im Prinzip haben wir ja mit acht Mann durchgespielt.“

Doch wer reinkam, funktionierte – etwa Linksaußen Raul Ferent (vier Tore) und Torwart-Oldie Maik Kießlich: Der 42-Jährige war vor der Partie ebenfalls verabschiedet worden und genoss in der Schlussphase mit einem gehaltenen Siebenmeter sowie zwei weiteren Paraden den Applaus von den Rängen. Und als Habenhausens 27:19-Sieg gegen Cloppenburg feststand, war zumindest das bessere Torverhältnis für den ATSV dahin. Jetzt bleibt noch ein Fünkchen Hoffnung im letzten Spieltag am Samstag, „und solche Wunder passieren immer wieder“, meinte Mohrland.

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